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Unsere Schlafplätze der letzten Wochen

Campingplätze, Stellplätze und „Freistehen“

 

Nach mittlerweile sechs Wochen haben wir schon an den verschiedensten Plätzen übernachtet. Den geringsten Anteil machen dabei die klassischen Campingplätze aus, die auch teilweise recht teuer sind...

Ohne Camping-Rabattkarten können da schon mal über 30 € für eine Übernachtung fällig werden. Wir steuern deswegen nur Campingplätze an, die mit der ACSI oder ADAC – Karte rabattiert sind. Die Qualität der einzelnen Plätze in mittlerer Preiskategorie ist sehr unterschiedlich. Neben Stromversorgung, WLAN-Verbindung, Frisch- und Abwasserstation, sind vor allem die Sanitäranlagen das entscheidende Kriterium. Zum Teil sind diese mächtig in die Jahre gekommen. Die Türverriegelung ließ sich schon so manches Mal vor Rost kaum noch schließen oder gar wieder öffnen (wie lange wird es wohl dauern bis Jörg nach mir suchen würde?). Auch einige Duschkabinen möchte man sich wirklich nicht allzu genau ansehen. Und die Tatsache, dass man gefühlt alle fünf Sekunden wieder auf den Drücker hauen muss, um einen neuen lauwarmen Wasserstrahl zu erhalten, trübt das Duscherlebnis, auf das man sich so sehr gefreut hatte. Genauso wenig war mir klar, dass das Vorhandensein von Toilettenpapier und vor allem auch eine vorhandene Klobrille schon zur HIGH-CLASS-Austattung gehört ;-). Die besseren Campingplätze haben das alles. Und bis auf einmal waren alle Sanitäranlagen annehmbar sauber. Fürs Campen gilt halt: man darf kein allzu zartes Pflänzchen sein, dass beim Anblick einer Schimmelfuge gleich einen ausgewachsenen Herpes bekommt. Die Preise liegen mit Rabatt etwa zwischen 11 € (Schnapper!) und 19 €. Und auch niedrigpreisige Plätze können echt toll und liebevoll gepflegt sein.

 

Oft steuern wir ausgewiesene "Stellplätze" an, die wir über verschiedene Stellplatz-Apps finden. Bisher haben wir nur die Online-Versionen dieser Apps – da wir oft Probleme mit dem Internet haben, lohnt sich vielleicht auch die kostenpflichtige Offline-Version.

 

Durch die Angabe der Koordinaten und unsere wunderbare „here“-App zum Navigieren sind die meisten Plätze auch recht gut zu finden. Es gibt eben richtig tolle Stellplätze, bei denen man spürt dass sich die Stadt oder Gemeide wirklich Mühe gibt, den Wohnmobil-Touristen ein angenehmes Übernachtungsplätzchen zu bieten, genauso wie wirklich trostlose Plätze, wie beispielsweise direkt unter einer stark befahrenen Autobrücke, wo nachts die LKW darüberdonnern oder hinter dem Supermarkt, an dem frühmorgens die anliefernden Transporter für Lärm sorgen.

 

Ein Stellplatz gibt einem einfach in manchen Gegenden das gute und sichere Gefühl, nicht allein zu stehen. Genau das kann aber an manchen Orten ganz großartig sein. Nämlich allein und frei irgendwo zu stehen. Zum Beispiel standen wir schon mehrfach direkt an der Küste, mit Blick über das Meer – wo nachts nichts als die tosende Brandung zu hören war. Oder mitten in der Natur zwischen den Bäumen, mit dem nächtlichen Gesang der Nachtigall. Vergangene Woche standen wir ganz allein am CABO ORTEGAL (siehe Titelbild), ein wirklich traumhafter Platz!

 

Freistehen birgt aber immer auch das Risiko, am Abend endlos nach einem geeigneten Platz zu suchen. Für uns haben sich in der Situation schon zweimal Parkplätze vor Krankenhäusern als letzte Lösung erwiesen. Das geht wohl auch nur, wenn man mit einem kleinen und unauffälligen Camper unterwegs ist. Parkplätze vor Sehenswürdigkeiten oder an Kirchen sind auch eine Option, wenn man nichts anderes findet und endlich schlafen möchte.

 

Flyer mit den Verhaltensregeln des Stellplatzes in Chinchila de Aragon, Spanien

Alles klar, oder?

Wir haben uns jedenfalls genau an diese Anweisungen gehalten!

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Kommentare: 4
  • #1

    Hans (Donnerstag, 01 Juni 2017 12:10)

    Hallo ihr beiden

    Es ist nicht alles Gold was glänzt.
    Teure Plätze ist nicht der Garant für saubere Nasszellen​. In unserer Zeit als Camper mit Wohnwagen haben wir auch die tollsten Sachen erlebt. Stehtoiletten, verkalkte duschen wo kaum noch Wasser durchkam, und natürlich Ungeziefer die ihre Runden drehten. Aber wir haben es trotzdem geschafft uns immer auf ein neues Abenteuer einzulassen. Wie heißt es so schön Augen zu und durch.

    LG Hans

  • #2

    Hoizwurm (Freitag, 02 Juni 2017 18:39)

    Nicht lachen, aber ein kleiner Tipp von mir: Bei Friedhöfen gibt es immer Parkplätze und Wasser, ausserdem in der Nacht sehr ruhig!
    Gute Reise!

  • #3

    Jörg Rüblinger (Samstag, 03 Juni 2017 11:43)

    Danke für den Friedhof-Tipp!
    Wir werden es mal testen ;-)

  • #4

    Thomas K (Sonntag, 01 Oktober 2017 18:00)

    Friedhöfe und Kirchen in Westeuropa, oft ruhig, grün eingewachsen und mit Parkplätzen, wenn man halt in der Stadt bleiben muß.
    Polizeistationen, Krankenhäuser, Botschaftsariale, Schulen in "kleinkriminellen" Großstädten, alla Genua oder da, wo man sich nicht freistehen traut, alla Ostanatolien