Citroën Jumper III: Wartung, Pflege & mehr ...


Citroën Jumper III 2.0 BlueHDI (Fertigung 2016-2019)

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Bedienungsanleitung 2016-2019
CITROEN JUMPER III 2.0 BlueHDI Manual .p
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1. Inspektion nach 2 Jahren


 

Januar 2019:  Ich war mit unserem Citroën Jumper III 2.0 BlueHDI 130PS bei der 1. Inspektion nach genau 2 Jahren und 36.700 km Laufleistung. Vorher hatte ich vier Citroën Vertrags-Werkstätten in der Umgebung angefragt und mir einen bis ins Detail vergleichbaren Kostenvoranschlag geben lassen.


1. Inspektion nach Wartungsplan: Ölwechsel (das teure TOTAL Quartz Ineo First 0W-30), Püfung der Bremsflüssigkeit, Tausch der Luft-, Pollen-, Innenraum- und Kraftstofffilter, alle notwendigen Überprüfungen, alle benötigten Kleinteile, Software-Überprüfung und eine Änderung/Absenkung des RDKS-Wertes (Reifendruckkontrollsystem) für die Standardbereifung auf 3.5 bar.

Ich habe folgende Preise inkl. MwSt genannt bekommen:

1. Werkstatt: 562,- € (inkl. 6,6 Liter TOTAL Motoröl aus der Werkstatt)
2. Werkstatt: 520,- € (inkl. 6,6 Liter TOTAL Motoröl aus der Werkstatt)
3. Werkstatt: 420,- € (inkl. 6,6 Liter TOTAL Motoröl aus der Werkstatt)
4. Werkstatt: 347,- € (inkl. 1,6 Liter TOTAL Motoröl aus der Werkstatt für 307,- €, sowie von mir gestellte 5 Liter TOTAL Öl für 40,- € = gesamt 347,- €)

Ich war bei der 4. Werkstatt, da sie die mit Gesamtkosten von 347,- € die günstigste, die nächstgelegene und auch die einzige Werkstatt war, bei der es problemlos möglich war, selbst gekauftes TOTAL-Öl mitzubringen. Das ist wesentlich günstiger als der Öl-Erwerb in der Werkstatt! Die ersten beiden Werkstätten haben sich geweigert, das von mir "gestellte" Original-TOTAL Öl 0W30 zu verwenden.  

Die Werkstatt überzeugte mich: Recht klein und nur vier Mitarbeiter, aber toller Eindruck. Alles sauber und ordentlich, Mitarbeiter sehr freundlich (ich bekam sogar einen hin und zurück Shuttle-Service in die Innenstadt zur Überbrückung der 2-stündigen Wartezeit), sehr gute Beratung in Sachen Höherlegung und Reifenoptionen. Kurzum: Ich bin bislang mit dem Service zufrieden und habe - warum auch immer - für die gleiche Leistung mehr als 200 € gegenüber der teuersten Werkstatt gespart.

 

Eine weitere Werkstatt-Info: Eine "Aufrüstung" von Euro 6b auf Euro 6d-temp des 2.0 BlueHDI Motors ist definitiv nicht machbar und auch nicht geplant. Bereits im Sommer 2019 kommt ein neuer Motor mit einem wieder auf 2,2 l erhöhten Hubraum und der Abgasnorm Euro 6d-temp oder sogar gleich Euro 6d. 

2. Inspektion nach 4 Jahren


Im Mai 2021 gab es die 2. Inspektion nach vier Jahren und einem Kilometerstand von 58.000 km. Eigentlich wäre die Wartung in der oben genannten Werkstatt im Januar/Februar gewesen, aber wegen "Corona" und anderen Problemen konnten wir diesen Termin nicht wahrnehmen.

 

Technisch war bei unserem Wohnmobil alles einwandfrei. Die Wartung wurde gemäß Wartungsplan inkl. Bremsflüssigkeitswechsel durchgeführt.

 

Die Werkstattkosten betrugen 323,- € zzgl. 55,- € für 6,6 Liter Öl, das wir vorher im Fachhandel gekauft hatten. In der Werkstatt hätte das gleiche Öl mindestens das Doppelte gekostet.

 

Die Gesamtkosten lagen bei 378,- €. Die nächste Inspektion ist in zwei Jahren bzw. spätestens bei Kilometerstand 108.000 km. 

Warum wir das Motoröl nicht in der Werkstatt kaufen: 

  • Wir benötigen für längere Reisen 1 Liter-Flaschen zum möglichen Nachfüllen durch den normalen Ölverbrauch.
  • Unsere Citroën-Werkstatt verkauft weder 1 Liter Flaschen noch 5 Liter Kanister TOTAL Quartz INEO First 0W-30.
  • Wir beziehen das Motoröl bewusst nicht über Amazon, sondern direkt beim Fachhandel. Dort zahlen wir im Mai 2021 für 2x5 Liter 84 €, also 8,40 €/Liter.
  • Beim Werkstatt-Ölwechsel wird "Fassöl" aus großen Gebinden verwendet, dass bei vielen Öl-Händlern ca. 6 €/Liter kostet, aber je nach Werkstatt mit 18 € bis zu 25 €/Liter berechnet wird. Diese Marge finden wir heftig, zumal ja auch Ersatzteile und Arbeitszeit entsprechend vergütet werden.
  • Da der Jumper III 2.0 BlueHDI für den Ölwechsel mit Ölfilterwechsel 6,6 Liter benötigt, bleiben noch 3,4 Liter zum "Nachfüllen" bis zum nächsten Ölwechsel in zwei Jahren. Das sollte reichen.
  • Kostenvergleich für einen Ölwechsel: Das Werkstattöl kostet > 120 €, das Öl vom Händler 55,40 € (zzgl. Ölfilter und Arbeitsaufwand.)
  • Wir haben unsere Werkstatt gefragt, ob es möglich sei, "eigenes Öl" mitzubringen. Es war möglich: "Gar kein Problem - die Gebinde müssen jedoch originalverpackt und ungeöffnet sein, damit klar ist, dass die Ölspezifikation stimmt ."

Das Jumper III Problem mit dem Ölwechselhinweis


Wichtige Information zum "vorzeitig" angezeigten Ölwechsel-Hinweis vieler Jumper III 2.0 BlueHDI:

Bereits 6 Monate nach Erstzulassung haben wir ja nach 19.000 km den Hinweis "Ölwechsel" auf dem Display gehabt. Es hat mich gewundert, da man mir gesagt hatte, dass das Öl erst nach max. zwei Jahren bzw. 50.000 km gewechselt werden muss. Wir haben den Ölwechsel dennoch in einer Vertragswerkstatt für teures Geld (200 € !!!) machen lassen. Es hieß, die Garantie würde sonst nicht mehr greifen. Info: Wir haben übrigens eines der ersten BlueHDI-Reisemobile auf dem deutschen Markt! Von dem Phänomen des vorzeitigen Ölwechsel-Hinweises war bislang nichts bekannt!

 

Jetzt ist gerade das 2. Jahr vergangen und nach weiteren 18.000 km und gesamt 36.700 km auf dem Kilometerzähler kam erneut der Hinweis, einen Ölwechsel durchführen zu lassen. Seltsam, aber jetzt stand ja sowieso die erste Inspektion an: Nach 2 Jahren bzw. nach max. 50.000 km Laufleistung - je nachdem, was zuerst erreicht wurde. In der Werkstatt stellte sich Folgendes heraus:

Bei meinem Fahrzeug war im Bordcomputer der Wartungsplan für "Erschwerte Nutzungsbedingungen" (Inspektion alle 20.000 km bzw. nach einem Jahr) hinterlegt. Deswegen hat sich der Bordcomputer bereits nach 19.000 km wegen Ölwechsel und nach einem Jahr wegen der angeblich anstehenden 1. Inspektion gemeldet. Der ersten Ölwechsel für 200 € wurde also definitiv unnötigerweise durchgeführt. Was ist da passiert? Der kompetente Werkstattmeister hat es mir so erklärt:

  • Jumper Nutzfahrzeuge, Transporter und Kastenwagen werden ab Werk mit den "erschwerten Nutzungsbedingungen" (wegen des Kurzstreckenverkehrs und der höheren Belastung) im Bordcomputer hinterlegt und sollen bereits nach einem Jahr bzw. nach max. 20.000 km zur Inspektion.
  • Jumper Kombis (PKW mit Fenster) werden ab Werk mit "normalen Nutzungsbedingungen" hinterlegt, also Inspektion nach 2 Jahren bzw. max. 50.000 km.

Der Werkstattmeister meinte, dass Wohnmobile eigentlich "Normale Nutzungsbedingungen" hinterlegt haben sollten und dass der Camper-Ausbauer bzw. der Händler das üblicherweise für die Wohnmobil-Basisfahrzeuge bei Bestellung umprogrammieren lässt. Der Hersteller Clever Vans bzw. mein Händler haben das in meinem Fall leider nicht veranlasst.

Nun, die Werkstatt war so nett und hat das jetzt im Bordcomputer auf "normal" umgestellt! Also ist der nächste "offizielle" Inspektionstermin für mein Fahrzeug erst wieder in 2 Jahren bzw. bei weiteren 50.000 km, somit bei max. 86.000 km.

Es gab auch noch weitere Info: Es gibt definitiv keinen "Ölzustandsensor", also eine Messeinrichtung im Motor, die die Ölqualität überprüft (das behaupten leider einige Leute in diversen Wohnmobil-Foren), sondern lediglich eine Software, die Zeit und Kilometer herunterzählt und dann den Hinweis auf Inspektion bzw. Ölwechsel anzeigt! Bevor es Diskussionen gibt: Es kann natürlich auch vor einem Ölwechsel-Hinweis das Öl jederzeit für teures Geld gewechselt werden. ;-)

 

Citroën hat erkannt, dass viele Fahrzeuge fälschlicherweise "vorzeitig" zum Ölwechsel aufgefordert wurden und hat sich zumindest bis 2020 diesbezüglich recht kulant gezeigt. Die meisten Ölwechselkosten wurden entwender von Citroën übernommen, oder aber der Ölwechselhinweis aus dem Bordcomputer gelöscht.

 

Wenn also die "vorzeitige" Meldung zum Ölwechsel aufleuchtet und eure Werkstatt sich weigert, den Fehlerspeicher zurückzusetzten bzw. einen Ölwechsel auf Kosten von Citroën zu machen, solltet ihr dem Werkstattmeister mal folgenden "Technical-Service-Bulletin" - Vorgang durchgeben: TSB B1FW012RQO (Update Sommer 2020: Die TSB ist evtl. nicht mehr gültig!). Dann sollten die Werkstattmitarbeiter eigentlich wissen, was zu tun ist: Nämlich zuerst eine Ölprüfung durchführen und wenn die Ölqualität in Ordnung ist, den Warnhinweis in System löschen, oder aus Kulanzgründen einen Ölwechsel auf Kosten von Citroën durchführen (obwohl das Öl in Ordnung ist) - das machen einige Werkstätten! Wenn das Motoröl nicht mehr in Ordnung ist, wird das Öl auf Kundenkosten gewechselt. Bei Schwierigkeiten mit der Werkstatt würde ich im Fall eines zu früh angezeigten Ölwechselhinweises in jedem Fall Kontakt mit Citroën-Deutschland aufnehmen.

 

 

 

Hier der Jumper III 2.0 BlueHDI Wartungsplan mit den beiden "Nutzungs-Bedingungen": 

 

Werkstatt-Hinweis: Bremsflüssigkeitswechsel ist nur bei >2% Wasseranteil nötig!

Motoröl - Zurücksetzen der Ölwechselmeldung


Motoröl für Citroën 2.0 L BlueHDI, Euro-6 Dieselmotor mit SCR-Kat. / AdBlue:

  • 0W30 Vollsynthetik-Öl mit den Normen
  • PSA B71 2312, ACEA A3/B3/B4/C2/C3, API SM/CF und neu: 
  • PSA B71 2302, ACEA C1, wie z. Bsp.:
  • TOTAL Quartz INEO First 0W-30 (2021: 5L für ca. 42€) oder
  • LIQUI MOLY Top Tec 4310 0W-30
  • Füllmenge: 6,6 Liter bei Ölfilterwechsel     

 

Ölwechsel- und Serviceanzeige selbst zurücksetzen:

  • Bedienungsanleitung: "Rückstellung der Wartungsinformation auf null. Das Abstellen des Blinkens der Warnleuchte muss durch einen Mechaniker in einer qualifizierten Fachwerkstatt erfolgen, nach jeder Inspektion. Wenn Sie die Inspektion Ihres Fahrzeugs selbst vorgenommen haben, müssen Sie die Wartungsanzeige wie folgt auf null zurückstellen: stecken Sie den Schlüssel ins Zündschloss, drehen Sie ihn auf Position MAR, treten Sie länger als 15 Sekunden gleichzeitig auf Gas- und Bremspedal."
  1. Zündung aus
  2. Gas- und Bremspedal gleichzeitig treten
  3. Zündung einschalten - Motor nicht starten!
  4. Gas- und Bremspedal gedrückt halten, bis die Anzeige "Motorölwechsel durchführen" erscheint
  5. Zündung ausschalten
  6. Pedale loslassen
  7. Zündung wieder einschalten
  8. Ölwechselanzeige sollte nicht mehr erscheinen!
  • Ein weiterer Tipp für den "Reset der Ölwechselanzeige" aus dem Internet: Anweisung ohne Gewähr - sie wurde von mir nicht getestet und funktioniert möglicherweise nur bei älteren Jumper-Modellen: Gaspedal u. Bremse treten u. halten. Zündung einschalten, Pedale gedrückt halten. Gaspedal gedrückt halten u. Bremse 10x drücken. Zündung ausschalten. "Ölwechsel"-Meldung sollte gelöscht sein.

Tipps für Wartung, Pflege und kleinere Reparaturen


Dicht- und Klebemittel rund um's Wohnmobil

Quelle: Wohnmobilforum - bearbeitet von J.R.
Quelle: Wohnmobilforum - bearbeitet von J.R.

... eine für mich praktische Übersicht - ohne Gewähr:  geeignet - bedingt geeignet - ungeeignet

Es gibt ein fast unüberschaubares Angebot an Klebe- und Dichtmittel verschiedenster Hersteller. Ich habe bislang mit Produkten von DEKALIN (Dekaseal 8936 für Fenster, Dachluken und Bodenausschnitte) gute Erfahrung gemacht. 

Frontscheiben-Wischerblätter (ab Bj. 2006) erneuern:  

  • Man kann für 55,- € (!) in der Werkstatt wechseln lassen,
  • oder für 30,- € die Original BOSCH Wischer Aerotwin 650/550mm (A225S) als 2er Set, bzw. Bosch Aero Universal (AP650U + AP550U) kaufen, oder
  • im Internet 6 lose Wischer-Gummis 700mm für 7,- € inkl. Porto - für insges. 3 Wechsel. Der Gummi-Austausch ist ganz einfach. Macht statt 55,- € nur 2,34 € für den beidseitigen Wechsel. Die Wischqualität ist top! 

Silikonspray oder Teflon/PTFE-Spray für Kunststoff:

  • Trockenschmierspray
  • Pflege, Reinigung und Schmierung, schmutzabweisend
  • Ideal für Kunststoff und Kunststoff/Metall-Kombinationen 
  • Scharniere (Dachluken, WC-Klappe, ...)
  • Laufflächen (Verdunklung, Fliegengitter, Trittstufe, ...)
  • Schlösser (Pushlocks, etc.)
  • Gummi-Dichtungen
  • Seilzüge
  • Der Hersteller ist mit Sicherheit unwichtig!

Weißes Lithium-Sprühfett für Metall-Scharniere:

  • Professionelles Sprühfett für Metall/Metall-Kombinationen
  • Schmierung und Pflege
  • Wasserabweisend, für Außenanwendungen gut geeignet
  • Rostschutz
  • Gut und lang haftend
  • Kriecht gut, tropft nicht und ist gut abwischbar
  • Ideal für alle Metallscharniere (Türen, Klappen, Motorhaube, etc.)
  • Der Hersteller ist mit Sicherheit unwichtig!

Die Pflege der schwarzen Kunststoffteile:

 

Die unlackierten Stoßstangen bleichen relativ schnell aus. Seltsamerweise werden sie nicht nur heller, es bilden sich auch deutlich sichtbare Streifen. Auf den Bildern der vorderen Stoßstange (re/li) sind die Streifen auf der linken Seite zu sehen. Rechts der Zustand nach der Säuberung mit einem Kunststoffreiniger und der Behandlung mit einem Kunststoff-Pflegemittel. Erstmal sieht es wieder sehr gut aus und der Wasser-Abperleffekt ist top! Über die Langzeitwirkung kann ich noch nichts berichten. Verwendet wurden folgende Produkte:

  • Reiniger Tuga Chemie "Kunststoff Teufel"
  • Pflegemittel Koch Chemie "NanoMagic PlastCare"

3M Hochleistungsdichtband 4411N für den Notfall:

  • Bei Wassereintritt ins Fahrzeug: Das Klebeband ist perfekt für unterwegs zum Abdichten von Dachluken, Lüftungspilzen, Fenstern, Solaranlagen 
  • Hält extrem gut auf Metall, Holz, Kunststoff, Glas etc.
  • Sehr gute Hitze-, UV-, Witterungs-,  Lösemittel-Beständigkeit, 100% wasserdicht und überlackierbar
  • Bei kritischen Oberflächen wie rauen Untergründen, Aluminium und einigen Kunststoffen empfiehlt sich die Verwendung des 3M Primers 94 (Acrylic Foam)
  • Wir haben das Band noch unbenutzt im Auto liegen, jedoch von vielen Wohnmobilisten ausschließlich nur Gutes und eindeutig positive Empfehlungen gehört

 

Ein gutes Reparaturband für "fast alles" ist das SPITA ResQ-Tape. Es ist ein hochwertiges selbstverschweissendes Silikonklebeband für Notfälle und Reparaturen aller Art - auch für heiße Leitungen und Schläuche im Motorraum! Das ResQ-tape haftet an sich selbst (selbstverschweißend), kann auf nassen und schmutzigen Untergründen verarbeitet werden, ist bis 260°C temperaturbeständig, stromisolierend bis 8000V und bis 8bar druckfest. Es klebt sogar unter Wasser, ist dauerhaft UV-beständig, extrem dehnbar, sowie beständig gegen Kraftstoffe, Öle, Säuren, Lösungsmittel und Salze. Das liest sich jetzt so, als ob es ein "Wunder-Tape" ist. Es scheint aber wirklich gut zu sein - zumindest haben wir schon einen undichten und heißen Gummischlauch im Motorraum und eine Wasserleitung dauerhaft abdichten können. Beide Schläuche wurden jedoch gegen Neuteile getauscht, als wir nach vielen Wochen wieder zu Hause waren. 3mx25mm ResQ-Tape kosten ca. 14,- €.

Risse im Badezimmer-Kunststoff:

 

Die Kunststoffteile im Bad (Toilette, Waschbecken, Duschtasse, Seitenwände) bestehen meist aus Polystyrol (PS). Oftmals kommt es nach Jahren zu feinen Rissen (bei uns noch nicht), die sich nicht ganz so leicht kleben lassen. Für einen professionellen Austausch der tiefgezogenen Duschtassse in Kombination mit den Seitenteilen beim Händler bzw. in einer Werkstatt muss das komplette Bad auseinandergenommen werden, was wohl nach Angaben einiger Betroffener schnell über 1000 € kosten kann. Eine Alternative wäre zumindest bei kleinen Rissen ein eigener Reparaturversuch: Dichlormethan (Methylenchlorid), Essigsäureethylester und Aceton funktionieren recht gut, da sie das PS anlösen und verschweißen - aber Vorsicht bei der Verarbeitung (gesundheitsschädlich). Bei Flächenverklebungen können die anlösenden Verfahren zu Wellenbildung führen. Empfohlen werden von Modellbauern oft "Sekundenkleber" (Cyanacrylat-Klebstoffe) sowie "Ruderer L530" (löst auch an!) für kleine Risse. Manch einer war anscheinend erfolgreich beim Abdichten von Rissen im Polystyrol mit "Sikaflex 291i/292i Marine" (vorher mit "Sika-Primer 209-D"behandeln!) oder "Beko Tackcon Hightec Kleber Shore 45". "UHU-Hart" ist laut Hersteller auch gut für PS-Verkelbung geeignet. Im Internet bin ich auf ein beeindruckendes Werbevideo einer Duschwannen-Reparatur von "Pascofix Industriekleber" gestolpert - keine Ahnung, ob das wirklich so gut funktioniert. Aktuell habe ich noch diese PS Klebe-Info gefunden! Es gibt auch einen Betrieb, der gerissene PS-Wannen in Wohnmobilen repariert, ohne diese auszubauen: Fa. Fromm

Reinigung und Pflege von Acrylglas Fenstern/Luken:

 

Dometic/Seitz (S4) Fenster und Dachhauben (Dometik/Heki) aus Acrylglas niemals trocken abwischen. Dadurch können Kratzer an der Oberfläche entstehen, die sich nur aufwändig herauspolieren lassen. Bei Staub und Dreck: Vorreinigung mit viel klarem Wasser, dem etwas Geschirrspülmittel beigefügt ist und einem weichen, fusselfreien Tuch ohne Druck. Danach noch einmal feucht (ohne Spüli) nachwischen. Geeignet sind auch spezielle antistatische Kunststoffreiniger ohne Alkohol. Bei stärkeren, insbesondere fettigen Verschmutzungen können Sie einen Kunststoff-Intensivreiniger verwenden. Möglich ist hierfür auch benzolfreies Reinbenzin (Waschbenzin, Leichtbenzin) oder Isopropanol.

 

Wichtig ist, dass das Reinigungsmittel kein Benzol, Ethanol, Alkohol, organische Stoffe oder Verdünnungen enthält. Diese können das Acrylglas beschädigen. Auch bei Klebstoffen (z.B. beim Einkleben von Dichtungen) ist Vorsicht geboten: Kein Pattex "Classic" verwenden - es gibt Verfärbungen und das Material wird rissig! Glasklar (nicht weiß) abbindende Sekundenkleber auf Alkoxy-Ethyl Cyanacrylat-Basis funktionieren sehr gut.

 

Im Fachhandel sind spezielle Acrylglasreiniger erhältlich. Wir haben bislang von Dr. Keddo den "Acrylex Acrylglas Reiniger" benutzt. Wir sind sehr zufrieden! Jeder andere tut's wahrscheinlich ebenso. Acryl ist leider sehr krantzempfindlich: Die Fenster vorher unbedingt mit sehr viel Wasser vorreinigen damit alle Schmutzpartikel entfernt werden und beim Putzen mit wenig Druck arbeiten. Wir benutzen spezielle Mikrofasertücher für die Kunststoffflächen, um Kratzer zu vermeiden.

 

Für die Fenster-Dichtgummis keinesfalls Silikonspray zur Pflege benutzen. Das macht das Acrylglas ebenfalls brüchig! Es gibt Silikon- und lösungsmittelfreie Gummipflegestifte im Handel. Alternativ kann man auch Talkum einsetzen, aber das kann eine Sauerei geben...

Starke Gerüche im Fahrzeug dauerhaft beseitigen:

 

Wir hatten das Problem nicht, aber viele Gebrauchtwagenkäufer klagen über strenge Gerüche im neu erworbenen Fahrzeug. Die sind oft die Folge von Feuchtigkeit (bei langer Standzeit), rauchenden Vorbesitzern, vierbeinigen und befellten Haustieren und vielen anderen Mikroorganismen. Dauerhafte Abhilfe schafft hier eine Ozonbehandlung. Die wird von vielen Autoaufbereitern als Dienstleistung angeboten. Während der Ozonbehandlung erzeugt ein spezieller Generator Ozon-Gas (O3) und setzt dieses im Fahrzeug frei. Der Aktivsauerstoff Ozon reagiert mit Mikroorganismen, in diesem Fall mit Geruchsmolekülen und inaktiviert diese. Der ursprüngliche Geruch ist somit nicht nur überdeckt, sondern zerstört. Ozon vernichtet laut den Geräteherstellerangaben selbst extremste Gerüche nachhaltig und dauerhaft. Eine Ozonbehandlung kostet zwischen 50 und 100 €. Übrigens: Wir lüften und beheizen das Wohnmobil regelmäßig, rauchen nicht und haben keine Haustiere an Bord!

Schlagloch: Motor springt nicht mehr an


Quelle: Citroën Bedienungsanleitung
Quelle: Citroën Bedienungsanleitung

Es kann vorkommen, dass das Fahrzeug nach einer Schlaglochfahrt oder einer Vollbremsung ausgeht und sich dann nicht mehr starten lässt. Oft ist hier der ausgelöste "Crash-Sensor" die Ursache, weil er die Dieselzufuhr unterbricht: Im Beifahrerfußraum befindet sich rechts unterhalb des Handschuhfachs eine Abdeckung hinter der sich der Resetknopf "versteckt". Diesen wieder reindrücken und das Fahrzeug sollte wieder anspringen. Der Hinweis auf diesen Schalter und dessen Bedienung steht auch in der Bedienungsanleitung in der Rubrik "Kraftstoff" auf Seite 149. Viele wissen das nicht... 

Wenn HillHolder und Esp ausfallen


Wenn plötzlich die Anzeige "Hillholder/ESP nicht verfügbar" aufleuchtet, sollte man zuerst mal die Zündung ausschalten, warten und dann nochmal einschalten. Das ist unsere persönliche Erfahrung.

 

In einem Kastenwagenforum fand ich noch diesen Hinweis: Unbedingt die Bremslichter überprüfen! Wenn die nicht funktionieren, liegt es meist an einem defekten Mikroschalter am Bremspedal - dann bekommen das Hillholder- und das Stabilisierungsprogramm nicht die benötigten Informationen von der Bremse. Ob das so wirklich so ist, weiß ich nicht.

Zentralverriegelung geht nicht


Wenn die Zentralverriegelung nicht mehr funktioniert, ist häufig die Batterie des Funkschlüssels leer. Wenn sich nach einem Batteriewechsel immer noch nichts tut, sollte man mal für 10-15 Minuten die Fahrzeugbatterie abklemmen (Massekabel reicht) und dann wieder anschließen. Dann fährt der "Fahrzeugrechner" wieder hoch und die Software hat ihre vorherigen Macken oftmals einfach vergessen. Nun sollte eigentlich auch die Zentralverriegelung wieder einwandfrei arbeiten. Nicht vergessen: Die Uhr und das Datum müssen noch richtig eingestellt werden ...

TÜV: Die erste HU nach drei Jahren


Februar 2020: Unser Wohnmobil "Carl Camper" (wir nennen ihn mal beim Namen) war heute bei seiner ersten Hauptuntersuchung (HU). Bei Neufahrzeugen ist diese erste "TÜV"-Vorfahrt nach drei Jahren vorgesehen, erst dann folgen die 2-Jahres-Intervalle. Nur der Vollständigkeit halber hier das Ergebnis: Keinerlei Mängel, keinerlei Beanstandungen oder Hinweise! Alles gut nach 50.000 km. Wir sind zufrieden und haben eine neue Plakette für 117,- € erworben.

Der Ur-Jumper von Citroën, ein Typ H (gebaut 1948-1981) - vermutlich schlecht gewartet!

Reifen für die 15" Stahlfelgen ...


... unser Auto braucht keine "schicken Schuhe" - es ist ein Camper auf SEVEL-Transporter-Basis!

 

Wir haben das Fahrzeug bewusst mit Ganzjahresreifen bestellt, da wir weder zweimal im Jahr die Reifen wechseln wollten, noch bei unserer großen Europareise wussten, was uns erwartet: Es gab Schnee in Skandinavien und auf den Alpen- und Pyrenäen-Pässen genauso wie 40°C im Schatten in Portugal. Für uns sind Ganzjahresreifen zumindest bei einem Wohnmobil ein sehr guter Kompromiss. Zur Sicherheit haben wir aber im Winter einen Satz Schneeketten dabei.

 

Citroën gibt für den Standardreifen 225/70 R15 des "Light"-Fahrwerks folgende Werte in Form eines Aufklebers im Fahrertürrahmen vor: Vorderachse 4.1 bar, Hinterachse 4.5 bar

 

Die Reifen erschienen mir bei diesen Werten anfangs trotz voller Beladung mit ca. 3,4 Tonnen Gesamtgewicht sehr hart. Die Lenkung war zwar super präzise, aber man spürte nahezu jeden Kanaldeckel. Ich bin dann etwa 1 Jahr lang mit 3.8 bar vorne und 4.1 bar hinten gefahren und dann tatsächlich einen etwas höheren Verbrauch und vor allem (an den Außenkanten) deutlich stärker abgefahrene Vorderreifen registriert. Bei Kilometerstand 43.000 km habe ich die Reifen achsweise getauscht, also die Hinterachsreifen nach vorne getan und fahre jetzt wieder mit dem von Citroën vorgegebenen Luftdruck von 4.1/4.5 bar. Allerdings bei warmen Reifen! 

 

Radmutter-Anzugsdrehmoment für Jumper mit Stahlfelgen: 180 Nm!

 

 

Luftdrucktabelle der 15" Ganzjahres-Serienbereifung von Pirelli:

Quelle: Pirelli Deutschland GmbH
Quelle: Pirelli Deutschland GmbH

Ein Satz neue Reifen nach 57.000 km


Wir hatten einen Platten - ein Nagel steckte in der Lauffläche. Zum Glück wurden wir dank des Reifendruck-Kontrollsystems (RDKS) früh gewarnt und konnten gerade noch rechtzeitig eine Werkstatt erreichen. Eigentlich war dort schon Feierabend und alle Hallen belegt, aber ein netter Monteur, der gerade abschließen wollte, war bereit, uns zu helfen. Hebebühne ging nicht, deshalb klassisch mit Wagenheber: In 15 Minuten war trotz Gewitter mit Starkregen das Ersatzrad montiert. Ich hätte das in meinem Zustand kräftemäßig überhaupt nicht geschafft! 

 

Da wir sowieso mit dem Gedanken spielten, langsam neue Reifen nach 3,5 Jahren und 57.000 km aufzuziehen, war jetzt der richtige Moment gekommen. Die Reifen kamen zwar noch locker über den TÜV, aber mit etwa 3 mm Restprofil bei den Vorderreifen hatten wir geplant, spätestens im Herbst neue Reifen zu besorgen. Jetzt war es durch den Platten halt früher fällig. Zwei neue Vorderreifen hätten es getan, aber wir haben alle gewechselt und jetzt besitzen wir noch zwei ordentliche zusätzliche Ersatzreifen für die nächsten Platten.

 

Bemerkenswert finde ich, dass die Pirelli Chrono Four Seasons Reifen nach 57.000 km auf der Hinterachse noch 6 mm Profiltiefe in der Laufflächenmitte hatten. Vorne waren es noch 3-4 mm in der Mitte, aber die Außenränder waren schon sehr abgerubbelt. 

 

Urspünglich wollten wir auf größere 16" Felgen und einen anderen Reifenquerschnitt umsteigen, um etwas an Bodenfreiheit zu gewinnen, aber nachdem wir vom TÜV nach langer Prüfung meiner Fahrzeugdaten (COC u.a.) die Info erhielten, dass das nur mit Einzelabnahme möglich sei, haben wir davon abgesehen. Es bleibt bei R15" und es wird auch wieder ein Ganzjahresreifen werden. Damit kamen wir gut klar und reduzieren den Aufwand und die Kosten für einen zweiten Reifensatz. Im Winter wird das Auto sowieso kaum bewegt. Einige aktuelle Ganzjahresreifen-Tests wurden studiert und schnell war der neue Reifen gefunden: Der Sieger in allen Tests war der Continental VanContact 4Season "C". Es gibt noch eine spezielle "CP" Camper-Version des Reifens mit einer höheren Traglast, die wir jedoch nicht benötigen und die es auch nicht in der Kombination "4Seasons" und R15 gibt! Mit dem Rückbau des Ersatzrads zahlen wir komplett für alles 560,- €. Im Internet gibt es die Reifen zwar günstiger, aber wir wollen den fairen Reifenhändler vor Ort auch fair bezahlen. 

 

Continental VanContact 4Season 225/70 R15 C 112/110R: Beschreibung und Reifendrucktabelle  (Quelle: Continental)

Den richtigen Luftdruckwert werde ich letztlich abhängig von Beladung und Fahrverhalten wählen. Irgendwo zwischen 3.5/4.0 und 3.8/4.3 bar (VA/HA). Die Warngrenzen des Reifendruckkontrollsystems (RDKS) habe ich bereits bei der ersten Inspektion an niedrigere Drücke anpassen lassen.

 

Ich war nach der Montage der Conti-Reifen irritiert, weil die Profilrillen auf der rechten und linken Autoseite parallel laufen und nicht gespiegelt sind. Ich habe mich bei Continental und in einem Forum schlau gemacht: Man nennt dieses Reifenprofil "symmetrisch ungerichtet" - die Reifen haben keinen Rotationsrichtungspfeil und keine "Inside/Outside"-Kennzeichnung und können daher beliebig auf die Felgen aufgezogen werden.

 

Hinweis zur Lagerung des Ersatzrads:

In der Bedienungsanleitung unseres Fahrzeugs und auch im aktuellen Manual wird beschrieben, dass die Ersatzräder auf Stahlfelge mit der Außenseite nach oben befestigt werden sollen. Alufelgen jedoch mit der Außenseite nach unten. Mein Rad auf Stahlfelge wurde demnach gemäß der Bedienungsanleitung ab Werk "falsch" montiert. Ich habe aber ein altes Foto meines Fahrzeugs im Auslieferungszustand gefunden, auf dem die Stahlfelgen-Außenseite auch nach unten zeigt - also so, wie es nach der Bedienungsanleitung NICHT gemacht werden soll. Eine Nachfrage in einem Kastenwagenforum ergab, dass bei allen Fahrzeugen das Ersatzrad auf Stahlfelge gemäß der Bedienungsanleitung "falsch" befestigt wurde: Die Stahlfelgen-Außenseite zeigt nach Werksmontage nach unten - anders als es im Manual steht. Seltsam, dass das noch niemand bemerkt hat.

 

 

Unsere passenden WoMo-Schneeketten für die 225/70R15 Reifen: König XB-16230 für ca. 90,- €. Wir haben sie bislang noch nicht auf Schnee ausprobiert, aber der erste Test-Anziehversuch bei +20° Außentemperatur hat wunderbar geklappt.