· 

Klimawandel und Wohnmobilreisen - ein Konflikt?


Wohnmobil Europareise CO2 Emission
Der trockene "Jahrhundertsommer" 2018. 2019 war es leider auch nicht kühler und feuchter...

"Klimawandel" gab es schon immer" hört und liest man oft. Das stimmt, aber es es handelt sich bereits um eine Klimakrise, die der Mensch verursacht hat! Seit 800.000 Jahren war der CO2-Anteil in der Atmosphäre nicht mehr so hoch wie jetzt! Und die größte Temperaturzunahmen haben wir seit dem der Mensch fossile Brennstoffe im industriellen Ausmaß nutzt. In den vergangenen fünfzig Jahren ist die globale Durchschnittstemperatur pro Jahrzehnt um 0,2 Grad gestiegen - klingt erstmal nicht dramatisch - ist es aber, denn der Anstieg ist 40-mal schneller als nach der letzten Eiszeit.

 

Ich lese häufig (und schreibe ab und an) in diversen Wohnmobilforen. Es fällt mir auf, dass erstaunlich viele aktive WoMo-Foristen den menschengemachten Klimawandel leugnen oder zumindest verharmlosen. Klar, auch ein Wohnmobilforum ist irgendwo ein Spiegel der "Gesellschaft", aber bei einigen Kommentaren habe ich den Eindruck, dass man sich keinesfalls den Spaß am "Umherfahren" mit dem tollen Wohnmobil vermiesen lassen möchte. Manchmal werden die wildesten Verschwörungstheorien aufgestellt, um sich ja keine Gedanken über eine mögliche Verhaltensänderung machen zu müssen.

 

Seit mehr als 15 Jahren beschäftige ich mit dem Thema "Klimaveränderung" und habe unzählige Studien und wissenschaftliche Berichte darüber gelesen. Und zwar Artikel von vielen Wissenschaftlern, die sich sicher sind, dass dem weltweiten Temperaturanstieg anthropogene Faktoren zugrunde liegen (durch verstärkte Freisetzung von CO2 auf Grund der Verbrennung fossiler Energieträger) und auch die Veröffentlichungen von einer Minderheit von Wissenschaftlern, die entweder keinen oder nur einen sehr geringen Zusammenhang mit der menschlichen Verhaltensweise und dem Verbrauch fossiler Energieträger sehen. Ich muss gestehen, dass das Thema "Klima" sehr komplex und recht verwirrend für mich als Laien, aber anscheinend auch für einige Klimaforscher ist.

 

Für mich persönlich gibt es jedoch mittlerweile nicht den geringsten Zweifel am anthropogenen Klimawandel und einem schnellen Handlungsbedarf, wenn wir eine Katastrophe für die nächsten Generationen einigermaßen abwenden wollen.

 

Das Killerargument für's "Nichtstun", dass der Einzelne (oder der "Deutsche") angeblich daran nichts ändern kann, weil es ein globales Problem ist, kann ich gar nicht nachvollziehen. Ich bin für mich und mein Handeln verantwortlich und der vielzitierte "Chinese" oder "Inder" eben für seine jeweiligen Verhaltensweisen. Aber selbst nichts zu verändern und auf die Reaktion der anderen zu warten, geht gar nicht. Für die deutsche Wirtschaft war es auch immer gut, bei Innovationen ganz vorne zu sein, um dann (wie bisher) vom Export in andere Länder zu profitieren. Jeder sollte bei sich anfangen - ganz nach Mahatma Gandhi: "Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt!".

 

Ich gehöre zu den Menschen, die sich über eine Verhaltensänderung im Bereich der Mobilität und des Konsums Gedanken machen. Aber:

 

Konsequent bin ich nicht! Auf Reisen möchte ich nicht verzichten, ich versuche jedoch Kompromisse einzugehen: 

 

Verzicht auf Flugreisen und Kreuzfahrten, mit dem Wohnmobil weniger Kilometer zurücklegen als bisher, möglichst sparsam fahren und bei allen Kurzstrecken öffentliche Verkehrsmittel, das Fahrrad (in meinem Fall leider nur sehr eingeschränkt möglich) oder eben die Füße nutzen. Und nicht zuletzt mache ich zumindest rechnerisch eine jährliche komplette "Kompensation" meiner errechneten CO2 Gesamt-Emission durch eine finanzielle Unterstützung von Klimaschutzprojekten (siehe unten).

"Klimawandel" - Karikaturen von Gerhard Mester

(This work is free and may be used by anyone for any purpose. Wikimedia Foundation has received an e-mail confirming that the copyright holder has approved publication under the terms mentioned on this page.)

Erster Blogartikel vom März 2019:

Kann man noch "Nur zum Spass" Autofahren...


... wenn man den Zusammenhang von anthropogener "Treibhausgas"-Emission und der daraus resultierenden Klimaveränderungen verstanden hat?

 

Mit einem schweren Wohnmobil einfach so durch die Gegend fahren, weil man sich den Luxus leisten und sich "etwas Schönes gönnen" möchte? Reisen und Urlaub machen auf Kosten des Weltklimas? Schwierige Fragen, die sich eigentlich jeder stellen müsste.

 

Ok, ich oute mich: Ich habe ein schlechtes Gewissen - wirklich! Und das aus gutem Grund. Deshalb kann ich für mich die Eingangsfrage beantworten: Ja, es ist ein Konflikt, in dem ich mich befinde! 

 

Seit meiner Jungendzeit versuche ich, mich einigermaßen „umweltverträglich“ zu verhalten – es klappt aber einfach nicht so, wie ich es gerne hätte. Nicht annähernd und schon gar nicht mit der nötigen Konsequenz. Ich denke, dass wir Menschen uns wirklich in allen Lebenslagen stark einschränken müssen, wenn wir den Planeten für die nächsten Generationen wenigsten ein wenig so erhalten wollen, wie wir ihn übernommen haben, plagt mich das schlechte Gewissen! 

 

Vor 20 Jahren habe ich den Zusammenhang von CO2 Ausstoß und Treibhauseffekt verstanden und verzichte seither konsequent auf das Fliegen. Jetzt kann man sagen: "Der Rüblinger, der ist ja auch schon um die ganze Welt geflogen – der hat leicht reden". Stimmt einerseits, andererseits habe ich viel weniger Länder bereist, als ich es gerne gemacht hätte. Der Grund ist ein anderer: Ich versuche, in möglichst vielen Bereichen meines Lebens, mich in Abhängigkeit meines jeweiligen Wissens- und Kenntnisstands zu verhalten. Wenn ich etwas verstanden habe, bemühe ich mich (so es irgendwie geht, bzw. so gut ich es kann) entsprechend zu handeln und zu agieren.

 

Ich versuche, mich in meinem Konsumverhalten dort einzuschränken wo es mir möglich ist, auf viele Dinge verzichte ich bewusst – auch wenn es manchmal schwer fällt.

 

Ich fliege seit 20 Jahren aus Klimaschutzgründen nicht mehr, esse ungefähr genauso lange extrem wenig Fleisch, reduziere meinen Strom-, Gas- und Wasserverbrauch wo es nur geht, konsumiere generell sehr wenig und wenn, dann möglichst nachhaltig. Ich vermeide möglichst konsequent „unnötige“ Fahrten mit dem Auto im Alltag und nutze, wo es geht, den öffentlichen Nahverkehr. Und ich habe keine Kinder in die Welt gesetzt...

 

Wenn jetzt der Einwand kommt, dass man mit diesem Lebenstil und Konsumverhalten auch nur sehr wenig zum Wirtschaftswachstum beiträgt: Stimmt! In Sachen "Wachstum" müssen sich auch weltweit die Wirtschaftssysteme ändern! "Immer mehr" und "immer größer" ist nicht möglich, weil "Ressourcen" nunmal begrenzt sind. Das gilt auch für das Fortplanzungsverhalten der Menschenheit: Die Säugetierart Homo sapiens hat bald ihre maximale Populationsdichte für ihren Lebensraum erreicht und dann greifen halt evolutionäre (oder anthropogene) Faktoren zur Verminderung der Individuenzahl. Lebensraum, Rohstoffe und Nahrungsmittel sind nun einmal bergrenzt!

 

Wir haben uns trotzdem ein kleines Wohnmobil gekauft! Spätestens jetzt klingt es und ist es vielleicht unglaubwürdig, verlogen oder zumindest egoistisch: Ja, ich fahre Auto. Aber eigentlich "nur", um ab und an zu Reisen. Ich komme nämlich wegen meines gesundheitlichen Zustands nicht mehr überall hin. Ich kann nicht mehr weit zu Fuß gehen, kaum noch mit dem Fahrrad fahren auch nicht ewig mit dem Zug und Bus reisen, weil ich mein Gepäck nicht weit tragen kann. Aber ich kann noch mit einem Auto fahren. Noch ...

 

Und dann gleich ein 3,5 Tonnen schweres Wohnmobil mit Dieselantrieb? Ja, denn man kann noch keine Kastenwagen mit E-Antrieb kaufen! Unser Fahrzeug ist zwar für diese Gewichtsklasse mit < 8 Liter Verbrauch auf 100 km recht sparsam und hat auch die Euro 6 Abgasnorm, aber es ist, was es ist: Ein Auto mit Diesel-Verbrennungsmotor. Eigentlich war mein Plan, mir ein kleines E-Mobil für den Nahverkehr zu kaufen, weil ich mittlerweile sehr schlecht gehen kann, aber es kamen andere Lebensumstände dazwischen: Durch die Begegnung mit Andrea, meinem Umzug aus dem Rhein-Main-Gebiet ins niedersächsische-niederländische Grenzgebiet und meinem immer schlechter werdenden Gesundheitszustand haben sich die Pläne und Ziele für mein "verkürztes Restleben" verändert: Ich will noch ein wenig mit Andrea "erleben" und dazu gehört auch das Reisen, solange ich noch dazu in der Lage bin. Purer Egoismus oder der verständliche Wunsch eines chronisch Kranken mit Herzschwäche und stark eingeschränkter Lebenserwartung? Ich kann es nicht sagen...

 

Lieber wären mir - wie ich es früher oft gemacht habe - ausgedehnte Fahrrad- und Rucksacktouren gewesen, aber das schaffe ich körperlich eben leider schon lange nicht mehr. Ich hätte mich (konsequenterweise) auch dafür entscheiden können, künftig einfach nur noch zuhause zu bleiben. Aber das wollte ich dann doch nicht. Also habe ich mir ein "kleines" und vergleichsweise recht sparsames Wohnmobil gekauft, um die Orte zu erreichen, die ich gerne (noch) einmal sehen wollte.

 

Das ist nichts anderes als reiner Egoismus - ich weiß!

 

Aber es ist wie immer in meinem Leben: Entscheidungen erfordern ein Abwägen und sie sind oft mit Kompromissen verbunden. Und genau deswegen habe ich tatsächlich ein schlechtes Gewissen!

 

Um damit einigermaßen umgehen zu können, führe ich mein ganz bewusst stark eingeschränktes Konsumverhalten fort, bemühe mich so wenig Energie wie möglich zu verbrauchen, fliege auch weiterhin nicht und werde ab sofort meinen „persönlichen CO2 Fußabdruck“ vollständig kompensieren. Zumindest rechnerisch … 

CO2 Kompensation


CO2-KOMPENSATION - zweifelhafter Ablasshandel oder gute Tat?

 

Ich komme mit meiner Wohnung, meinem Konsumverhalten und den zuletzt zurückgelegten großen Wohnmobilreisen auf insgesamt knapp unter 8 Tonnen CO2 Emission jährlich. Das ist schon deutlich unter dem deutschen Durchschnitt (ca. 9 bis 11 Tonnen, je nach Quelle), aber immer noch fünfmal so hoch wie der des "Durchschnitts-Inders". Und genau dieser persönliche Emissionsbetrag von 8 Tonnen CO2 und der von Andrea, der deutlich niedriger ist (weil sie ja im selben Auto wie ich sitzt), werden jährlich komplett bei Atmosfair „kompensiert“. Das bedeutet, dass ich mir ein besseres Gewissen erkaufe - Ablasshandel halt, oder?

 

Es gibt über mehrere (überprüfte, seriöse und absolut transparent arbeitende) Organisationen die Möglichkeit, in verschiedene CO2 "sparende" und CO2 "verbrauchende" Projekte zu investieren. Man fördert mit seinem Geld nachhaltige und "saubere" Energietechnologien ohne CO2 Emission oder finanziert damit z.B. die Aufforstung von Wäldern, die das freie CO2 wieder aufnehmen und letztendlich in Sauerstoff umwandeln.

 

Ich werde damit "leider nicht" die Welt retten, aber wenigsten möchte ich mein schlechtes Gewissen ein ganz klein wenig mindern und vor allem auch sinnvolle Projekte zur CO2 Reduktion unterstützen! Das Auto stehen lassen wäre allerdings noch effektiver - das ist mir auch klar.

 

Die CO2-Kompensation löst das eigentliche Problem des viel zu hohen CO2-Ausstoßes nicht!

 

Einige Kritikpunkte:

  • Viele Kompensationsmodelle können nur den weltweiten Anstieg der CO2-Emission abschwächen, richtig reduzieren kann man die Gesamtemission mit den meisten Maßnahmen bislang jedoch nicht.
  • Die versprochenen Kontrollmechanismen sorgen bis jetzt nicht für eine realistische Zuordnung der emittierten und der kompensierten CO2-Menge.
  • Es ist darüber hinaus unklar, ob die CO2-Emission durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe durch Aufforstungsprojekte überhaupt dauerhaft kompensiert werden kann. Aufforstungen und Anpflanzungen können auch fehlschlagen und das eingebundene CO2-Gas erneut emittieren. Außerdem dürfte das Holz nicht wieder verbrannt werden, denn dann wird die gebunden CO2-Menge wieder 1:1 freigesetzt. Die positiven Auswirkungen müssten eigentlich irreversibel sein - Aufforstungsprogramme für Wirtschaftswälder stellen daher vielleicht gar keine dauerhaft greifenden Kompensationsprojekte dar: Kritik an Aufforstungsprogrammen zur CO2-Kompensation.
  • Die Qualitätskriterien und Kontrollmechanismen sind schwer zu überwachen und umzusetzen.
  • Wirklich sinnvoll ist nicht die Kompensation, sondern die echte Vermeidung von zusätzlicher CO2-Emission zu sein: Die Reduktion der Verbrennung fossiler Brennstoffe. Da wäre die Finanzierung alternativer und nachhaltiger Energiegewinnungsprojekte wohl deutlich sinnvoller.
  • Der Kompensationsbetrag ist mit 23€/t viel zu niedrig, wenn die vom Umweltbundesamt berechneten 180€/t CO2 für die "tatsächlichen" Klimafolgekosten stimmen!

 

Alles nicht so einfach! Über das NOx Problem mit meinem Dieselfahrzeug und vor allem über das dramatische Artensterben habe ich hier noch gar nichts geschrieben. Das alles bereitet mir wirklich schlaflose Nächte!

 

 

 

 

Im Internet findet man noch viele Alternativen für die Berechnung des eigenen CO2-Verbrauchs und zur CO2-Kompensation. Stiftung Warentest/Finanztest verglich 2018 die Kompensationsanbieter Arktik, Atmosfair, Klima-Kollekte, Klimamanufaktur, Myclimate und Primaklima. Von diesen sechs Anbietern schnitten drei mit „sehr gut“ ab, ein weiterer ist „gut“. Zwei bekamen nur das Qualitätsurteil „ausreichend“: die Qualität der Kompensation sei nicht zufriedenstellend, so die Kritik. Die Transparenz sei gar „mangelhaft“, hieß es im Test.

Empfehlenswert sind laut Test die Anbieter

Ich persönlich finde den momentan angesetzten "Verrechnungspreis" von 23€ für 1 Tonne CO2 viel zu niedrig. Deshalb habe ich ihn für mich auf 120€/t erhöht. Das ist zwar deutlich mehr als die 40€, die die Partei "Bündnis90/Die Grünen" für den ersten Schritt fordern, aber immer noch deutlich unter den 180€/t die laut Umweltbundesamt eigentlich angesetzt werden müssten, um eine echte Kompensation zu finanzieren. Zur Info: Schweden verlangt heute von jedem Bürger 115€/t. Eingeführt wurde die CO2-Steuer dort bereits im Jahr 1991 - und das mit großem Erfolg!

Eine alternative CO2-Kompensationsmöglichkeit "speziell" für Wohnmobilisten bietet vielleicht der Verein "WOHNmobil für Klimaschutz". Das Geld fließt zumindest in ganz konkrete lokale Pflanzprojekte in Deutschland...

Unsere ganz persönliche Wohnmobilbilanz


Wieviel CO2 produzieren Andrea und ich nun mit unserem (realtiv sparsamen) Wohnmobil?

 

Die Herstellung des Fahrzeugs, sowie die Verschleißteile kann ich hier nicht wirklich berücksichtigen, aber ein Auto dieser Größe wird inkl. Ausbau etwa 8 Tonnen (sehr hoch geschätzt) C02-Emission verursachen - ein VW Golf Diesel liegt bei etwa 5 Tonnen. Ich bewerte also der Einfachheit halber nur den reinen Kraftstoffverbrauch. Die Eckdaten sind folgende: Wir fahren im Schnitt 16.000 Kilometer im Jahr und haben einen errechneten Durchschnittsverbrauch von weniger als 8,0 Liter/100 km. Ein Liter Dieselkraftstoff erzeugt bei der Verbrennung recht genau 2,65 kg CO2.

Und nun die Rechnung:

 

16.000 km/Jahr * 8 Liter/100 km * 2,65 kg CO2 = 160*8*2,65 = 3.392 kg CO2 = 3,4 t CO2/Jahr für 2 Personen

 

ergibt pro Person ca. 1,7 Tonnen CO2 jährlich durch die Dieselverbrennung. Zu erwähnen ist, dass wir ansonsten so gut wie keine weiteren Strecken mit einem Kfz zurücklegen.

"Ressourcenschonung" beim WoMo-Reisen


Die finale Konsequenz eines "umweltverträglichen Lebens" wäre ja eigentlich das kurzfristige persönliche Ableben und vorher möglichst keine Nachkommen produziert zu haben!  Das erstgenannte wollen wir dann doch nicht, sondern lieber vorher noch ein klein wenig mit "Inkosequenzen" leben. Bezüglich der Weitergabe unserer Gene haben wir es jedoch durchgezogen. Nein, im Ernst: Wir alle können und sollten auch auf unseren Wohnmobilreisen ein klein wenig auf unsere Umweltbilanz achten. Aus unserer Sicht geht es dabei eher um Einschränkung als um Verzicht.

 

 

Wir versuchen in diesen Bereichen unsere schlechte Ökobilanz wenigstens etwas zu verbessern:

  • Möglichst wenig Diesel verbrauchen: Insgesamt weniger Kilometer und "sparsamer" fahren: Fahrzeuggewicht bzw. Beladung minimieren, verbrauchsoptimierte Reifen mit geringem Abrollwiderstand und recht hohem Luftdruck fahren, früh schalten und vor allem nicht schnell fahren. Für möglichst geringe NOx-Werte ein Fahrzeug mit Abgasfilterung und AdBlue-Technologie fahren. Vor Ort öffentlichen Nahverkehr, Fahrrad oder Füße benutzen.
  • Nur wenige und optimierte Stromverbraucher im Camper: Solarpanels und Ladebooster zur Stromproduktion nutzen. Kein TV, keine Kaffemaschine, kein Fön. Stromsparende Geräte und Akkus statt Batterien verwenden. Wir verzichten generell auf "Landstrom" aus der Steckdose.
  • Möglichst sparsam mit Wasser umgehen und Klärwerke entlasten: Körperhygiene ja, aber unser Auto wird nur einmal nach dem Winter gewaschen, um es von Streusalz-Rückständen zu befreien! WoMo-Toilette möglichst ohne chemische Zusätze - optimal wäre eine Trocken-Trenntoilette. Für die Körperreinigung biologisch abbaubare Seife und Shampoo verwenden. 
  • Nahrungsmittel: möglichst unverpackt, regional, saisonal und "biologisch" produziert. Am besten auf Wochenmärkten erworben. Fleischlos oder wenigsten fleischarm ernähren. Keine Essensreste wegwerfen, evtl. für mehrere Tage vorkochen.
  • Allgemeiner Konsum: Ja, wir wissen, dass davon der Wirtschaftskreislauf abhängt, dennoch konsumieren wir nur das Nötigste und das möglichst nachhaltig in Form von "langlebigen", "Second Hand" oder möglichst regional produzierte Güter - auch wenn sie deutlich teurer sind.
  • CO2-Freisetzung: Wir "kompensieren" jährlich unsere komplette (errechneten) CO2-Emission. (Info siehe weiter oben - "Ablasshandel"!)
  • Unsere "Bürgerpflicht": Wir versuchen, unsere "Sichtweise" anderen Menschen nahezubringen und zu erklären (ohne zu Missionieren!) und wählen eine Partei, die wenigstens in ihrem Parteiprogramm die Themen "Umweltschutz und Nachhaltigkeit" stehen hat und wenigsten ein paar unserer Interessen vertritt.

Studie Über die Ökobilanz von Wohnmobilreisen


Wie umweltschädlich ist Camping bzw. das Reisen im Wohnmobil? Ein Vergleich ...

 

Eine Studie aus dem Jahr 2013 des Öko-Institut Darmstadt e.V. untersuchte die Auswirkungen von Wohnmobil-Reisen auf Energieverbrauch und CO2-Emissionen. Die Studie geht von statistisch ermittelten Werten aus: Die "durchschnittliche" Wohnmobil-Reise machen zwei Personen im Sommer mit einer Dauer von 12 Tagen. In dieser Zeit werden durchschnittlich 1.600 km zurückgelegt. Zusätzlich wurde noch eine acht Tage dauernde 1.400 km lange Winterreise in die Berge in die Analyse miteinbezogen.

 

Verglichen wurden in dieser Studie folgende "Reisearten":

  • Wohnmobil und Stellplatz,
  • Wohnmobil und Campingplatz,
  • PKW und Hotel,
  • PKW und Campingplatz,
  • Reisebus und Hotel,
  • Flugzeug in Kombination mit Mietwagen und Hotel,
  • Schiffskreuzfahrten.

Interessant ist der Trend der letzten Jahre zu leichteren und damit umweltfreundlicheren Wohnmobilen, sowie der Trend zur Energieversorgung mittels Solaranlagen. Die Ergebnisse der Studie kommen auf einen Gesamtverbrauch von 3,5 kWh pro Tag im Sommer und auf einen nur unwesentlich erhöhten täglichen Winterverbrauch von 3,5 kWh. Bemerkenswert ist der direkte Vergleich mit dem durchschnittlichen Energieverbrauch von 53,7 kWh/Tag in einem deutschen Hotel ohne Frühstück!

 

Die Studie gibt auch "Green-Travel"-Tipps zur Energieeinsparung im Umgang mit Wohnmobilen (Fahrweise, Reifendruck, Schmierstoffe, etc) sowie Information zur weiteren CO2-Einsparung durch eine entsprechende Verhaltensweise am Urlaubsort.

 

 

Das Ergebnis der Studie:

 

ist, "..., dass trotz technischer Fortschritte in allen Bereichen, der Urlaub im Wohnmobil eine umwelt- und klimafreundliche Alternative zu Fernreisen insbesondere mit dem Flugzeug bleibt." ... „Dabei fällt der Umweltvorteil umso höher aus, je mehr Personen gemeinsam im Wohnmobil reisen und je kürzer die Wegstrecke zum Reiseziel ausfällt“. (Ok - Letzteres klingt logisch !) Pro Nacht im Wohnmobil stehen ca. 1,5 kg CO2-Äquivalent einer Hotelübernachtung mit 17 kg CO2 (!) gegenüber.

 

Ein Campingurlaub mit einem kleinen Wohnmobil bzw. eine PKW-Reise mit Caravan stellen also durchaus eine interessante und weniger umweltbelastende Alternative zu anderen Reise- und Urlaubsformen dar.

 

Anmerkung meinerseits: Wohnmobil- u. Caravanreisen können eventuell eine weniger umweltbelastende Alternative darstellen! "Umweltfreundlich" ist am Reisen mit dem Wohnmobil rein gar nichts.

Quelle: Daniel Bleher, "Vergleichende Klimabilanz von Motorcaravanreisen – heute & morgen"Öko-Institut e.V. Büro Darmstadt, Februar 2013 (Siehe Link)

Das Thema "Wohnmobil und Klima" in den Medien


Ausschnitt aus Online-Magazin "KONTEXT" vom 15.01.20:

Artikel zur Camping und Freizeitmesse CMT in Stuttgart im Januar 2020

Ich wurde hier - inhaltlich korrekt - zitiert und verlinkt ohne dass ich ich davon wusste! 

 

Ausschnitt aus dem Online-Magazin "neue energie" vom 14.02.20:

Irgendwie schreiben die auch alle von einander ab oder kaufen die identischen Artikel ein. ;-)

Die Kraftstoffpreise im Sommer 2020


(A)
(A)

11.05.20 

 

Andrea war an der Tankstelle: Schon erstaunlich, was da an der Preissäule zu lesen war!

 

Superbenzin und Diesel haben zuletzt 2004 soviel gekostet wie heute. Durch die weltweite Coronakrise und das Herunterfahren der Industrie bzw. der Wirtschaft, sowie den blöden Preiszockereien der Ölförderländer und vor allem des orangefarben gepuderten amerikanischen Vollhonks mit der Goldtolle, ist der Ölpreis so niedrig wie vor fast 20 Jahren. Da werden sich jetzt bestimmt viele Autofahrer freuen! Ich freue mich nicht! Die Gründe bzw. Ursachen für den viel zu niedrigen Ölpreis sind weder für die Weltwirtschaft, die weltweite Finanzsituation, die weltpolitische Lage, noch für die Umwelt gut. Wenn jetzt auch noch für die "arme" Autoindustrie staatlich - also durch uns Steuerzahler - finanzierte Kaufanreize (Kaufprämien) zur Ankurbelung von Verkäufen von Autos mit Fossil-Verbrennungsmotoren geschaffen werden, dann werde ich kotzen! Wenn überhaupt eine Förderung, dann bitte auch "Kaufanreize" für die Gastronomie, den Einzelhandel, Kulturbetriebe und alle anderen Branchen, die Verluste erlitten haben!

 

Grundsätzlich bin ich gegen alle Formen von Subventionierung und Kaufprämien, denn das manipuliert die Preisfindung und die Regelungsmechanismen der freien Wirtschaft. In der Landwirtschaft ist das ebenso wettbewerbsverzerrend wie in der Energie- oder Automobilbranche. Lebensmittel (besonders Fleischprodukte) sollen das kosten, was sie eben bei richtiger Kalkulation kosten. Und in den Atom- und Kohlestrom hätte von Anfang an auch die Entsorgung bzw. die Kosten der Klimaschäden miteinkalkuliert werden. Das gleiche gilt für die Automobilindustrie und die Besteuerung von Kraftstoffen (Warum ist Kerosin eigentlich steuerbefreit?). Sprit und Diesel sind einfach zu billig und deswegen werden weiterhin spritfressende große und übermotorisierte Fahrzeuge auf dem Markt angeboten. Bei einem Spritpreis von 3 Euro/Liter würde das Angebot der Autobranche schnell anders aussehen. Sowohl was Verbrauchswerte als auch die grundsätzliche Art der Antriebstechnologien angeht.

 

Die Verkehrskonzepte im Bereich des Warentransport und des innerstädtischen Verkehrs müssen grundsätzlich geändert werden. Warum "subventioniert" der Staat eigentlich nicht den Ausbau des öffentlichen Verkehrsnetzes? Zum Beispiel kostenloser Öffentlicher Nahverkehr für alle! Das würde aus meiner Sicht wenigstens manch einen vom Auto in die Bahn oder den Wasserstoffbus bringen.

 

Übrigens: Wer zahlt eigentlich, wenn der Staat "subventioniert" oder "Kaufanreize durch Prämien" beschließt? Wir - die Steuerzahler! Ich persönlich möchte keine konventionelle Landwirtschaft, kein Flugbenzin, keinen Stein- und Braunkohlebergbau, keine Atommüllentsorgung subventionieren. Und ich will auch keine schlecht wirtschaftenden kriminiellen Banken, keine Automobilhersteller, die ökologisch notwendige Technologien verschlafen und schon gar keine Fluggesellschaften "retten".

 

 


Kommentare: 6
  • #6

    Michael (Freitag, 31 Januar 2020 14:46)

    Wirklich ein toller und selbstkritischer Artikel! Regt zum Nachdeneken an!

  • #5

    Camper Rolf (Donnerstag, 16 Januar 2020 18:34)

    Hallo Jörg,
    das ist ein selten zu findender selbstkritischer Blogbeitrag zu diesem wichtigen Thema. Mich beschäftigt das auch sehr!
    Danke für dafür, wir alle müssen uns mal ernsthaft Gedanken machen. Das mit der Kompensation mache ich wohl auch. Rolf

  • #4

    Albert Märkl (Donnerstag, 02 Januar 2020 17:37)

    Kennen sie schon unseren Verein WOHNmobil für Klimaschutz e.V., gegründet am 23.11.2019. Die Mitglieder bezahlen 1 Cent pro mit dem Wohnmobil gefahrenen Kilometer, max. 100 € pro Jahr. Dieses Geld spenden wir an Forstverwaltungen der Bundesländer für Baumpflanzungen in Deutschland und beteiligen uns auch an solchen Aktionen. Eine erste Spenden- und Pflanzaktion planen wir im März 2020 mit Hessenforst im Raum Wetzlar.
    Infos unter: www.wohnmobil-fuer-klimaschutz.de

  • #3

    LW (Sonntag, 05 Mai 2019 10:43)

    Hallo Jörg,
    bisher habe ich Deine Reiseberichte gerne verfolgt. Du hast eine wunderbare Seite entworfen.

    Lass Dich bitte nicht von der unsinnigen Klimadisskussion anstecken. Das Thema Klima wird nur verlogen und von geschäftlichen Interessen abhängig geführt. Man könnte die Sinnhaftigkeit von täglichen Arbeitswegen von mehreren 100 Kilometern alleine in Autos oder von Container- oder Kreuzfahrtschiffen mitten in Hamburg diskutieren. Ein Thema wäre auch der Ausstieg aus der Atomenergie und der umweltverträgliche Rückbau und die Lagerung des Mülls. Wer bezahlt das eigentlich, nachdem die Stromkonzerne jahrelang die großen Gewinne eingefahren haben?

    Eine nachhaltige Lebensweise ist sehr gut. Das Du darüber nachdenkst zeigt Deine positive Einstellung. Aber mit Deinem kleinen Wohnmobil wirst die Erde nicht retten können - nur Dir den Spaß versauen. Das Geißeln mit Deinem schlechten Gewissen ist sinnlos. Der große Dreck kommt nicht aus dem Auspuff Deines Wohnmobils - auch wenn uns das tagtäglich in den Medien eingeredet wird.

    Also genieße es, solange es noch geht!

  • #2

    Dennis (Mittwoch, 27 März 2019 11:39)

    Toller und zum Nachdenken anregender Artikel! Das "Thema" beschäftigt mich auch. Ich denke, ich werde zumindest meine Autofahrten auch kompensieren. Und ja: Verzichten ist schwer, aber Einschränken und Reduzieren vielleicht doch leichter als man erstmal meint. Da muss jeder etwas machen!

  • #1

    MB (Dienstag, 19 März 2019 16:36)

    Sehr selbstkritisch und ehrlich. Wichtiges Thema, das viele leider total verdrängen. Letztlich ist die Kompensation schon eine Möglichkeit, vielleicht doch einen Kompromiss zu finden! Du hast recht: alles nicht so einfach!