Anfang März gab es einen kurzen Ausflug zu einem nahegelegenen niedersächsischen Moorgebiet. Die ersten Kiebitze, Uferschnepfen, Kampfläufer, Wiesenpieper waren schon da und sogar eine wunderschöne Sichelente gab es zu beobachten. Sichelenten, soweit es sich nicht um Gefangenschaftsflüchtlinge handelt, werden extrem selten in Deutschland gesichtet. Die Art kommt eigentlich aus Ostsibirien und Japan und offiziell anerkannte Wildvogelbeobachtungen gab es hier bislang nur vereinzelt. Zeitgleich zu dem von mir beobachteten (unberingten!) männlichen Exemplar wurde keine 100km entfernt ein beringtes Exemplar gesichtet, das eher als Gefangenschaftsflüchtling zu bewerten ist. Leider konnte ich vom unberingten Tier kein brauchbares Foto machen, aber anderen Vogelbeobachtern gelang das und reichte somit zur offiziellen Anerkennung.
Toll waren auch die immer noch in der Region überwinternden riesigen Bläßgans-Trupps anzusehen und vor allem auch noch kleinere Starenschwärme, die hier im Winter oft zu tausenden nachts im Schilf schlafen. Die Stare kommen abends kurz nach Sonnenuntergang in kleinen Gruppen in die Nähe des Schlafplatzes, versammeln sich dort langsam zu einem großen Schwarm, fliegen dann lautstark in tollen Formationen und Wendemanövern ihre Kurven über dem eigentlichen Schlafgebiet und landen dann ganz plötzlich im Schilf und schlagartig ist es total still - Nachtruhe! Das ist live schon sehr beeindruckend. Wer mal richtig große Starenansammlungen an Schlafplätzen sehen möchte, sollte im Herbst an die deutsch/dänische Grenze reisen und sich das Spektakel dort in den Schilfgebieten anschauen! Ich habe hier am 20.03.26 eine kleinere niedersächsische "Schwarze Sonne" (im dänischen auch "Sort Sol" genannt) mit dem Handy gefilmt. Neben den Staren hört man Windgeräusche, Graugänse, einen Wiesenpieper und mich...