"Carl Camper"

Unsere mobile Zweiraumwohnung mit 7,5 qm


Clever Vans Tour 540 Klassik Modell 2017 - Kastenwagen

CLEVER VANS Tour 540 Klassik Modell 2017

Hersteller: CLEVER VANS - eine ungarische "Tochter" der PÖSSL-Gruppe

Basisfahrzeug: Citroën Jumper III Kastenwagen Baujahr 2016

Karosserie: L2 H2

Fahrwerk: Light, jedoch aufgelastet auf 3,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht

Maße: L541 x B205/251 x H275 cm, ca. 7,5 m² "Wohnfläche"

Motor: 2.0 Diesel BlueHDI mit AdBlue-Technologie, 130PS, Euro-6, Schaltgetriebe

Lackierung: Eisengrau-Metallic

Bereifung: Standard Stahlfelge, Ganzjahresreifen 225/70 R15

 

 

Unser Durchschnittsverbrauch:

Voll beladen und reisefertig über die letzten 20.000 km ermittelt lag er zwischen 7,8 - 8,2 Liter/100 km je nach Streckenprofil und Fahrweise. Autobahn: 90 - 120 km/h, Landstraße: 80 - 100 km/h.


Fahrzeug-Ausstattung

 

Clever Vans Zusatzpakete 1+2:

  • Paket 1: Klimaanlage, zusätzlicher Airbag, elektrisch verstellbare Spiegel, Tempomat, LED Tagfahrlicht, ESP Traction, Lederlenkrad.
  • Paket 2: zweite Wohnraumbatterie, große Dachhaube vorne, elektrische Zuziehhilfe der Schiebetür (Softlock), elektrische Trittstufe, HeizungssteuerungTruma CP+, Fliegenschutztür, Fahrerhausverdunklung, Fahrerhausteppich (der viel zu klein ist!)

 

Individuelle Nachrüstung durch Händler/Werkstatt:

  • Markise Thule Omnistor 6200
  • Solarpanel Alden 100W mit iBoost 150W
  • Toilettenabsaugung SOG I
  • Gas-Sicherheitsventil Truma DuoControl CS mit Gasfilter für Betrieb während der Fahrt
  • Zusatzschlösser von Heosafe an allen Türen
  • Batterie-Ladebooster Schaudt 25A
  • 2. Gasflasche mit 11kg Füllgewicht
  • Zwei zusätzliche Steckdosen

 

Eigene Nachrüstung:

  • Türsicherung "Knackerschreck" in der Stahlseil-Variante POWERFIX von Lidl für 3.49 € zzgl. Schloss.
  • Teppich: Tretford  Ziegenhaar/Schurwolle. Warm und robust!
  • Kaltschaum-Matratze: 7-Zonen, 16cm, Sommer-/Winterseite im Austausch gegen die viel zu harte Originalmatratze. Update: Wir haben quasi 6 Monate jede Nacht auf der Discountermatratze (Lidl) geschlafen: Sie ist sehr bequem und mit 80 - 90 € mehr als günstig im Vergleich zu anderen "Wohnmobil-Matratzenanbietern". Der passende Zuschnitt ist mit einem scharfen Brotmesser überhaupt kein Problem gewesen.
  • Verdunklungsvorhänge für Fahrerkabine, Bett und Hecktür. Blickdicht und recht gut isolierend.
  • Wind- und Regenabweiser: Climair - ich habe sie seit über 30 Jahren an meinen Fahrzeugen. Super!
  • Knickschutz für Heckfensterrollos, Eigenkonstruktion. Muss sich noch bewähren ... Update: Hat sich bewährt!
  • Schmutzfänger (Reifen) vorne und hinten. Praktisch und schonen Lack und elektrische Trittstufe.
  • Dinetten-Sitzbank: Die sehr schweren und kontourierten Originalpolster wurden gegen individuell angepasste leichte Polster ausgetauscht. Viel mehr Platz und auch der Sitzbankkasten wird schneller von oben erreicht!
  • Handtuch-Trockenstangen (IKEA-Türgriffe "LANSA" aus Edelstahl). Sehen schick aus und sind praktisch.
  • Radio USB/DAB+ Pioneer MVH290DAB - guter Klang für nur 90 € sowie Toyota-Holmantel-Stabantenne Art. 863090H019 für 5,97 € (sehr guter Tipp!)
  • Frischwassertankauslass mit Gardena 1" Hahnstück und Verschlussventil.
  • Innenrückspiegel mit Saugnapf und Fresnel-Streulinse in einem der beiden Heckfenster soll die nicht existierende Heckkamera ersetzen. Zumindest kann man den rückwärtigen Verkehr endlich mal beobachten!
  • Ventilator 12V mit USB-Anschluss im Schlafbereich. Super angenehm und auch sehr leise!
  • Edelstahlhaken für Jacken, Caps und anderes.
  • Abstandsgitter für den vorgeschriebenen Entlüftungsschacht im Gaskasten ermöglicht es den Kasten besser als Laderaum zu nutzen ohne die Sicherheit einzuschränken. Weil viele danach fragen: Wir haben dafür ein stabiles "Stövchen" aus Metall missbraucht.
  • Ladungsicherungsnetz: Wir haben das Laderaum-Schott, also die Trennwand aus Holz entfernt. Sie knarzte und quietschte fürchterlich. Wir haben das Teil durch ein stabiles Ladungsicherungsnetz ersetzt. Top! Auch die Vorräte sind nun viel leichter zu erreichen. Preis. 10 €.
  • Frontscheiben-Außenisolierung: Hindermann Four Seasons für das ganze Jahr. Sie isoliert sehr gut, vermindert im Winter die Kondenswasserbildung und spendet im Sommer Schatten im kompletten Fahrerhaus. Sie ist mit knapp 2kg relativ leicht und klein faltbar. Preis: 90 €.
  • Remis Sonnenblendenadapter: Nur so kann man die Sonnenblenden überhaupt nutzen, wenn man die Remis-Frontscheibenverdunklung montiert hat. Keine Ahnung, warum man diese Distanzstücke für 25,- € als Kunde mühsam nachbestellen und montieren muss und es nicht zum Remis-Verdunklungspaket gehört, für das man sehr viel Geld zahlen muss.
  • Verriegelungs-Nachrüstset für das 700x500 Bügel-Midi-Heki Dachfenster: Endlich! Ohne eine Verriegelung kann sich das große Dachfenster bei Windböen leicht öffnen. Einmal wäre es uns fast abgebrochen. Jetzt gibt es einen Nachrüstsatz von Dometic mit einer Verriegelungsvorrichtung für 25 €. Super!
Clever Vans Tour 540 Klassik

 Fahrzeugübergabe am 13.02.2017

Clever Vans Tour 540 Klassik

So sauber und unversehrt wird er nie mehr sein! Eisengrau: Mal ist er grau, mal etwas blauer - je nach Winkel.

Clever Vans Tour 540 Klassik Modell 2017

Der neue Parkplatz vor dem Haus


Bilder vom Camper und einigen Optimierungen


Wir haben kein Gewichtsproblem !

Wir alle waren gemeinsam auf der Waage.

 

Andrea, Carl und ich standen voll beladen und reisefertig auf einer LKW-Waage:

Inklusive den Ausbaupaketen 1+2, zwei vollen großen Stahl-Gasflaschen, einer 100W Solaranlage, einer schweren Markise, einer Werkzeugtasche, Feuerlöscher, vielen Klamotten, einem schwerem großen Campingtisch und zwei noch schwereren Stühlen, viel Kochgeschirr, einem Fernglas, zwei Kameras mit drei Wechselobjektiven und einem Stativ, einer großen Medikamentenkiste, einem Notebook, Auffahrkeilen und anderem Camping-Kleinkram, diversen Reise- und Campingführern, zwei schweren Falträdern, Nahrungsmittel für mindestens zwei Wochen, 10 Liter Mineralwasser, 10 Liter Fruchtsaft, 10 Liter Milch, mit vollem 90l Dieseltank und 100l Frischwasser und eben uns beiden Menschen an Bord, wogen wir keine 3.200 kg! Das ist richtig gut, denn so haben wir noch mindestens 300 kg Zuladungsmöglichkeit.

 

Wir sind damit auf der absolut sicheren Seite - im Gegensatz zu wohl ganz vielen 6,0 und 6,4 Meter langen WoMo-Kastenwagen. Diese fahren oft am Gewichtslimit oder auch darüber, was sowohl straf- und versicherungsrechtliche Relevanz haben kann, als auch ein reales Sicherheitsrisiko darstellt. Eine sogenannte "Auflastung" wäre aber bei diesen Fahrzeugen unter bestimmten Fahrwerksvoraussetzungen ("Heavy-Fahrwerk") möglich. Die meisten 5,4 m langen Kastenwagen mit "Light-Fahrwerk" haben normalerweise lediglich 3,3 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht im Schein eingetragen. Unser Fahrzeug wurde jedoch schon ab Werk auf 3,5 Tonnen aufgelastet. Wie man sieht, war das die richtige Entscheidung - von wem auch immer. Also: wir haben Luft nach oben!

 

Clever Vans Tour 540 Klassik Modell 2017

Erfahrungen im Alltag mit dem Clever Tour 540

Wir sind superfroh mit der Entscheidung, ein nur 5,4 Meter langes Fahrzeug genommen zu haben. Klar, es ist zu zweit alles ein klein wenig beengt, aber man entwickelt schnell eine Choreografie, um sich im Auto nicht im Weg zu sein. Die Prozesse spielten sich bei uns schnell ein.

 

Hier die Dinge, die wir für erwähnenswert halten:

  • Das Fahrzeug ist sehr handlich und leicht zu fahren!
  • Der Wendekreis ist sensationell klein für ein so "großes" Fahrzeug! Ok, wir haben ja auch einen kleinen Großen.
  • Tolles Fahr- und Lenkgefühl!
  • Der 2.0 Liter BlueHDI Motor, Euro 6 mit 130 PS von Citroën ist für uns mehr als ausreichend. Recht durchzugsstark und auch beim Überholen spritzig genug. An sehr steilen Bergen kann es voll beladen jedoch etwas zäh werden ...
  • Der Verbrauch lag für die ersten 10.000 km bei 9,0 Liter/100km. Update: Nach 24.000 km Gesamtleistung haben wir nun einen errechneten (also nicht vom Bordcomputer übernommenen) echten Durchschnittsverbrauch km von unter 8,3 Liter/100km. Wenn man bedenkt, dass wir die letzten 10.000 km durch Norwegens Fjordlandschaften, die Alpen und die Abruzzen gefahren sind, ist das für die 3,5 Tonnen Gesamtgewicht im Vergleich zu anderen Modellen gar nicht so schlecht, aber ich hatte dennoch weniger erwartet ....
  • Der Motor brummt und dröhnt unter Last ein wenig, aber letztlich sitzt man auch in einem Lieferwagen. Es ist aber nicht störend. Untertourig unter Last mag der Motor gar nicht und das teilt er einem auch mit! Wenn der Motor sich nicht abmühen muss ist er angenehm leise und laufruhig.
  • Ich finde die Schaltung recht hakelig und die Gänge liegen eng beieinander.
  • Der erste Gang ist recht kurz übersetzt.
  • Auffallend finde ich die extrem schlechte "Motorbremse": Bei Bergabfahrten bringt das Herunterschalten in einen niedrigeren Gang so gut wie keine "Bremsleistung" - lediglich der Motor fängt zu Heulen an. Das hat zur Folge, dass die richtige Bremsanlage bei Bergabfahrten recht stark belastet wird.
  • Die Berganfahrhilfe finde ich sensationell gut - ich kannte so eine Technologie bislang nicht: Auch am steilsten Berg einfach von der Bremse auf's Gas - der Wagen rollt für 2-3 Sekunden nicht zurück. Praktisch bei 3,5 Tonnen Gesamtgewicht!
  • Die Standardbereifung 225/70 R15 des Light-Fahrwerks ist uns mit den Allwetterreifen komfortabel genug, allerdings haben wir bislang auch keinen Vergleich.
  • Der elektrisch betriebene Kühlschrank von Vitrifrigo ist nicht gerade lautlos, aber wir können dennoch sehr gut schlafen - obwohl ich Ohren wie ein Luchs habe.
  • Die Original-Citroënsitze sind miserabel für meinen Rücken. Die Sitzfläche ist viel zu kurz, die Rückenlehne auch und hat keinerlei Polsterung im unteren Wirbelsäulenbereich - also nix mit Lordoseunterstützung. Auch mit kleinen Kissen komme ich nur schlecht klar. Vielleicht war es ein Fehler, die beige-schwarzen Seriensitze von Clever wieder gegen die schwarzen Citroënsitze zu tauschen. Aber leider wurden wir vom Händler nicht darüber informiert, dass es sich um zwei völlig unterschiedliche Sitze handelt. Wir dachten, es ändert sich nur die Farbe des Bezugs. Schlechte Beratung, wie ich finde! Update: Ich habe mir mittlerweile eine Lordosestütze für knapp 20,- € geleistet und bin nun einigermaßen zufrieden und  - vor allem - schmerzfrei!
  • Die Windschutzscheiben-Sonnenblenden sind nach Einbau der Remis-Verdunklung für Menschen über 180cm Körpergröße eigentlich nicht mehr wirksam. Der Remis-Kunststoffrahmen sorgt dafür, dass sich die Blenden kaum noch in Richtung Scheibe umklappen lassen und durch die generell etwas zu tiefe Position sieht man dann die Straße nicht mehr richtig. Keine Ahnung, warum das anscheinend sonst noch keiner bemängelt hat ;-) Update: Es gibt als Zubehör für 20,- € von der Firma Remis einen Sonnenblendenadapter, der es ermöglicht, die Sonnenblende komplett nach vorne und auch zur Seite zu klappen. Warum das nicht gleich verbaut wird verstehe ich nicht!
  • Das Fahrzeugkonzept mit der Raumaufteilung überzeugt: Clever Vans hat hier beim "Tour 540" einen guten Job gemacht. Alles sehr praktisch und funktional. Ausreichend Platz auf kleiner Fläche.
  • Die Verarbeitung unseres Clever Vans ist für den Kaufpreis wohl in Ordnung, aber so ganz zufrieden sind wir nicht. Gerade was einige kleine und wenig kostenintensive Details angeht, haben die Wohnmobil-Ausbauer aus Ungarn doch hier und da etwas geschludert. "Schnell zusammenkloppen, um die vollen Auftragsbücher abzuarbeiten" könnte vielleicht das Motto gewesen sein! Ich bin mir recht sicher, das zumindest unser Auto keine richtige Endkontrolle genossen hat ...

Pleiten, Pech und Pannen

Wichtige Info vorab: Wir schreiben hier über unsere ganz persönlichen Erfahrungen und Probleme mit unserem individuellen Fahrzeug Clever Vans Tour 540 Klassik Modell 2017. Nichts von dem, was wir erfahren haben und hier beschreiben, darf verallgemeinert und als "typisch" für die Marken Clever Vans und Citroën angesehen werden.

Hier klicken:

Clever Vans Tour 540 Klassik Modell 2017

Warum es genau dieses Auto wurde:

Anklicken: Tolle 360° Ansicht des Innenraums
Anklicken: Tolle 360° Ansicht des Innenraums

Wohnmobil: CLEVER VANS Tour 540 Klassik

Basisfahrzeug: Citroën Jumper Kastenwagen

Karosserie: L2 H2 (siehe unten)

Maße: L541xB205/251xH275 cm, ca. 7 m² "Wohnfläche"

Motor: 2.0 Diesel BlueHDI/130PS/Euro 6/6-Gang

Ausstattung: Ausbaupakete 1+2, Gasheizung, Kompressor-Kühlschrank, Markise, Solaranlage 100W


 

Wir haben uns bewusst für einen 5,4 m langen Kastenwagen entschieden, der von unserem Händler vorkonfiguriert wurde. Das bedeutet, dass wir keinen großen Einfluss mehr auf Farbe, Ausstattung und Motorisierung hatten. Dadurch reduziert sich aber die, bei individueller Bestellung endlos lange Lieferzeit!

 

Wir bestellten im November 2016 und erwarten das Fahrzeug im Februar 2017. In den Wohnmobilforen lesen wir immer wieder von Kunden, die bis zu einem Jahr auf ihre Fahrzeuge mit Wunschkonfiguration warten mussten.

 

Das Basismodell ist der Citroën Jumper, der äußerlich unverändert ist, aber innen als komplett ausgestattetes Wohnmobil von CLEVER VANS, einer PÖSSL-Tochterfirma in Ungarn ausgebaut wird. Unser Modell Tour 540 ist mit einer Länge von 5,4 m relativ kurz. Es ist aber mit einem 194x140 cm Querschläferbett, einem separaten Minibad mit WC, Waschbecken und Dusche, einer 2-flammigen Kochstelle mit Spüle, sowie einem 75 l Kühlschrank mit Gefrierfach ausgestattet. Wir wollten kein auffälliges, weißes Wohnmobil im klassischen Sinne, also keinen vollintegrierten oder teilintegrierten Camper. Das Querbett hat natürlich einen entscheidenden Nachteil gegenüber einem Längsbett: Die hinten liegende Person muss entweder über die vorne liegende herüberrollen, oder die vordere muss jedesmal Platz machen. Aber anders geht es auf 5,4 m Fahrzeuglänge nicht, wenn man kein Hochdach-Fahrzeug haben möchte und auf ein festes Bett und eine Sitzgruppe Wert legt. Selbst in der 6,0 m-Klasse gibt es nur sehr wenige Ausbauten mit Längsbetten, erst bei den 6,4 m Fahrzeugen hat man eine größere Auswahl.

 

Ein Kastenwagen, zumal wenn er nicht weiß ist, ist unserer Meinung nach auf den ersten Blick und auf große Entfernung nicht sofort als Wohnmobil zu erkennen. Da wir möglichst oft "frei stehen" möchten, war uns das sehr wichtig. Auch bezüglich der Fahrzeuglänge war uns schnell klar, dass wir ein möglichst kompaktes Fahrzeug haben wollen. Mit dem 5,40 m kurzen Wohnmobil kann man gerade noch auf normalen Parkplätzen parken und auch die Mobilität beim Reisen ist wesentlich besser, insbesondere auf kleinen Dorf- und Landstraßen. Kurzum, das Fahrzeug ist voll alltagstauglich und kann auch nach der Reise als "einziges" Auto benutzt werden. Aber diese Entscheidung hat natürlich einen deutlich geringeren Komfort zur Folge: Wir haben zu zweit lediglich knapp 7m² "Wohnfläche" zur Verfügung - verdammt wenig für einen halbjährigen Aufenthalt! Aber wir wollten es ja nicht anders ...

 

Im Video sieht man noch das Vorjahresmodell mit dem klappbaren Waschbecken im Bad. Im 2017er Modell ist das Waschbecken fest installiert - so, wie es in der schönen 3D-Innenansicht zu sehen ist.

 

Ab Modelljahr 2017 gibt es den Tour 540 optional auch mit einem ausklappbaren Schlafdach. Damit wird das kleine Fahrzeug wesentlich familienfreundlicher. Auch die Innenraumaufteilung weicht vom "Klassik" ab.



Die drei "günstigen" Basisfahrzeuge von Sevel

Lassen wir mal die sehr teuren - aber wohl wesentlich zuverlässigeren und hochwertigeren - Kastenwagenmodelle Mercedes Sprinter und VW Crafter aus Kostengründen außen vor, bleiben in der "günstigen" Preisklasse von Wohnmobil-Kastenwagen eigentlich nur der Marktführer Fiat Ducato, der Citroën Jumper und der Peugeot Boxer. Nun, die drei sind bezüglich der Karosserie absolut baugleiche Brüder: Alle drei kommen aus dem SEVEL Werk in Italien. Unterschiede gibt es bei den Motoren (wobei die Motoren von Citroën und Peugeot aus der gemeinschaftlichen PSA-Produktion stammen), sowie beim Innenausbau.

 

Beim Fiat Ducato wird die Abgasnorm Euro 6 aktuell lediglich über eine konventionelle Abgasrückführung (AGR) erreicht. Hinter der Fiat-Lösung mit der Bezeichnung EGR-NSC verbirgt sich eine mehrstufige, gekühlte Abgasrückführung, die versucht, den Stickoxiden auf Kosten einer etwas weniger effizienten Verbrennung schon im Brennraum beizukommen. Der Rest der NOx-Emissionen wird dann in einem Speicher (NSC) aufgefangen und falls dieser voll ist, separat verbrannt. Benötigt wird auch hier eine spezielle Software, die - wie es ganz aktuell in den Medien zu lesen ist - wahrscheinlich ebenso wie beim VW-Konzern eine illegale Manipulationssoftware zur Verfälschung der Messwerte ist. Das AGR-System ist zwar deutlich weniger komplex als ein SCR-Kat mit AdBlue-Einspritzung wie bei den PSA-Motoren, aber man muss bei der Fiat-Lösung einen deutlich höhreren Verbrauch in Kauf nehmen. Sonderlich zukunftsträchtig erscheint mir das (unabhängig von der unsäglichen Manipulation durch die Software) nicht zu sein!

 

Weiter geht da die wohl zur Zeit sinnvollere Technik beim Citroën Jumper und Peugeot Boxer mit SCR-Katalysatoren und AdBlue-Harnstoffeinspritzung, die wohl auch noch für einen deutlich reduzierten Gesamtverbrauch sorgen soll.

 

Die neuen AdBlue Euro 6 Motoren werden im Wohnmobilsektor erst ab Dezember 2016 auf dem Markt erhältlich sein. Allerdings gibt es diese Motoren nur mit einem 6-Gang-Schaltgetriebe. Wer ein Automatikgetriebe haben möchte, dem bleibt nur der Fiat-Motor. 

 

Abgasnorm Euro 6:

Lediglich im Nutzfahrzeug-Bereich (Fahrzeugklasse N) erreicht man mit der Fiat-AGR "gerade noch" die geforderten Werte (nur mit Schummelsoftware ?), da es laschere Grenzwerte für Nutzfahrzeuge gibt. Die Grenzwerte nach Euro 6 für Klasse-N Fahrzeuge entsprechen ziemlich genau den Euro 5 Werten der Klasse M für PKW. Und genau das nutzt Fiat aus. Wohnmobile gehören eigentlich Fahrzeugklasse M und daher wird Fiat AGR Euro 6 Motor nicht mehr lange anbieten können. Citroën hatte natürlich das gleiche Problem: Euro 6 M war mit dem alten "Puma"- Motor von Ford nicht mehr zu schaffen, deshalb haben sie im Jahr 2016 die aus dem PKW-Bereich bewährten AdBlue-Motoren übernommen. Aber Fiat fährt bei der Umrüstung auf Euro 6 Motoren zweigleisig: Pkw-Modelle wie der Kombi werden mit SCR/AdBlue-Technik, bei den Basisfahrzeugen für Wohnmobilen ist es noch die Niederdruck-Abgasrückführung (LPEGR) ohne die Harnstoff-Einspritzung. Gründe hierfür könnten die - gegenüber Citroën und Peugeot - wesentlich höheren Preise sein. Die momentane Preisdifferenz beträgt genau 2.000 €. Wenn Fiat hier auch die AdBlue-Variante anbieten würde, kämen nochmals ca. 1000 € hinzu. (Stand Frühjahr 2017)

BlueHDI-Technologie mit Harnstoffeinspritzung:

Wir hoffen, dass wir uns mit der Entscheidung, einen Euro 6 Motor mit SCR-Technologie mit AdBlue Einspritzung zu ordern, für die zur Zeit wohl umweltfreundlichste Variante eines Dieselmotors entschieden haben. Die neuesten Dieselskandal-Enthüllungen beunruhigen uns, aber Elektroantrieb bei Wohnmobilen wird es jedoch leider in absehbarer Zeit wohl nicht auf dem Markt geben.



Das "Prospekt-Versprechen" von Citroën

... für das leere, unausgebaute Basis-Fahrzeug:

 

"Mit dem BlueHDi 130, der eine Leistung von 96 kW/130 PS bei 3.750 U/min sowie ein maximales Drehmoment von 350 Nm bei 1.750 U/min aufweist, hat der Citroën Jumper eine weitere sparsame, effiziente Motorisierung im Programm. Der neue Motor ist mit einem manuellen 6-Gang-Getriebe ausgestattet und kann zudem optional mit Stop&Start-Technologie bestellt werden. Gesamtverbräuche von 5,8 l/100 km bzw. 5,7 l/100 km (Stop&Start) sowie kombinierte CO2-Emissionen von 153 g/km bzw. 149 g/km (Stop&Start) sind ein Beleg für Wirtschaftlichkeit und Umweltschonung. Im Vergleich zu ihren Vorgängermotorisierungen mit Euro 5-Norm, dem HDi 130 sowie dem e-HDi 130, bedeuten sie auch einen um ca. 17% geringeren Verbrauch." (Quelle: www.citroen.de)

 

Seltsam ist schon, dass an einer anderen Stelle auf der offiziellen Website beim Jumper BlueHDI L2H2 130 PS andere Angaben zu finden sind: Verbrauch 6,0 - 6,4 l/100km, sowie 158-168 g/km CO2-Emission. Wir sind gespannt, wie die echten Verbrauchswerte des ausgebauten und voll beladenen Wagens mit einem Gesamtgewicht von knapp unter 3,5 Tonnen sein werden. Da bekanntermaßen die Herstellerangaben nie stimmen und das Zusatzgewicht berücksichtigt werden muss, wäre ich recht zufrieden, wenn der tatsächliche Verbrauch deutlich unter 9 l/100km liegen würde. Ich bin gespannt, denn ich bin ein wahrer Meister der sparsamen und dennoch flüssigen Fortbewegung. Fakt ist aber, dass es zur Zeit wohl so gut wie kein verbrauchs- und emissionsärmeres Fahrzeug in dieser Größen- und Gewichtsklasse auf dem Markt gibt.

 

Update November 2017: Laut einem Abgastest unter Realbedingungen der Zeitschrift "Promobil" ist der NOx Ausstoß des Citroën BlueHDI mit 163 PS jedoch höher als der des 130 PS Fiats mit AGR-System und wesentlich höher las bei den ebenfalls getesteten VW- und Mercedes-Transportern! Der bei unserem Fahrzeug verbaute 130 PS Citroën-Motor wurde jedoch nicht getestet. Trotzdem frustrierend. Man vermutet, dass die AdBlue Einspritzmenge zu niedrig ist.

 

Und hier der tatsächliche (momentane) Verbrauch: 8,1 Liter/100km nach mehr als 20.000 km. Auf den ersten 10.000 km lag er bei knapp unter 9 l/100km, auf den letzten 10.000 km meist zwischen 7,8 und 8,3 Liter/100km. Das Fahrzeug war immer voll beladen mit einem Reisegewicht von ca. 3.3 Tonnen.

 

Update Februar 2018: Die Hardware-Nachrüstung von "alten" Euro5 Diesel-Motoren ist laut einem ADAC-Feldversuch - im Gegensatz zu den günstigen "Softwarelösungen", die die Automobil-Hersteller empfehlen - anscheinend doch technisch problemlos möglich und sehr effizient.