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Kreuz und quer durch Mittelschweden

 

Nachdem wir die Stadt Rättvik mit ihren Classic Cars hinter uns gelassen hatten, ging es weiter nach Norden über die E45 in den Hamra Nationalpark, einem kleinen Nationalpark mit einer Fläche von nur 1400 ha (nach der Erweiterung im Jahr 2011). Im Park findet man noch ursprüngliche Wald- und Moorlandschaften, in denen es eine Braunbären-Population, Fischotter, Birkhühner, Habichtskäuze und andere seltene Tierarten, sowie zahlreiche Moorpflanzen gibt. Und Heidelbeeren, überall Heidelbeeren - lecker! Gesehen oder gehört haben wir allerdings - übrigens wie bislang in ganz Schweden -  so gut wie kein Tier. Abgesehen von den Möwen an den größeren Gewässern haben wir ab und an mal einen Kolkraben, ein paar Finken oder ein paar Spechte gesehen - mehr nicht! Ich war vor etwa 30 Jahren ebenfalls im Spätsommer das erste Mal in Mittelschweden und damals gab es überall jede Menge Tiere zu sehen. Klar ist das ein subjektiver Eindruck, aber leider wird das von vielen Naturschutzverbänden bestätigt. Besonders in der Vogelwelt ist der Artenschwund extrem. Ich finde das ehrlich gesagt gruselig! Wer sich für mögliche Ursachen interessiert, kann u.a. hier etwas über dieses Drama erfahren.

 

 

Auf der Straße von Sveg in Richtung Sonfjället Nationalpark hatten wir in der Dämmerung unsere erste Begegnung mit einem Rentier. Es lief ein paar Meter auf dem Mittelstreifen vor uns her und verschwand dann gemächlich in einem lichten Kiefernwald. Das im Verhältnis zur Körpergröße riesige Geweih machte mächtig Eindruck auf uns.

 

Svegsjön
Svegsjön

 

Wir fuhren in den Sonfjället Nationalpark und wollten dort eine kleine Tour machen. Es ging aber kräftemäßig leider nicht. Dafür genossen wir die 15 km lange Schotterpistenzufahrt durch den Park zum Startpunkt der verschiedenen Wanderwege und hatten dort ein ausgiebiges und gutes Frühstück unterhalb des Bergmassivs. Die Gegend ist wahrlich beeindruckend!

 

Der bereits im Jahr 1909 gegründete Nationalpark ist einer der ältesten in Schweden und umschließt das Bergmassiv des mehrgipfeligen Sonfjäll. Es ist die Gegend mit der höchsten Braunbärendichte Skandinaviens. Der Besitzer des Campingplatzes erzählte uns, dass allein in diesem Jahr 75 Bären zum Abschusss freigegeben wurden. Diese hohe Abschusszahl lässt auf eine recht große Population schliessen. Ich allerdings bin der Meinung, dass es überhaupt keinen Grund geben kann, Bären zu töten - wenn sie für den Menschen ungefährlich sind. Wir hofften, wenigstens ein paar ihrer Kratzspuren an Bäumen, Trittsiegel, oder Losung von ihnen in den Wäldern zu finden - es gelang uns leider nicht. Als Entschädigung konnten wir dafür auf dem Campingplatz aus dem Wohnmobilfenster heraus einem Fischadler beim erfolgreichen Jagen in nicht einmal 50 Metern Entfernung zusehen!

 

Vikarsjön bei Hedeviken - der See liegt direkt am Campingplatz
Vikarsjön bei Hedeviken - der See liegt direkt am Campingplatz

 

Wir werden in den nächsten Tagen über die Grenze nach Norwegen fahren. Unser erstes Ziel ist der Dovrefjäll Nationalpark. In Norwegen wird es für uns erst einmal nicht so einfach sein, ins Internet zu gelangen. Mit den SIM-Karten in unseren Handys und dem mobilen WLAN-Router können wir leider nur innerhalb der Europäischen Union telefonieren und surfen. Wir müssen also schauen, wo wir auf das erste öffentliche WLAN-Netz stoßen oder vielleicht eine günstige norwegische Prepaid-SIM-Karte kaufen können. Übrigens ist es hier vor der Grenze mittlerweile mit knapp 8°C in der Nacht und 13°C am Tag ganz schön kühl geworden. Auf den norwegischen Hochebenen wird es eher noch kälter sein - von hier unten im Tal kann man schon den Schnee in den Bergen sehen ...

 

(A) Richtung Norwegen
(A) Richtung Norwegen
Es war so kitschig! Regenvorhänge wurden orangerot angestrahlt. Im Vordergrund ist kein See, sondern ein kleine Pfütze.
Es war so kitschig! Regenvorhänge wurden orangerot angestrahlt. Im Vordergrund ist kein See, sondern ein kleine Pfütze.
Kommentare: 8
  • #8

    Jörg Rüblinger (Donnerstag, 10 August 2017 21:10)

    Hallo Leon!

    Danke für deinen netten Kommentar! Und ja, du hast Recht: In Norwegen funktionieren unsere Simkarten!!! Wir hatten im Vorfeld immer das Gegenteil gelesen.
    Zum Thema Hamra und Sonfjället schreibe ich dir 'ne Mail.

    Grüße, Jörg

  • #7

    Leon S. (Dienstag, 08 August 2017 11:22)

    Sieht traumhaft aus!
    Für uns geht es Anfang September los. Würde mich über ein paar Insidertipps zu den Parks freuen. Insbesondere zum Hamra und Sonfjället.
    Meine E-Mail Adresse ist lon.96@live.de

    Vielen Dank im Voraus!

    (PS: Normalerweise haben die Simkarten mit dem EU Vertrag eine Ausnahme für Norwegen. Man kann also die gleichen Dienste benutzen. Normalerweise.)

  • #6

    Hans (Montag, 07 August 2017 10:46)

    Alles klar der Troll , wer glaubt wird selig. Tolle Bilder ! möchte am liebsten so wieder losfahren. Weiterhin viel Spaß schöne Bilder und natürlich darf der passende Text nicht fehlen. Bis bald !
    Hans

  • #5

    Kerckhoff Schwester im Nachdienst :-) (Montag, 07 August 2017 05:10)

    Hallo ihr Beiden ,

    ich surfe gerade durch diese wunderschönen Bilder aus dem hohen Norden , einfach toll!!!
    Ich wünschte , ich könnte auch so eine tolle Tour machen.
    Ganz liebe Grüße

  • #4

    Jörg Rüblinger (Samstag, 05 August 2017 16:24)

    Nee, nee - das sind nicht wir beide. Der Typ ist ein unrasierter Troll und nicht ich! Und das andere ist ein Rentier...
    ;-)

  • #3

    Borgi (Samstag, 05 August 2017 15:23)

    Hallöle ihr beiden schönen,
    wie immer sind die Fotos der Hammer.
    Die gute Kamera hat sich also gelohnt.
    Am besten finde ich aber, das ihr beide auch mal zu sehen seid auf euren
    Bildern!!
    Voll gut!!!! Daumen hoch , weiter so. Genießt das Leben
    Grüße vom See

  • #2

    3womis (Samstag, 05 August 2017 12:36)

    So schöne Bilder! Schweden ist einfach traumhaft! Gute Weiterreise nach Norwegen und alles Liebe.

  • #1

    Bettina (Freitag, 04 August 2017 10:13)

    Superschöne Erlebnisse und wie immer traumhaft bebildert!
    Viel Freude in Norwegen!

    Bettina