Es war eigentlich klar, wo die erste Reise nach dem langen Krankenhausaufenthalt hingeht: Nach Thüringen in den Nationalpark Hainich, nördlich von Eisenach. Bärlauchblüte im Mai! Ich kenne diesen Rotbuchen-Wald, den ich direkt nach dem Mauerfall zum ersten Mal besucht hatte, mittlerweile sehr gut. Immer wieder bin ich gerne dort und genieße die Ruhe und die Artenvielfalt. Der Hainich ist für mich ein Ort, der mir richtig gut tut und Kraft gibt. Endlich gab es meine erste Wanderung seit mehr als einem Jahr - naja, es war eher nur ein längerer Spaziergang auf wackeligen und schmerzenden Beinen - aber immerhin! Schon klasse, dass ich wieder durch die Gegend laufen und den Vögeln zuhören kann.
Vor genau einem Jahr wollte ich Kraniche beobachten und wurde dabei bereits am ersten Tag jäh unterbrochen 😉. Das letzte Jahr war wirklich nicht einfach und hat viel Kraft und Nerven gekostet, aber so langsam geht es aufwärts. Das Herz schlägt dank des Schrittmachers einigermaßen kontinuierlich und seit ein paar Monaten hänge ich auch nicht mehr an der Scheiß-Dialyse. Klingt nicht nur nach der kleinen Freiheit - das ist sie! Endlich kann ich mal länger als ein paar Tage weg von der Heimat und den Ärzten. Wir entschieden, nach Schweden zu fahren. Andrea und ich wollten dort Vögel beobachten und das ist uns wirklich gut gelungen: In wenigen Tagen haben wir an zwei Rastplätzen weit über 30.000 Kraniche gesehen. Und nicht nur das: Am 30.09.22 waren wir Augenzeugen eines gigantischen Vogelzugs in Südschweden. An diesem Tag wurden genau an unserem Beobachtungspunkt Nabben in Falsterbo ganz offiziell mehr als 510.000 Zugvögel bei 75 Arten gezählt. Das war auch für die schwedischen Berufsornithologen ein absolutes Highlight. In meinem langen Hobbyornithologenleben habe ich noch nie so viele Vögel "auf einmal" beobachten können. Blogartikel: Vogelzug in Südschweden
