Wasser im Wohnmobil


In einem voll ausgestatteten Wohnmobil gibt es natürlich auch "fließendes" Wasser. Wir haben einen 100 Liter Frischwassertank an Bord, der die Spüle, das Handwaschbecken im Bad und die Toilette mit Wasser versorgt.

 

Keime im Wasser

Wasser länger im Tank zu haben bedeutet natürlich auch immer, dass es zu Verunreinigungen und Verkeimungen kommen kann. Wir werden peinlichst darauf achten, unterwegs nur frisches Trinkwasser zu tanken und dafür auch einen separaten und sauberen Schlauch verwenden. Wenn Wasser länger steht und es auch noch warm wird, geht das ganz schnell mit der Bakterienbildung.

 

Aus diesem Grund haben wir zur Konservierung, also zum Schutz vor Verkeimung des Wasser ein im Tank frei schwimmendes Wasserkonservierungs-Netz :

 

Das Silbernetz (Silvertex-System von WM Aquatec) beruht auf einer biozid wirkenden Konservierungstechnologie, die aus einem textilen 3D-Gewirk besteht, das aus strukturgebenden Fasern und nasschemisch besilberten Fäden hergestellt ist. Das im Wassertank installierte Silbernetz garantiert eine kontrollierte Abgabe biozid wirkender Silberionen an das umgebende Trinkwasser. Diese innovative Technologie sorgt bereits im Lagertank des Rohwassers für eine Abtötung / Inaktivierung von Bakterien, Viren und Pilzen. Diese Konservierung des Trinkwassers ist nach §11 der Trinkwasserverordnung (TrinkwV 2001) zulässig. Die damit erreichte Lagerfähigkeit des Wassers erstreckt sich über das gesamte Wasser führende System, so dass es zu einem effektiven Schutz vor einer Verkeimung bzw. einer Biofilmbildung kommt (Quelle WM Aquatec).

 

Dieses Netz für ca. 45 Euro ist der Tankgröße - bei uns 100 Liter - angepasst und kann dort bis zu einem Jahr verbleiben. Im Handel gibt es jede Menge unterschiedlicher Konservierungsmittel. Eine Lösung ohne Silberionen wäre das hier.

 

Diese Konservierungsmittel verhindern jedoch nur die (Neu)-Bildung von Keimen, sie desinfizieren nicht bereits verkeimtes Wasser! I

 

Deshalb haben wir sicherheitshalber zum Desinfizieren bzw. Entkeimen noch trinkwassergeeignete Silberion-Tropfen mit Chlor dabei. Bei richtiger Dosierung ist Chlor nicht gesundheitschädlich (in den USA ist massenhaft Chlor im Trinkwasser), es kann aber ein leichter Chlorgeschmack wahrgenommen werden.

 

Unser Wasser aus dem Tank ist so oder so nur für die Toilettenspülung, zum Abwaschen, zum Reinigen und evtl. zum Kochen (da werden alle Keime abgetötet) gedacht. Trinken werden wir nur Wasser aus Flaschen.

 

Das Teil, das in Wohnmobilen wohl am häufigsten kaputt geht ist anscheinend die Tauch-Wasserpumpe des Frischwassertanks. Die unzähligen Beiträge zu diesem Thema in den Camperforen und auf den Webseiten der Wohnmobilisten bestätigen das eindrücklich. Selbst beim Verkaufsgespräch unseres Fahrzeugs freute sich der Verkäufer darüber, uns mitteilen zu können, dass eine Ersatzpumpe (kostenlos!) gleich mitgeliefert wird. Es macht wirklich Sinn, sich dieses "Ersatzteil" ins Auto zu legen bevor man losfährt. Unterwegs sind diese Pumpen nicht so einfach zu bekommen. Wie gesagt, auch für die Toilettenspülung braucht's eine Wasserpumpe!

Das sollte man dabei haben:

  • Konservierungs- und Desinfektionsmittel für den Frischwassertank
  • "Hausmeisterschlüssel" für Hähne aller Art, die von "Unbefugten" nicht aufgedreht werden sollen ;-)
  • "Wasserdieb" klein/groß für Hähne ohne Schraubgewinde
  • Wasserschlauch inkl.diverse Anschlüsse
  • Gießkanne oder Einfülltrichter für den kleinen Bedarf

Carl musste dringend Pipi

 

Bei einem Neufahrzeug ist es übrigens ratsam, bei Fahrzeugübernahme mal alle Schlauchschellen auf richtigen Sitz und Festigkeit zu überprüfen. Sonst ist die Überschrift "Wasser im Wohnmobil" unter Umständen wörtlich zu nehmen!

 

Wir hatten in unserem Fahrzeug leider das Problem, dass ein Warmwasserschlauch am Heizungsboiler nicht richtig befestigt war, so dass der Unterboden geflutet wurde. Zum Glück stand das Auto schräg, da wurde das Dilemma zeitnah durch das abtropfende Wasser am Heck entdeckt. Das Wasser lief unter den Boden und floss recht schnell ab. Das Wetter war gut und wir konnten alles lange bei laufender Gasheizung gut durchlüften und trocken legen.

 

Eine undichte Stelle bzw. ein Leck in einem Wohnmobil ausfindig zu machen, kann unter Umständen recht zeitaufwändig und schwierig sein: Die meisten Schlauchanschlüsse sind irgendwo hinter Klappen und Blenden versteckt und oft sehr schlecht zu erreichen!

 

Wasser-"Desaster": Video


"Chemie"-Toilette mit Wasserspülung

Wir haben die Kassettentoilette C200 von Thetford. Sie hat eine Wasserspülung und zum Zersetzen der Fäkalien und des Papiers, sowie zur Geruchsverbesserung empfiehlt der Hersteller chemische Zusätze. Davon gibt es jede Menge auf dem Markt. Die meisten mit hochaggressiver Chemie und recht teuer. Da wir in unserem Fahrzeug von Anfang an eine (auch recht kostenintensive) Absaugvorrichtung mit Filter von SOG nachgerüstet hatten, verzichten wir auf die Chemiekeule. Sehr günstig und vor allem in Klärwerken problemloser abzubauen, ist ein wenig Schmierseife (verflüssigte Kernseife) als Zusatz in der Kassette. Die Reinigung kann zusätzlich mit etwas verdünntem Essigreiniger durchgeführt werden. Die Umwelt dankt es euch!

 

Apropos: Am umweltverträglichsten wäre natürlich eine Trenntoilette, aber die können wir leider in unserem kleinen Bad nicht nachrüsten.

 

Übrigens braucht man für den gesamten Haushalt genauso wie für das Wohnmobil lediglich max. vier der biologisch abbaubaren Reinigungsmittel und keine aggressive Chemiekeule, die in unseren Klärwerken kaum herausgefiltert werden kann:

  • Wasch-Soda
  • Schmierseife
  • Essig
  • Zitronensäure