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Coronavirus: Reisen mit dem Wohnmobil?


Nein !

Info: Das Foto mit der OP-Maske ist kein "möchtegern-witziges-Corona-Bild". Es ist ein Selfie aus 2018. Ich lag fünf Wochen in einem Klinik-Isolierzimmer. Die Coronavirus-Pandemie nehme ich mit all ihren Einschränkungen sehr ernst, denn ich gehöre zu den Hochrisikopatienten. Hier gibt's auch keine laienhaften Tipps und Empfehlungen für den Umgang mit bzw. den Schutz vor SARS-CoV-2, sondern lediglich Informationen, die Auswirkungen auf das Reisen mit dem Wohnmobil haben (könnten). 

Aktuelle Informationen für Wohnmobilisten


Stand 02.04.20

 

Die Bundeskanzlerin rät von Osterbesuchen dringend ab. In Mecklenburg-Vorpommern geht man einen Schritt weiter: Von Karfreitag bis Ostermontag sind auch für Einheimische keine Tagesausflüge erlaubt, dazu gehören insbesondere Ausflüge auf die Inseln, an die Ostsee-Küste und an die Seenplatte. Menschen aus anderen Bundesländern dürfen weiterhin nicht nach Mecklenburg-Vorpommern einreisen, es sei denn, man hat in Mecklenburg-Vorpommern beruflich und gewerblich zu tun. Ausdrücklich ausgeschlossen sind Tagesausflüge und Urlaubsreisen. Familienbesuche sind laut Ministerpräsidentin Schwesig nur dann gestattet, "wenn es die Kernfamilie betrifft, also die Kinder, die Eltern und die Großeltern". Bei Zuwiderhandlung können Strafen bis 5.000 € verhängt werden.

 

Das RKI empfiehlt aktuell nun doch für alle Menschen das Tragen von Masken in der Öffentlichkeit. Allerdings sollen medizinische Masken (OP/FFP2/FFP3) ausschließlich medizinischem Personal zur Verfügung stehen. Privatpersonen sollten sich möglichst mit selbstgenähten Stoffmasken versorgen, um die Versorgungs-Situation beim Krankenhauspersonal nicht noch zusätzlich zu verschlechtern.

 

In Marokko hängen immer noch viele Camper fest. Vereinzelt werden aber Fähren ausschließlich für den Wohnmobil-Transfer eingesetzt. Die Tickets kosten ab 1.200 € - normalerweise liegt der Preis bei deutlich unter 200 €!


Stand 28.03.20

 

Die Bundesregierung verlängert das "Kontaktverbot" vorerst bis 19.04.20. Bis dahin soll es keine Lockerungen der Einschränkungen geben. Ganz Österreich und die Ile-de-France werden zum Risikogebiet erklärt. Italien verschärft die Einreisebestimmungen drastisch. Selbst wenn keine Symptome für Covid-19 vorliegen, muss sich die einreisende Person bei den örtlichen Gesundheitsbehörden melden und 14 Tage lang in Selbstisolation gehen.

 

In vielen Wohnmobilforen sind "Lieferungsverzögerungen" von neuen Wohnmobilen oder das "verfallende Fährenticket nach Korsika" für viele Foristen ein echtes Problem - unglaublich, welche Sorgen manche Menschen haben, während Hunderttausende um ihre gesundheitliche und finanzielle Existenz bangen oder im Gesundheitswesen und in der Versorgungsbranche tausende Menschen jetzt schon am Ende ihrer Kräfte sind!


Stand 26.03.20

 

Ab heute müssen in Spanien sämtliche Unterbringungsmöglichkeiten für Touristen schließen. Der Grund ist der Ausnahmezustand, in dem sich das Land wegen des Coronavirus befindet. Das staatliche Dekret schließt alles vom Hotel über die Ferienwohnung bis zum Campingplatz ein. Wenn man bedenkt, dass jeden Winter allein über 50.000 deutsche Camper auf der Iberischen Halbinsel überwintern, wird das ein echtes Problem für die Betroffenen. Die Urlauber wurden jetzt aufgefordert das Land umgehend zu verlassen. In Spanien gibt es folgende Regeln: man darf sein Fahrzeug nur alleine, also als Einzelperson verlassen. Das Gleiche gilt fürs Betreten eines Supermarktes oder einer Tankstelle. An der Zapfsäule wird erwartet, den Tank voll zu tanken, um möglichst selten anhalten zu müssen. Der Mindestabstand von zwei Metern zur nächsten Person ist unbedingt einzuhalten. An vielen spanischen Raststätten sind die Toiletten aus hygienischen Gründen geschlossen worden!

 

Auch in Marokko halten sich mehrere Hundert deutsche WoMo-Reisende mit ihren Fahrzeugen auf und haben Schwierigkeiten, das Land zu verlassen. Die EU-Grenzen auf dem afrikanischen Kontinent sind geschlossen. Von den spanischen Exklaven auf dem afrikanischen Kontinent, Ceuta und Melilla, nehmen viele Reisende normalerweise die Fähre zum europäischen Festland. Momentan ist das anscheinend nicht mehr möglich!  Und auch im Landesinneren Marokkos ist die Bewegungsfreiheit mittlerweile stark eingeschränkt. Mehr als 300 Wohnmobile stecken in doppelreihigen Schlangen auf der Straße nach Ceuta oder im Hafen fest. Sowohl die Versorgung als auch die "Entsorgung" der Toiletten stellt bereits jetzt ein großes Problem dar. Darüber hinaus hat die Regierung in Madrid erklärt, man werde keine Durchfahrt von Wohnmobilfahrern mehr gestatten, auch wenn es sich um EU-Bürger handelt.

 

Das Bundesgesundheitsministerium rät grundsätzlich von Reisen innerhalb Deutschlands ab. Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern untersagen ganz offiziell die Einreise von "Urlaubern". 


Stand 22.03.20

 

Alle Bundesländer: Die Ministerpräsidenten haben sich heute mit Bundeskanzlerin Angela Merkel auf folgende Leitlinien zur Beschränkung sozialer Kontakte im Kampf gegen das Corona-Virus verständigt. Es handelt sich um ein Kontaktverbot mit verbindliche Regeln und nicht um Empfehlungen: Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstands sind auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren. In der Öffentlichkeit ist ein Mindestabstand von mindestens 1,5 m (besser 2 m) einhalten. Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist nur alleine, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands gestattet. Der Weg zur Arbeit, zur Notbetreuung, Einkäufe, Arztbesuche, Teilnahme an Sitzungen, erforderlichen Terminen und Prüfungen, Hilfe für andere oder individueller Sport und Bewegung an der frischen Luft sowie andere notwendige Tätigkeiten bleiben weiter möglich. Gastronomiebetriebe werden geschlossen, Ausnahme: Lieferung und Abholung. Diese Maßnahmen sollen eine Geltungsdauer von mindestens zwei Wochen haben. (Quelle: Bundesregierung.de)

 

Italien, Spanien, Frankreich und Belgien verlängern die Ausgangssperren. In Italien werden zusätzlich alle nicht systemrelevanten Betriebe geschlossen. In Österreich, den Niederlanden, Slowenien und Portugal gelten bislang ebenfalls nur Ausgangsbeschränkungen. In Tschechien ist eine Gesichtsbedeckung in der Öffentlichkeit Pflicht. Die baltischen Staaten haben lediglich den Notstand ausgerufen, es gibt noch keine Ausgangsbeschränkungen. Schwedens Regierung sieht das Thema "Corona-Virus" immer noch recht locker: Es gibt bislang keine Einschränkungen im Alltag...


Stand 21.03.20

 

Bayern verhängt eine landesweite Ausgangsbeschränkung: Der bayerische Ministerpräsident M. Söder hat bekanntgegeben, dass ab 20.März, 24 Uhr die Ausgangsbeschränkung für vorerst 14 Tage gilt. Die Bevölkerung in Bayern darf die Wohnungen und Häuser nur verlassen für Einkäufe, Arzt- und Apothekenbesuche, für die Unterstützung anderer, Besuche von Lebenspartnern. Das ist jedoch nur alleine oder mit Familienangehörigen möglich. Sport und Bewegung an der frischen Luft sei noch möglich, wenn ein Mindestabstand von 1,5 Meter eingehalten wird. Für Sonntag, 22. März ist im Bundeskabinett eine Sondersitzung vorgesehen, um über eine bundesweite Ausgangsbeschränkung zu diskutieren.

 

Falls momentan noch Wohnmobisten im eurpäischen Ausland unterwegs sind und nach Hause wollen: ADAC-Hinweise zur aktuellen Situation. 


Stand 19.03.20

 

Vom Reisen innerhalb Deutschlands wird abgeraten. Nach der gestrigen Ansprache von Bundeskanzlerin Merkel sieht das Leben in Deutschland anders aus: Alle Bürger wurden aufgefordert, in der Öffentlichkeit und am Arbeitsplatz mindestens einen Meter Abstand zueinander zu halten und nur noch zum Einkaufen und wenn man arbeiten muss, das Haus bzw. die Wohnung zu verlassen. Reiserückkehrer aus Risikogebieten sollen sich für 14 Tage in eine freiwillige Selbstquarantäne begeben. Der Deutsche Bundestag diskutiert die eventuelle Anordnung einer generellen Ausgangssperre, wenn sich die Bevölkerung nicht an die dringenden Empfehlungen der Kanzlerin hält. Mit Ausnahme des Saarlands sind bundesweit mittlerweile alle Campingplätze geschlossen. Das österreichische Bundesland Tirol wurde komplett unter Quarantäne gestellt. In Frankreich werden die Strände am Mittelmeer gesperrt, um die Ansammlung von Menschen zu unterbinden. Für die französische Atlantikküste wird das in den nächsten Tagen eventuell auch in Erwägung gezogen. Italien meldet heute in der Summe mehr Corona-Todesfälle als China!  


Stand 18.03.20

 

In folgenden Bundesländern werden Camping- und Stellplätze bis auf Weiteres geschlossen: Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen, Berlin, Brandenburg, Die "touristische Einreise" nach Schleswig-Holstein wird untersagt. Touristen dürfen das Bundesland ab Mittwoch (18.03.) nicht mehr betreten. Das hat die Landesregierung am Dienstagnachmittag (17.03.) beschlossen. Außerdem beschloss die Landesregierung, dass die Restaurants in Schleswig-Holstein ab Mittwoch (18.03.) vollständig geschlossen werden. Das Auswärtige Amt rät von nicht notwendigem Reiseverkehr ab. Die Bevölkerung muss sich auf teils erhebliche Einschränkungen in ihrer Bewegungs- und Reisefreiheit einstellen. 


Stand 17.03.20

 

Die Bundesregierung spricht eine weltweite Reisewarnung aus! Da Deutschland mittlerweile zu den Hauptrisikoländern gehört, sind vor allem Deutsche von massiven Reisebeschränkungen betroffen. Das RKI stuft die Gefährdungslage jetzt als "hoch" ein. Die EU erwägt einen 30-tägigen Einreisestopp. Jetzt haben zumindest in den Wohnmobilforen scheinbar alle verstanden, dass es vorerst keine Reisen mehr gibt - das sah vor ein paar Tagen noch anders aus. Viele Reisende, die noch unterwegs sind, haben ernsthafte Probleme nach Hause zu kommen.


Stand 16.03.20

 

Warum es Sinn macht, erstmal zu Hause zu bleiben: Coronavirus Ausbreitungs-Simulator (Erste Simulation der Washington Post auf englisch). Hier eine deutschsprachige Simulation vom Bayerischen Rundfunk vom 20.03.20.


Stand 15.03.20

 

Deutschland macht die Grenzen für den Individualverkehr dicht! Lediglich die deutsch-niederländische Grenze ist noch offen. Deutsche Ostsee- und Nordseeinseln werden "abgeriegelt". Touristen werden gebeten, die Inseln zu verlassen. In vielen deutschen Städten gibt es bereits "Shutdowns" - das öffentliche Leben wird herunter gefahren: Veranstaltungen werden abgesagt, Kirchen, Volkshochschulen, Schwimmbäder, Sport- und Freizeiteinrichtungen, Fitnessstudios werden geschlossen, Nachtclubs und Restaurants erleben massive Kürzungen der Öffnungszeiten. Besuchszeiten für Angehörigen von Patienten oder Bewohnern von Alten- und Pfelgeheimen werden reglementiert, vereinzelt ist der Besuch sogar verboten. Schulen, Universitäten und Kindergärten werden geschlossen. Der Flugverkehr in Europa wird ebenfalls dramatisch eingeschränkt. Die Deutsche Bahn arbeitet bereits Notfallpläne aus und verzichtet im Nahverkehr auf Fahrkartenkontrollen. Estland und Litauen schließen ebenfalls ihre Grenzen. Lettland hat eine Notstandsverordnung erlassen, wonach für Einreisende aus Deutschland eine 14-tägige häusliche Quarantäne vorgeschrieben ist. In Slowenien müssen Deutsche an der Grenze ein SARS-CoV-2 Negativzertifikat in slowenischer, italienischer oder englischer Sprache vorweisen, das nicht älter als drei Tage sein darf.


Stand 14.03.20 

 

Fakt ist, dass in Europa viele Länder momentan die Einreise verbieten, bzw. erschweren und man auch das Pech haben kann, als "Tourist vor Ort" aus bestimmten Regionen nicht mehr herauskommen zu können:  

Am 11.03.2020 hat das Robert Koch Institut (RKI) in Frankreich die Region Est als Risikogebiet eingestuft. Das Gebiet umfasst das Elsass, Lothringen und Champagne-Ardenne. Tirol wird mittlerweile ebenfalls als Risikogebiete eingestuft. In Spanien werden einige Gemeinden in Katalonien Sperrzone sowie Madrid als Riskogebiet erklärt.

Am 10.3.2020 hatte das RKI bereits ganz Italien zum Risikogebiet ernannt. Bereits am 8. März 2020 hatte Italiens Regierung erste Reisesperren verhängt. Zunächst wurden nur einige Regionen als Quarantänegebiet deklariert, mittlerweile darf man in ganz Italien nur ein- und ausreisen, wenn man über eine Ausnahmegenehmigung verfügt. Diese Regelung gilt bis vorläufig zum 3. April 2020. Grenzübergänge nach Italien im Schweizer Kanton Tessin sind mittlerweile geschlossen. Die Slowakei will keine Ausländer mehr ins Land lassen, Slowenien hat die Grenze nach Italien für den privaten Verkehr geschlossen. Tschechien hat für Deutsche ebenfalls die Grenzen dicht gemacht. Wer nach Bosnien-Herzegovina, oder Nordmazedonien möchte, muss sich in eine zweiwöchige Quarantäne begeben. Auch Polen und Dänemark lassen momentan keine "Ausländer" mehr ins Land und Frankreich hat anscheinend für die nächsten Tage auch verschärfte Grenzkontrollen geplant. In Deutschland schließen schon vereinzelt Camping- und Stellplätze.

 


 

Seit Kurzem hat sich das tägliche Leben und logischerweise auch das Reiseverhalten und die Urlaubsplanungen für fast alle Menschen geändert. Unabhängig von der allgemeinen dramatischen Situation beschäftigt die "Seuche" aber auch ganz konkret viele Wohnmobilisten: In allen mir bekannten Camping-Foren gibt es aktuell zum Thema "Wohnmobil und Coronavirus" sehr viele Beiträge. Oftmals mehr oder weniger sorgenvolle, manchmal panische Kommentare und Fragen, aber leider auch sehr viele verharmlosende und naive, bzw. dämliche Beiträge uninformierter Foristen zur Coronavirus-Situation sind dort zu lesen. Ich denke, dass zumindest die Einschränkungen, die die privaten "Urlaubsreisen" von Wohnmobilfahrern angehen, gar kein Problem in Anbetracht der Gesamtsituation darstellen sollten! Wenn wir die Epedemie bzw. Pandemie wenigstens zeitlich einigermaßen abschwächen wollen, sollten wir alle den Empfehlungen der Fachleute folgen und Sozialkontakte weitgehend meiden und alle einschlägigen Hygienevorschriften beachten. Es macht jetzt wirklich Sinn, einfach mal zu Hause zu bleiben! Einige "Camper" sehen das jedoch (noch) anders... Stand 14.03.20