Citroën Jumper III 2.0 - Wartung und Technik



Hilfe bei technischen Problemen und Pannen


Download
Bedienungsanleitung:
CITROEN JUMPER III 2.0 BlueHDI Manual .p
Adobe Acrobat Dokument 9.2 MB

Hotline "Citroën Assistance":

  • Innerhalb Deutschlands: 0800 5456060
  • Aus dem Ausland: +49 89 60030105 (Gebühren!)

Citroën Werkstätten:

ADAC Pannenhilfe:

  • Inl: 089 20204000
  • Ausl: +49 89 222222

Inspektionskosten


Januar 2019:  Ich war mit unserem Citroën Jumper III 2.0 BlueHDI 130PS gerade bei der 1. Inspektion nach genau 2 Jahren und 36.700 km Laufleistung. Vorher hatte ich alle ca. 40 - 50 km von meinem Wohnort entfernten vier Citroën Vertrags-Werkstätten angefragt und mir einen bis ins Detail vergleichbaren Kostenvoranschlag geben lassen:

Inspektion nach Wartungsplan: Ölwechsel - das teure TOTAL Quartz Ineo First 0W-30, Püfung der Bremsflüssigkeit, Tausch der Luft-, Pollen-/Innenraum- und Kraftstofffilter, inkl. aller notwendigen Überprüfungen und benötigten Kleinteile, Software-Überprüfung, Änderung des RDKS-Wertes (Reifendruckkontrollsystem) der Standardbereifung auf 3.5 bar.

Ich habe folgende Preise inkl. MwSt genannt bekommen:

1. Werkstatt: 562,- € (inkl. 6,6 Liter TOTAL Motoröl aus der Werkstatt)
2. Werkstatt: 520,- € (inkl. 6,6 Liter TOTAL Motoröl aus der Werkstatt)
3. Werkstatt: 400,- € (inkl. 6,6 Liter TOTAL Motoröl aus der Werkstatt)
4. Werkstatt: 347,- € (inkl. 1,6 Liter TOTAL Motoröl aus der Werkstatt für 307,- €) sowie von mir gestellten 5 Liter TOTAL Öl für 40,- € = gesamt 347,- €.

 

 

Ich war bei der 4. Werkstatt, da sie die günstigste, die nächstgelegene und auch die einzige Werkstatt war, bei der es problemlos möglich war, selbst gekauftes TOTAL-Öl mitzubringen  -wesentlich günstiger als in der Werkstatt! Die ersten beiden Werkstätten haben sich geweigert, das von mir "gestellte" Original-TOTAL Öl 0W30 zu verwenden. Die 3. Werkstatt wollte es eigentlich nicht machen, aber es sollte nochmal der "Chef" gefragt werden - falls sie es doch zugelassen hätten, wäre sie wohl ähnlich günstig wie die 4. Werkstatt gewesen.

 

Die Werkstatt überzeugte mich: Toller Eindruck, alles sauber und ordentlich, sehr freundlich (ich bekam sogar einen hin und zurück Shuttle-Service in die Innenstadt zur Überbrückung der 2-stündigen Wartezeit), sehr gute Beratung in Sachen Höherlegung und Reifenoptionen. Kurzum: Ich bin bislang mit dem Service zufrieden und habe - warum auch immer - für die gleiche Leistung >200 € gegenüber der teuersten Werkstatt gespart. Soviel kostet mich ein weiterer Ölwechsel! 

 

Und noch eine wichtige Info bzgl. der anscheinend zu hohen Emissionswerte unter "Realbedingungen im Fahrbetrieb" des 2,0 l BlueHDI Motors trotz Euro 6 (Info-Link des Wohnmobilmagazins Promobil): 

 

Eine "Aufrüstung" von Euro 6b auf Euro 6d-temp ist zur Zeit definitiv nicht machbar und wohl auch nicht geplant. Bereits im Sommer 2019 kommt ein Nachfolgemotor mit einem wieder auf 2,2 l erhöhten Hubraum mit der Abgasnorm Euro 6d-temp oder sogar gleich mit Euro 6d. 

Das Jumper III Problem mit dem Ölwechselhinweis


Wichtige Information zum "vorzeitig" angezeigten Ölwechsel-Hinweis vieler Jumper III 2.0 BlueHDI:

Bereits im 1. Jahr habe ich ja nach 19.000 km den Hinweis "Ölwechsel" auf dem Display gehabt. Es hat mich gewundert, da man mir gesagt hatte, dass das Öl erst nach 50.000 km gewechselt werden muss, aber ich habe es trotzdem für teures Geld (200 € !!!) machen lassen. Es hieß, die Garantie würde sonst nicht mehr greifen.
Jetzt ist das 2. Jahr vergangen und ich habe knapp weitere 18.000 km auf dem Kilometerzähler. Es kam erneut der Hinweis auf einen Ölwechsel. Seltsam, aber jetzt stand ja sowieso die erste Inspektion an: Nach 2 Jahren bzw. nach 50.000 km Laufleistung - je nachdem, was zuerst erreicht wurde.

Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang noch, dass die App "My Citroën" genau ein Jahr nach Erstzulassung auch die erste Inspektion von mir verlangte. Ein Anruf beim Händler ergab damals aber, dass das wohl "ein Fehler" sei. Naja - ich habe es so hingenommen. Update: Meine "My Citroën"-App funktioniert auch nach 3 Jahren nicht richtig!


Nun, nach genau zwei Jahren war ich mit dem Auto mit einer Laufleistung von 36.700 km bei der 2-Jahre / 50.000 km Inspektion und es stellte sich Folgendes heraus:

Bei meinem Fahrzeug war im Bordcomputer der Wartungsplan für "Erschwerte Nutzungsbedingungen" (Inspektion alle 20.000 km bzw. nach einem Jahr) hinterlegt. Deswegen hat sich der BC bereits nach 19.000 km wegen Ölwechsel und nach einem Jahr wegen der angeblich anstehenden 1. Inspektion gemeldet.
Den ersten Ölwechsel habe ich also für 200 € machen lassen, obwohl er definitiv nicht nötig gewesen wäre!

Der kompetent wirkende Werkstattmeister hat es mir so erklärt:

  • Jumper Nutzfahrzeuge, Transporter und Kastenwagen werden ab Werk mit den "erschwerten Nutzungsbedingungen" (wegen des Kurzstreckenverkehrs und der höheren Belastung) im Bordcomputer hinterlegt und sollen bereits nach einem Jahr bzw. nach 20.000 km zur Inspektion.
  • Jumper Kombis (PKW mit Fenster) werden ab Werk mit "normalen Nutzungsbedingungen" hinterlegt, also Inspektion nach 2 Jahren bzw. 50.000 km.

Der Werkstattmeister meinte, dass Wohnmobile eigentlich "Normale Nutzungsbedingungen" hinterlegt haben sollten und dass der Camper-Ausbauer bzw. der Händler das üblicherweise für die Wohnmobil-Basisfahrzeuge bei Bestellung umprogrammieren lässt. Der Hersteller Clever Vans bzw. mein Händler haben das in meinem Fall leider nicht veranlasst.

Nun, die Werkstatt war so nett und hat das jetzt im Bordcomputer auf "normal" umgestellt! Also ist der nächste "offizielle" Inspektionstermin für mein Fahrzeug erst wieder in 2 Jahren bzw. bei weiteren 50.000 km, somit bei max. 86.000 km.

Es gab auch noch weitere Info: Der erste Ölwechsel nach nur 19.000 km war definitiv nicht nötig! Und es gibt definitiv keinen "Ölzustand"-Sensor im Motor (das behaupten leider einige Leute in diversen Wohnmobil-Foren), sondern lediglich ein  Programm, das Zeit und Kilometer herunterzählt und dann den Hinweis auf Inspektion bzw. Ölwechsel anzeigt!!! Bevor es Diskussionen gibt: Es kann natürlich auch vorher das Motoröl gewechselt werden. ;-)

 

Wenn bei euch die "vorzeitige" Meldung zum Ölwechsel aufleuchtet und eure Werkstatt sich weigert, den Fehlerspeicher zurückzusetzten bzw. einen Ölwechsel auf Kosten von Citroën zu machen, solltet ihr dem Werkstattmeister mal folgenden "Technical-Service-Bulletin" - Vorgang durchgeben: TSB B 1FW012RQO. Dann sollten die Werksattmitarbeiter wissen, was zu machen ist: Nämlich zuerst eine Ölprüfung durchführen und dann die Rückstellung der Warnung und evtl. einen Ölwechsel auf Citroën-Kosten machen, wenn das Öl in Ordnung ist, oder eben das Öl auf Kundenkosten wechseln, wenn es nicht mehr in Ordnung ist! Bei Schwierigkeiten mit der Werkstatt würde ich im Fall eines zu früh angezeigten Ölwechselhinweises in jedem Fall Kontakt mit Citroën-Deutschland aufnehmen.

 

Hier der Jumper III 2.0 BlueHDI Wartungsplan mit den beiden "Nutzungs-Bedingungen":

Werkstatt-Hinweis: Bremsflüssigkeitswechsel nur bei >2% Wasseranteil - keine Ahnung, was da jetzt richtig ist...

Motoröl - Zurücksetzten der Ölwechsel-Meldung


Motoröl für Citroën 2.0 L BlueHDI Euro-6 Dieselmotor:

  • 0W30 Vollsynthetik-Öl (PSA-Norm B71 2312, ACEA A3/B3/B4/C2/C3, API SM/CF):
  • TOTAL Quartz INEO First 0W-30 oder
  • LIQUI MOLY Top Tec 4310 0W-30
  • Füllmenge: 6,6 Liter bei Ölfilterwechsel

 

Ölwechsel- und Serviceanzeige selbst zurücksetzen:

  • Bedienungsanleitung: "Rückstellung der Wartungsinformation auf null. Das Abstellen des Blinkens der Warnleuchte muss durch einen Mechaniker in einer qualifizierten Fachwerkstatt erfolgen, nach jeder Inspektion. Wenn Sie die Inspektion Ihres Fahrzeugs selbst vorgenommen haben, müssen Sie die Wartungsanzeige wie folgt auf null zurückstellen: stecken Sie den Schlüssel ins Zündschloss, drehen Sie ihn auf Position MAR, treten Sie länger als 15 Sekunden gleichzeitig auf Gas- und Bremspedal."
  • Tipp aus dem Pössl-Forum für einen 2018er Jumper(entspricht eigentlich der Beschreibung in der Bedienungsanleitung: 1. Zündung aus 2. Gas- und Bremspedal gleichzeitig treten 3. Zündung einschalten (Motor nicht starten !) 4. Gas- und Bremspedal gedrückt halten, bis die Anzeige "Motorölwechsel durchführen" erscheint 5. Zündung ausschalten 6. Pedale loslassen 7. Zündung wieder einschalten 8. Ölwechselanzeige sollte nicht mehr erscheinen!
  • Ein weiterer Tipp für den "Reset der Ölwechselanzeige" aus dem Internet: Anweisung ohne Gewähr - sie wurde von mir nicht getestet und funktioniert möglicherweise nur bei älteren Jumper-Modellen: Gaspedal u. Bremse treten u. halten. Zündung einschalten, Pedale gedrückt halten. Gaspedal gedrückt halten u. Bremse 10x drücken. Zündung ausschalten. "Ölwechsel"-Meldung sollte gelöscht sein.

Weitere Tipps für Wartung und Pflege


Frontscheiben-Wischerblätter erneuern:  

Man kann für 55 € (!) in der Werkstatt wechseln lassen, alternativ für ca. 28,- € die Original BOSCH Wischer Aerotwin 650/550 als komplettes Set kaufen, oder im Internet 6 lose Wischer-Gummis 700mm für 7,- € inkl. Porto - für insges. 3 Wechsel. Man muss nur die Endkappen der Original-Wischer lösen, die (gekürzten) Gummis einfädeln und die Kappen wieder aufsetzen. Macht statt 55 € nur 2,34 € für den beidseitigen Wechsel. Die Wischqualität ist top! 

Silikonspray oder Teflon/PTFE-Spray für Kunststoff:

  • Trockenschmierspray
  • Pflege, Reinigung und Schmierung, schmutzabweisend
  • Ideal für Kunststoff und Kunststoff/Metall-Kombinationen 
  • Scharniere (Dachluken, WC-Klappe, ...)
  • Laufflächen (Verdunklung, Fliegengitter, Trittstufe, ...)
  • Schlösser (Pushlocks, etc.)
  • Gummi-Dichtungen
  • Seilzüge
  • Der Hersteller ist mit Sicherheit unwichtig!

Weißes Lithium-Sprühfett für Metall-Scharniere:

  • Professionelles Sprühfett für Metall/Metall-Kombinationen
  • Schmierung; Pflege
  • Wasserabweisend, für Außenanwendungen gut geeignet
  • Rostschutz
  • Gut und lang haftend
  • Kriecht gut, tropft nicht und gut abwischbar
  • Ideal für alle Metallscharniere (Türen, Klappen, Motorhaube, ...)
  • Der jeweilige Hersteller ist mit Sicherheit unwichtig!

Schlagloch: Motor springt nicht mehr an


Es kann vorkommen, dass das Fahrzeug nach einer Schlaglochfahrt oder Vollbremsung ausgeht und sich dann nicht mehr starten lässt. Oft ist hier der ausgelöste "Crash-Sensor" die Ursache, weil er die Dieselzufuhr unterbricht: Im Beifahrerfußraum befindet sich rechts unterhalb des Handschuhfachs eine Abdeckung hinter der sich der Resetknopf "versteckt". Diesen wieder reindrücken und das Fahrzeug sollte wieder anspringen. Der Hinweis auf diesen Schalter und dessen Bedienung steht auch in der Bedienungsanleitung in der Rubrik "Kraftstoff" auf Seite 149. Viele wissen das nicht...

Wenn HillHolder und Esp ausfallen


Wenn plötzlich die Anzeige "Hillholder/ESP nicht verfügbar" aufleuchtet, sollte man zuerst mal die Zündung ausschalten, warten und dann nochmal einschalten. Das ist unsere persönliche Erfahrung.

In einem Kastenwagenforum fand ich noch diesen Hinweis: Unbedingt mal die Bremslichter überprüfen! Wenn die nicht funktionieren, liegt es meist an einem defekten Mikroschalter am Bremspedal - dann bekommen das Hillholder- und das Stabilisierungsprogramm nicht die benötigten Informationen von der Bremse. Ob das so wirklich so ist, weiß ich nicht.

Zentralverriegelung geht nicht


Wenn die Zentralverriegelung nicht mehr funktioniert, ist häufig die Batterie des Funkschlüssels leer. Wenn sich nach einem Batteriewechsel immer noch nichts tut, sollte man für einen kurzen Moment die Fahrzeugbatterie abklemmen (Massekabel reicht) und dann wieder anschließen. Dann fährt der "Fahrzeugrechner" wieder hoch und die Software hat ihre vorherigen Macken oftmals einfach vergessen. Nun sollte eigentlich auch die Zentralverriegelung wieder einwandfrei arbeiten. Nicht vergessen: Die Uhr und das Datum müssen noch richtig eingestellt werden ...

TÜV: Die erste HU nach drei Jahren


Februar 2020: Unser Wohnmobil "Carl Camper" (wir nennen ihn mal beim Namen) war heute bei seiner ersten Hauptuntersuchung (HU). Bei Neufahrzeugen ist diese erste "TÜV"-Vorfahrt nach drei Jahren vorgesehen, dann erst folgen die 2-Jahres-Intervalle. Nur der Vollständigkeit halber hier das Ergebnis: Keinerlei Mängel, keinerlei Beanstandungen oder Hinweise! Alles gut nach 50.000 km. Wir sind zufrieden und haben eine neue Plakette für 117,- € erworben.

Der Ur-Jumper von Citroën, ein Typ H (gebaut 1948-1981) - vermutlich schlecht gewartet!

Reifen für die 15" Stahlfelgen ...


... unser Auto braucht keine "schicken Schuhe" - es ist ein Camper auf SEVEL-Transporter-Basis!

 

Wir haben das Fahrzeug bewusst mit Ganzjahresreifen bestellt, da wir weder zweimal im Jahr die Reifen wechseln wollten noch bei unserer großen Europareise wussten, was uns erwartet: Es gab Schnee in Skandinavien und auf den Alpen- und Pyrenäen-Pässen genauso wie 40°C im Schatten in Portugal. Für uns sind Ganzjahresreifen zumindest bei einem Wohnmobil ein sehr guter Kompromiss. Zur Sicherheit haben wir aber im Winter einen Satz Schneeketten dabei.

 

Citroën gibt für den Standardreifen 225/70 R15 des "Light"-Fahrwerks folgende Werte in Form eines Aufklebers im Fahrertürrahmen vor: Vorderachse 4.1 bar, Hinterachse 4.5 bar

 

Die Reifen erschienen mir bei diesen Werten anfangs trotz voller Beladung mit ca. 3,4 Tonnen Gesamtgewicht sehr hart. Die Lenkung war zwar super präzise, aber man spürte nahezu jeden Kanaldeckel. Ich bin dann etwa 1 Jahr lang mit 3.8 bar vorne und 4.1 bar hinten gefahren und dann tatsächlich einen etwas höheren Verbrauch und vor allem (an den Außenkanten) deutlich stärker abgefahrene Vorderreifen registriert. Bei Kilometerstand 43.000 km habe ich die Reifen achsweise getauscht, also die Hinterachsreifen nach vorne getan und fahre jetzt wieder mit dem von Citroën vorgegebenen Luftdruck von 4.1/4.5 bar. Allerdings bei warmen Reifen! 

 

Radmutter-Anzugsdrehmoment für Jumper mit Stahlfelgen: 180 Nm!

 

Luftdrucktabelle der 15" Ganzjahres-Serienbereifung von Pirelli:

Quelle: Pirelli Deutschland GmbH
Quelle: Pirelli Deutschland GmbH

Ein Satz neue Reifen nach 53.000 km


Wir hatten einen Platten - ein Nagel steckte in der Lauffläche. Zum Glück wurden wir dank des Reifendruck-Kontrollsystems (RDKS) früh gewarnt und konnten gerade noch rechtzeitig eine Werkstatt erreichen. Eigentlich war dort schon Feierabend und alle Hallen belegt, aber ein netter Monteur, der gerade abschließen wollte, war bereit, uns zu helfen. Hebebühne ging nicht, deshalb klassisch mit Wagenheber: In 15 Minuten war trotz Gewitter mit Starkregen das Ersatzrad montiert. Ich hätte das in meinem Zustand kräftemäßig überhaupt nicht geschafft! 

 

Da wir sowieso mit dem Gedanken spielten, langsam neue Reifen nach drei Jahren und > 53.000 km aufzuziehen, war jetzt der richtige Moment gekommen. Die Reifen kamen zwar noch locker über den TÜV, aber mit etwa 3 mm Restprofil bei den Vorderreifen hatten wir geplant, spätestens im Herbst neue Reifen zu besorgen. Jetzt war es durch den Platten halt früher fällig. Zwei neue Vorderreifen hätten es getan, aber wir haben alle gewechselt und jetzt besitzen wir noch zwei ordentliche zusätzliche Ersatzreifen für die nächsten Platten.

Bemerkenswert finde ich, dass die Pirelli Chrono Four Seasons Reifen nach 53.000 km auf der Hinterachse noch 6 mm Profiltiefe in der Laufflächenmitte hatten. Vorne waren es noch 3-4 mm in der Mitte, aber die Außenränder waren schon sehr abgerubbelt. 

 

Urspünglich wollten wir auf größere 16" Felgen und einen anderen Reifenquerschnitt umsteigen, um etwas an Bodenfreiheit zu gewinnen, aber nachdem wir vom TÜV nach langer Prüfung meiner Fahrzeugdaten (COC u.a.) die Info erhielten, dass das nur mit Einzelabnahme möglich sei, haben wir davon abgesehen. Es bleibt bei R15" und es wird auch wieder ein Ganzjahresreifen werden. Damit kamen wir gut klar und reduzieren den Aufwand und die Kosten für einen zweiten Reifensatz. Im Winter wird das Auto sowieso kaum bewegt. Einige aktuelle Ganzjahresreifen-Tests wurden studiert und schnell war der neue Reifen gefunden: Der Sieger in allen Tests war der Continental VanContact 4Season "C". Es gibt noch eine spezielle "CP" Camper-Version des Reifens mit einer höheren Traglast, die wir jedoch nicht benötigen und die es auch nicht in der Kombination "4Seasons" und R15 gibt! Mit dem Rückbau des Ersatzrads zahlen wir komplett für alles 560,- €. Im Internet gibt es die Reifen zwar günstiger, aber wir wollen den fairen Reifenhändler vor Ort auch fair bezahlen. 

 

Continental VanContact 4Season 225/70 R15 C 112/110R: Beschreibung und Reifendrucktabelle  (Quelle: Continental)

Den richtigen Luftdruckwert werde ich letztlich abhängig von Beladung und Fahrverhalten wählen. Irgendwo zwischen 3.5/4.0 und 3.8/4.3 bar (VA/HA). Die Warngrenzen des Reifendruckkontrollsystems (RDKS) habe ich bereits bei der ersten Inspektion an niedrigere Drücke anpassen lassen.

 

Ich war nach der Montage der Conti-Reifen irritiert, weil die Profilrillen auf der rechten und linken Autoseite parallel laufen und nicht gespiegelt sind. Ich habe mich bei Continental und in einem Forum schlau gemacht: Man nennt dieses Reifenprofil "symmetrisch ungerichtet" - die Reifen haben keinen Rotationsrichtungspfeil und keine "Inside/Outside"-Kennzeichnung und können daher beliebig auf die Felgen aufgezogen werden.

 

Unsere passenden WoMo-Schneeketten für 225/70R15C: König XB-16230 für ca. 90,- € haben wir bislang noch nicht in der Praxis ausprobiert, aber der der erste Test-Anziehversuch bei +20° Außentemperatur hat wunderbar geklappt.