Warum ich fotografiere


Selfie 2024
Selfie 2024

 

Ich habe seit meiner Jugend gerne fotografiert, weil ich das Gefühl hatte, dass ich irgendwie mehr sehe, wenn ich durch einen Kamerasucher schaue. Beim Blick durch Ferngläser und Spektive geht es mir genauso: Mein Sichtfeld wird beschränkt und dadurch sehe ich "mehr". Das ist für mich kein Widerspruch, sondern völlig logisch - ich sehe nur einen Ausschnitt der Realität, habe den Fokus auf ein bestimmtes Objekt und dadurch weniger Ablenkung. Die Konzentration auf Details wird größer und dadurch sehe ich viel mehr als wenn ich meinen natürlichen Blickwinkel habe.


Ok, falls es für den ein oder anderen verwirrend klingt: Ich bin "neurodivers". Aber wer will schon neurotypisch sein - ich eigentlich nicht... 


Typisch für mich ist, dass ich im täglichen Leben oftmals wegen Reizüberflutung Probleme bekomme Und schnell überfordert bin. Ich sehe, höre, rieche irgendwie "zu viel". Mein Hirn kann die Signale meiner Sinnesorgane scheinbar schlecht filtern und "Wichtiges' nicht von "Unwichtigem" trennen. So, als wenn alle Reize und Signale ständig maximal im Hirn ankommen - sie lassen sich nicht richtig dimmen. Wenn ich beispielsweise in einer vollen Gaststätte sitze, kann ich mich kaum auf das Gespräch mit meinem Gegenüber konzentrieren, weil die Gespräche der Nachbartische, die Geräusche von der Theke und die Hintergrundmusik ungefiltert bei mir im Kopf ankommen. Beim Sehen ist das ähnlich - wenn ich beispielsweise über einen Marktplatz laufe, habe ich das Gefühl, nahezu alles wahrzunehmen und abzuspeichern. Und das empfinde ich oftmals als richtig anstrengend. Beim Blick durch einen Kamerasucher oder ein Fernglas ist das anders: Hier werde ich ruhig und entspannt und kann mich mit nur einem kleinen Ausschnitt des "Gesamtbildes" beschäftigen. Das erhöht gezielt meine Aufmerksamkeit für Details und filtert so etwas die anderen Wahrnehmungen heraus. Weniger ist mehr! Das ist Entspannung pur und macht mir große Freude.

 

Ich knipse eigentlich nur, möchte jedoch künftig gerne etwas "bessere" Fotos machen. Mal schauen, ob ich das irgendwie hinbekomme. 


Der Schwerpunkt wird bei mir die Tier- und Landschaftsfotografie sein, aber auch andere "Genres" der Fotografie interessieren mich.

 

Für gibt es neben den "normalen" Herausforderungen der (Natur-) Fotografie leider auch weiterhin das Problem, das mein Körper keine optimalen Vorraussetzungen für die Ausübung dieses Hobby bietet. Das Gewicht der Kameraausrüstung ist wieder viel zu hoch und ich bin gespannt, ob das künftig alles so funktioniert, wie ich es mir erhoffe. Fast alle Muskeln krampfen bereits bei geringer Belastung, mein Tremor in den Händen wird vom Stabilisierungssystem der Kamera kaum kompensiert, meine chronischen Muskelansatz- und Nervenschmerzen werden immer heftiger und die beschissenen Osteoporose ist die Ursache für meine immer wieder angebrochenen Rippen. Noch komme ich damit geradeso klar und hoffe, dass ich zumindest lerne, die Schmerzen besser zu tolerieren. Gar nicht so einfach, mein "Schmerzgedächnis" zu überschreiben ...

 

 

Vor vielen Jahren habe ich mal aufgeschrieben, warum ich fotografiere. Mittlerweile kann ich noch ein paar Gründe ergänzen.

 

Fotografieren ist für mich ein tolles Hobby...

  • weil es mich mich nach "draußen" bringt,
  • weil es Technik und Kreativität verbindet,
  • weil es mich total entspannt,
  • weil ich dabei manchmal meine Schmerzen und Sorgen vergesse,
  • weil es mir viel Freude bereitet und mich oft glücklich macht.