· 

Sicherheit - gibt es das? Einbruch - Diebstahl - Feuer


Das Wichtigste zuerst: Versichert eurer Wohnmobil gut! Beim Neuwagen macht eine Vollkaskoversicherung Sinn und je nach dem, was man so im Auto umher fährt, vielleicht auch eine zusätzliche "Inhaltsversicherung". Es gibt nämlich keinen sicheren Schutz vor Einbrüchen und dem Diebstahl von Wertsachen oder gar dem kompletten Fahrzeug. Gleichgültig, mit welchem Aufwand und Geld man sein Fahrzeug absichern möchte - es ist nie sicher!

 

Einbruch- und Diebstahlschutz


Es gibt unheimlich viele und zum Teil sehr kreative Lösungen und Artikel, um das Eindringen und Losfahren zu erschweren: Lenkradkrallen, Alarmanlagen, Wegfahrsperren, Gangschaltungssperren (Bear-Lock), Zusatzschlösser, GPS-Überwachung u.v.a.m. Das einzige, was man damit evtl. erreichen kann, ist etwas "auf Zeit zu spielen" und dadurch den "bösen Buben" (sind das immer nur Buben?) die Laune zu vermiesen. Mehr aber auch nicht!

 

Von der Firma HeoSolution haben wir die beiden Türschlösser "HEOSafe" für die Fahrer- und Beifahrertür montieren lassen.

 

Die Schlösser lassen sich aber ohne großen Aufwand selbst einbauen. In der Praxis musste ich feststellen, dass die Schließzylinder manchmal etwas hakelig sind und insbesondere der Bolzen aus Kunststoff nicht immer sauber in die gegenüberliegende Öffnung flutscht.

Das ist die Aufnahme des Riegels in der Karosserie. Leider ist auch hier zu bemängeln, dass die ganze Konstruktion in Kombination mit dem Kunststoffrahmen der REMIS-Verdunklung nicht allzu stabil im Falle eines gewaltsamen Aufreißens der Türen sein wird.

Hier sieht man das HEOSafe-Schloss für die Schiebetür, ein weiteres sichert die beiden Hecktüren. Die HEOSafe-Schlösser gibt es als komplettes Set für alle Türen mit gleichschließenden Schlüsseln zu erwerben. Beim Schiebetür-Schloss sollte man sich unbedingt an die Einbauanleitung halten: Die vom Hersteller empfohlene Platzierung des Schlosses ist knapp oberhalb der Schiebetürschiene! Meine Werkstatt hat das leider nicht gemacht und wir hatte deswegen anfangs große Probleme, die Tür weit genug öffnen zu können - siehe Pech & Pannen!

Das "Master Key"-Problem der HEOSafe-Schlösser:

 

Im Frühjahr 2018 wurde bekannt, dass es möglich ist, die HEOSafe-Schlösser mit einem sogenannten "Master Key", den man wohl im Internet ohne Schwierigkeiten für 30 € erwerben konnte, aufschließen kann.

Der Hersteller hat zeitnah reagiert und bietet zum Tausch bzw. zur Umrüstung alter Schlösser kostenlose Platten für den Schließzylinder an, die das Öffnen mit dem Master Key unmöglich machen. Einfach bei HEOSolution anfordern! Die Schlösser ab 05/2018 werden bereits ohne die Master Key Funktion geliefert.

 

An dieser Stelle möchte ich mal loswerden, dass der Kundenservice von HEOSolution wirklich vorbildlich ist - ich hatte schon mehrfach Kontakt mit der Firma.

Die abschließbaren HEOSafe-Türschlösser der Fahrerkabine verhindern ein Öffnen der Tür, wenn zum Beispiel die Türschlösser aufgestochen werden (das ist anscheinend unter Wohnmobildieben sehr verbreitet und mit einem großen Schraubendreher innerhalb von 5 Sekunden erledigt (konstruktionsbedingte Schwachstelle des SEVEL-Türschlosses). Gegen dieses "Pricking" gibt es spezielle Verstärkungsbleche (z.B. von WoMo-Tuning) zu kaufen, die aber recht aufwendig von innen montiert werden. Dazu muss die komplette Türverkleidung samt Remis-Verdunklung demontiert werden. Eine zusätzliche Verriegelung (sinnvoll auch bei zerstörten Seitenscheiben) gibt es bei den Sicherungsblechen im Gegensatz zum HEOSafe-Schloss nicht! Ich denke, der Schutz mit den abschließbaren Innenschlössern ist mindestens genauso sicher. Sinnvoll finde ich, auf diesen Einbruchschutz von außen hinzuweisen, damit erst gar nicht das Schloss zerstört wird. An allen Schlössern ist ein "Secured by HEOSafe"-Aufkleber angebracht. Eine Reparatur der Tür und des Schlosses wird nämlich richtig teuer!

Alternativ oder auch zusätzlich habe ich noch ein 2,5 Meter langes und 10mm starkes Stahlseil in die Türgriffe eingeschlauft und mit einem Vorhängeschloss gesichert. Diese Sicherungsvariante ist in Stangenform sehr verbreitet und nennt sich "Knackerschreck". Das flexible Stahlseil finde ich persönlich aber praktischer, zumal sich damit zur Not auch Campingstühle, Tische und/oder Fahrräder sichern lassen. Selbst wenn das Türschloss (lautlos!) aufgestochen ist, sind die Türen wegen des gespannten Seils nicht zu öffnen - es sei denn man zerstört die Seitenscheiben. Die kann man evtl. mit einer speziellen Autoglas-Sicherheitsfolie (z.B. von Haverkamp) bekleben. Erfahrung damit habe ich keine!

 

Zusätzlich habe ich ein einfaches Lenkradschloss (Preis-/Leistungs-Testsieger von Cartrend) mit Sicherheitsschlüssel montiert, das einen Dieb aber auch "nur eine Minute länger arbeiten" lässt.

 

Für eine ordentliche Zeitverzögerung sorgt auch eine mechanische Gangschaltungssperre (Bear-Lock), deren aufwendiger Einbau ist aber nur durch Fachwerkstätten machbar und preislich liegt die Sicherung bei mindestens 600 €. 

 

Wenn wir nachts im Auto sind, lassen wir die Schiebetür von außen unverschlossen! Es werden aber alle anderen Schlösser und das Auto mit der Fernbedienung verschlossen. Ich möchte im Falle eines Brandes das Fahrzeug schnell verlassen können. Das HEOSafe-Schloss bleibt deshalb offen. Dafür sichern wir die Schiebetür mit einem "Besenstiel" von innen. Es ist dadurch unmöglich, die Tür von außen zu öffnen. Der Stock wird zwischen Küchenblock und Schiebetür-Gummipuffer verklemmt. Andere sichern die Schiebetür lieber mit einer Metallkette.

Pfiffig ist auch die Lösung, beim Verlassen des Autos die beiden Sitze um 90° zu verdrehen und über die Sitzverschiebemechanik mit einem Bügel- oder Kettenschloss zu verbinden. Dadurch sollte es schwer fallen, ins Fahrzeug hineinzukommen und vor allem erscheint es mir noch schwerer, das Fahrzeug mit dieser Sitzposition fahren zu können - man kann in diesem Zustand als Dieb nicht Platz nehmen. Alternativ kann man auch lediglich den gedrehten Fahrersitz mit einem Ringschloss an der Drehkonsole fixieren.

Die größten Schwachstellen sind meiner Meinung nach die Kunststofffenster - in unserem Fahrzeug vom Hersteller Dometic/Seitz mit ihren popeligen Plastikverschlüssen. Diese Fenster kann man in drei Sekunden mit einem großen Schraubenzieher aufhebeln. Es gibt zwar spezielle Sicherungsprofile mit einer Aluschiene und Blechwinkeln auf dem Markt, aber das erscheint mir auch sehr leicht überwindbar zu sein! Manch einer schraubt Metallstangen quer vor die Fenster, aber auch die sind mit etwas Gewalt leicht herauszureißen.

 

Vielleicht ist eine gute und teure elektronische Alarmanlage mit Innenraumüberwachung und/oder Kontaktsensoren (z.B. die WiPro III für 500-1500 €) und ein GPS-Tracker sinnvoll, aber auch diese Systeme sind für echte Profis leicht zu überlisten. Viele "Nachbarn" reagieren übrigens gar nicht auf heulende Alarmanlagen. GPS-Tracker lassen sich von "professionellen" Dieben mit entsprechenden Geräten leicht orten und werden dann entfernt oder mit sog. "Jammern" deaktiviert. Ich lasse nachts außerhalb von Camping- und Stellplätzen die REMIS Fahrerkabinenverdunklung bewusst offen, damit jeder sehen kann dass ich diverse Schutzmaßnahmen ergriffen habe. Vielleicht schreckt das eher ab, als ein total verdunkeltes Auto, bei dem der Dieb erst merkt, dass es (vielleicht) nicht ganz so einfach wird, wenn er schon Schaden durch einen Einbruchversuch (eine aufgestochene Tür kostet etwa 1800 € Reparatur!) gestartet hat. Auch aus diesem Grund bin ich sehr froh, dass wir für den Wohnbereich einen blickdichten Vorhang hinter dem Fahrerhaus zuziehen können.

 

Man kann es den Gaunern nur etwas schwerer machen, indem man dafür sorgt, dass der Zeitaufwand für sie entsprechend hoch wird. Das ist dann aber auch schon alles.

 

 

Mein persönliches Fazit:

 

Ich kann mich und das Fahrzeug nicht wirklich schützen. Also habe ich lediglich ein paar "Zeitverzögerer" eingebaut und hoffe darauf, dass es uns und unser Wohnmobil nicht trifft. Es ist auch statistisch betrachtet auf offiziellen Stell- und Campingplätzen nicht sicherer als wenn man irgendwo frei steht! Immer wieder liest man von richtigen "Raubzügen" auf Campingplätzen.

 

Wir meiden nur die ganz "düsteren" Viertel in "düsteren" Städten, ebenso wie Autobahnraststätten und große Supermarktparkplätze als Übernachtungsort. Aber es kann einen halt wirklich überall treffen, wenn man Pech hat!

 

Ich mache mich deshalb auch nicht verrückt und freue mich lieber auf die nächste schöne Reise, ohne an eventuelle Einbrüche zu denken. Wenn es passiert, dann passiert es halt. Hauptsache Andrea und mir widerfährt nichts...

Brandschutz


Im Wohnmobil kann es ganz schnell zu einem Brand kommen, wenn man mit der offenen Gasflamme kocht und nicht aufpasst. Deshalb sind Schutzmaßnahmen mit Feuerlöscher und Brandschutzdecke äußerst sinnvoll. In kleineren Wohnmobilen ist selten Platz für einen 6 kg Feuerlöscher. Deswegen werden hier 2 kg ABC- Pulverlöscher oder alternativ 2 kg Schaumlöscher nach DIN EN 3 empfohlen. Pulverlöscher haben den "Nachteil", dass unter Umständen der ganze Wohnmobil-Innenraum anschließend mit feinstem Pulver überzogen ist und der "Pulverschaden" größer als der Brandschaden ist.  

Wir haben einen 2 kg Schaumlöscher mit biologisch abbaubarem Schaum für die Brandklassen ABF ( A: feste Stoffe, B: flüssige Stoffe, F: Speiseöle/-fette). Zusätzlich ist noch ein "MAUS XTIN klein" Aerosollöscher im Fahrzeug, mit dem angeblich kleinere Brände "rückstandsfrei" gelöscht werden können. Man sollte den Feuerlöscher so platzieren, dass dieser möglichst schnell erreicht werden kann. Wir haben unsere in den Seitentürablagen montiert. Die Löschdecke befindet sich in der Nähe der Kochstelle. Zur effektiven Anwendung eines 2 kg Feuerlöschers sollte man aber wissen, wie der Feuerlöscher richtig bedient werden sollte, um die lediglich 6-15 Sekunden Löschdauer so effektiv wie möglich zu nutzen. Eine interessante Alternative bzw. Ergänzung zum Feuerlöscher (Überprüfung alle 2 Jahre vorgeschrieben) könnten noch sogenannte Löschsprays (keine Überprüfung nötig) für die Brandklassen A und B sein.

 

 

In folgenden Ländern ist die Mitnahme eines Feuerlöschers im Fahrzeug sogar Pflicht: Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Estland, Finnland, Griechenland, Island, Lettland, Litauen, Montenegro, Rumänien, Russland, Türkei und Weißrussland.

 

Vorsicht beim Grillen oder dem Umgang mit heißen Fett-Pfannen auf dem Gasherd! 

  • ABC-Löscher nicht bei Öl-und Fettbränden verwenden!
  • Fettbrände nie mit Wasser löschen. Hier gibt es spezielle Fettbrandlöscher oder man versucht es mit dem Ersticken der Flammen mittels Löschdecke!
  • Vorsicht bei CO2-Löschern (hauptsächlich für Flüssigkeiten wie Diesel, Benzin und notfalls Fette) im Wohnmobil - es besteht zusätzliche Erstickungsgefahr!     

Die Feuerwehr rät übrigens von eigenen Löschversuchen bei größeren Bränden dringend ab. Wenn die Menschen in Sicherheit sind, sollte man das Auto lieber brennen lassen. Auch Versicherungen scheinen zumTeil bei nicht erfolgreichen Löschversuchen Schwierigkeiten zu machen, den Schaden komplett zu übernehmen. Hierzu fand ich einige ernüchternde Informationen in mehreren Auto-Foren.


Kommentare: 5
  • #5

    Michael (Sonntag, 15 März 2020 16:09)

    Ich habe die Verriegelungen unserer Kunststofffenster im Kasten angebohrt (den 2. Steg rahmenseitig nicht ganz durch) und mit 4mm Alu-Stiften gesichert. Damit gehen beide Teile der jeweiligen Verriegelung einen Formschluss ein. Ein Aushebeln der Verriegelung selbst ist aus meiner Sicht damit nahezu unmöglich. Wenn überhaupt, bestenfalls noch ein Ausbrechen. Natürlich ist ein Öffnen nun mit ein bisschen Fummelei verbunden, aber das bisschen zusätzliche Sicherheit ist es uns wert. Gegen Verlieren hängen die Stifte an einem Kettchen.

  • #4

    Jörg (Sonntag, 19 Januar 2020 11:14)

    Oder auch nicht, Harry! Wenn der Hund "falsch eingestellt" ist und ständig Fehlalarme auslöst!

    ;-)

  • #3

    Harry (Sonntag, 19 Januar 2020 06:45)

    Die Option "Hund als Alarmanlage" scheint immer noch am zuverlässigsten zu sein, wenn man einen ungestörten Schlaf haben möchte :)

  • #2

    Ernst (Sonntag, 02 Juni 2019 15:15)

    Danke für die guten Tipps! Sehr schöner Womo-Blog!!!

  • #1

    Marcus (Montag, 20 Mai 2019 18:49)

    Vielen Dank Jörg,

    ich habe hier ein paar gute Tipps erhalten, die mich künftig etwas besser schlafen lassen. Den absoluten sicheren Einbruchschutz gibt aber wirklich nicht - das sehe ich auch so!

    Schöne Grüße Marcus aus Bonn