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Mallos de Riglos

 

Die spanischen Pyrenäenausläufer sind einzigartig schön! 2017 war ich mit Andrea schon einmal hier und nun bin ich wieder total begeistert: Die Mallos de Riglos in der Gemeinde Las Peñas de Riglos, etwa 45 km nordwestlich der Stadt Huesca. Es handelt sich um eine impossante Ansammlung von steil aufragenden nackten Konglomerat-Felsformationen. Das namensgebende kleine und nur aus wenigen Straßen und Häusern  - davon drei Bars und ein winziger Lebensmittelladen - bestehende Bergdorf Riglos liegt auf 678 m Höhe unmittelbar unter den senkrechten Felsen. Direkt hinter der kleinen Pfarrkirche Nuestra Señora del Mallo beginnt eine etwa 300 Meter hohe steile Felswand, der Felsenkegel El Pisón. In der Hauptsaison ist das Örtchen ein Treffpunkt für Wanderer und vor allem Kletterer, die in den steilen Wänden ihre sportliche Herausforderung suchen. Wie kleine bunte Punkte hängen die Bergsteiger in den Felsen. Darüber ziehen viele Geier - vorrangig Gänsegeier - ihre majestätischen Runden durch den meist blauen Himmel. Das Gebirge ist ein wichtiger Schutzraum für viele bedrohte Greifvögel. Das schön gelegene Informationszentrum für Greifvögel neben dem Friedhof war 2017 und leider auch jetzt geschlossen.

 

 

 

Das Wohnmobil stand am kleinen Friedhof direkt gegenüber der Felswand und man konnte vor dem Auto sitzend viele Geier, Adler und (leider) auch einige Kletterer, die meines Erachtens für die in den Wänden brütenden Geier eine große Störung darstellen, mit dem Fernglas hervorragend beobachten.

 

 

 

Die steilen Felswände sind das ideale Biotop für Adler und Geier: Die Population von Gänsegeier schätze ich auf mindestens 40 Exemplare. Lange und sehr genau konnte ich zwei Schmutzgeier aus nächster Nähe beobachten. Leider hatte ich neben dem Fernglas nur das Handy dabei - so gerne hätte ich ein Schmutzgeierbild gemacht! In der Nähe zeigten sich auch Steinadler, Schlangenadler und Habichtsadler, Nachtigallen, Weißbartgrasmücken, Alpenkrähen, Kolkraben sowie viele Wendehälse.

 

Gänsegeier
Gänsegeier

Der größte Gänsegeierbestand Europas konnte sich in Spanien halten. Durch konsequenten Schutz der Brutkolonien und die Bekämpfung der illegalen Verfolgung stieg der Bestand in den letzten Jahrzehnten wieder an. Da jedoch das natürlich Nahrungsangebot in Form von getöteten Wild- und Weidetieren stark begrenzt ist, halten sich die spanischen Geierpopulation eigentlich nur, weil es "Futterstationen" gibt, an denen von Vogelfreunden und Naturschutzorganisationen tote Weidetiere angeboten werden. Gerne hätte ich mal solch einen Futterplatz besucht, aber es war nicht möglich, das zu organisieren. Vielleicht auch ganz gut so, denn die Tiere sind recht störanfällig. Aber der Anblick von mehr als 30 kreisenden Gänsegeiern, die eine Flügelspannweite von bis zu 2,8 Meter erreichen und stundenlang ohne einen einzigen Flügelschlag in der Luft gleiten können, war beeindruckend genug!

 

Gänsegeier
Gänsegeier
Junger Gänsegeier
Junger Gänsegeier
30 Gänsegeier
30 Gänsegeier

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