Wasser im Wohnmobil


 

In einem voll ausgestatteten Wohnmobil gibt es natürlich auch "fließendes" Wasser. Wir haben einen 100 Liter Frischwassertank an Bord, der die Spüle, das Handwaschbecken im Bad und die Toilette mit Wasser versorgt.

Das Wasser in unserem Wassertank dient uns ausschließlich zum Duschen, Abwaschen, als WC-Spülung und zum Nudel-, Reis- u. Kartoffelkochen. Getrunken wird nur Mineralwasser oder Tafelwasser aus Flaschen.

 

Keime im Wasser

Wasser länger im Tank zu haben bedeutet natürlich auch immer, dass es zu Verunreinigungen und Verkeimungen kommen kann. Wir werden peinlichst darauf achten, unterwegs nur frisches Trinkwasser zu tanken und dafür auch einen separaten und sauberen Schlauch verwenden. Wenn Wasser länger steht und es auch noch warm wird, geht das ganz schnell mit der Bakterienbildung.

 

Aus diesem Grund haben wir zur Konservierung, also zum Schutz vor Verkeimung des Wasser ein im Tank frei schwimmendes Wasserkonservierungs-"Netz" auf Silberionen-Basis von WM Aquatec - siehe Bild unten.

Dieses Netz für ca. 45 Euro ist der Tankgröße - bei uns 100 Liter - angepasst und kann dort bis zu einem Jahr verbleiben. Im Handel gibt es jede Menge unterschiedlicher Konservierungsmittel. Eine Lösung ohne Silberionen wäre das hier.

 

Diese Konservierungsmittel verhindern jedoch nur die (Neu)-Bildung von Keimen, sie desinfizieren nicht bereits verkeimtes Wasser!

 

Deshalb haben wir sicherheitshalber zum Desinfizieren bzw. Entkeimen noch für Trinkwasser geeignete Silberion-Tropfen mit Chlor dabei. Bei richtiger Dosierung ist Chlor nicht gesundheitsschädlich (in den USA ist massenhaft Chlor im Trinkwasser), es kann aber ein leichter Chlor-Geschmack wahrgenommen werden.

  

Das Teil, das in Wohnmobilen wohl am häufigsten kaputt geht ist anscheinend die Tauch-Wasserpumpe des Frischwassertanks. Die unzähligen Beiträge zu diesem Thema in den Camperforen und auf den Webseiten der Wohnmobilisten bestätigen das eindrücklich. Selbst beim Verkaufsgespräch unseres Fahrzeugs freute sich der Verkäufer darüber, uns mitteilen zu können, dass eine Ersatzpumpe (kostenlos!) gleich mitgeliefert wird. Es macht wirklich Sinn, sich dieses "Ersatzteil" ins Auto zu legen bevor man losfährt. Unterwegs sind diese Pumpen nicht so einfach zu bekommen. Wie gesagt, auch für die Toilettenspülung braucht es eine Wasserpumpe!

 

Silbernetz Wasserkonservierung Wohnmobil Kastenwagen

"Das Silbernetz (Silvertex-System von WM Aquatec) beruht auf einer biozid wirkenden Konservierungstechnologie, die aus einem textilen 3D-Gewirk besteht, das aus strukturgebenden Fasern und nass-chemisch besilberten Fäden hergestellt ist. Das im Wassertank installierte Silbernetz garantiert eine kontrollierte Abgabe biozid wirkender Silberionen an das umgebende Trinkwasser. Diese innovative Technologie sorgt bereits im Lagertank des Rohwassers für eine Abtötung / Inaktivierung von Bakterien, Viren und Pilzen. Diese Konservierung des Trinkwassers ist nach §11 der Trinkwasserverordnung (TrinkwV 2001) zulässig. Die damit erreichte Lagerfähigkeit des Wassers erstreckt sich über das gesamte Wasser führende System, so dass es zu einem effektiven Schutz vor einer Verkeimung bzw. einer Biofilmbildung kommt" (Quelle WM Aquatec).

Wasser Wohnmobil

Das sollte man dabei haben:

  • Konservierungs- und Desinfektionsmittel für den Frischwassertank (hier mit Chlor)
  • "Hausmeisterschlüssel" für Hähne aller Art, 
  • "Wasserdieb" klein/groß für Hähne ohne Schraubgewinde
  • 2x5m oder 1x10m Wasserschlauch inkl. diverser Anschlüsse und Kupplungen
  • 5 Liter Gießkanne und Einfülltrichter für den kleinen Bedarf

Unser Camper wurde mehrfach inkontinent!

 

Bei einem Neufahrzeug ist es übrigens ratsam, bei Fahrzeugübernahme mal alle Schlauchschellen auf richtigen Sitz und Festigkeit zu überprüfen. Sonst ist die Überschrift "Wasser im Wohnmobil" unter Umständen wörtlich zu nehmen! Wir hatten in unserem nagelneuen Fahrzeug bei der Erstbefüllung mit Wasser leider das Problem, dass ein Warmwasserschlauch am Heizungsboiler nicht richtig befestigt war, so dass der Unterboden geflutet wurde. Zum Glück stand das Auto schräg, da wurde das Dilemma zeitnah durch das abtropfende Wasser am Heck entdeckt. Das Wasser lief unter den Boden und floss recht schnell ab. Das Wetter war gut und wir konnten alles lange bei laufender Gasheizung gut durchlüften und trocken legen. Eine undichte Stelle bzw. ein Leck in einem Wohnmobil ausfindig zu machen, kann unter Umständen recht zeitaufwändig und schwierig sein: Die meisten Schlauchanschlüsse sind irgendwo hinter Klappen und Blenden versteckt und oft sehr schlecht zu erreichen!  

Wasser-"Desaster": Video

 

Wir hatten wiederholt Probleme mit undichten Schlauchverbindungen - siehe hier:

 

"Chemie"-Toilette mit Wasserspülung


Wir haben die Kassettentoilette C200-CS von Thetford.

 

Sie hat eine Wasserspülung und zum Zersetzen der Fäkalien und des Papiers, sowie zur Geruchsverbesserung empfiehlt der Hersteller chemische Zusätze. Davon gibt es jede Menge auf dem Markt. Die meisten mit hochaggressiver Chemie und recht teuer. Da wir in unserem Fahrzeug von Anfang an eine (auch recht kostenintensive) Absaugvorrichtung mit Filter von SOG nachgerüstet hatten, verzichten wir auf die Chemiekeule. Sehr günstig und vor allem in Klärwerken problemloser abzubauen, ist ein wenig Schmierseife (verflüssigte Kernseife) als Zusatz in der Kassette. Die Reinigung kann zusätzlich mit etwas verdünntem Essigreiniger durchgeführt werden. Die Umwelt dankt es euch!

 

Allgemeine Kassettentoiletten-Info von Thetford

 

Apropos: Am umweltverträglichsten wäre natürlich eine Trenntoilette (Trockentoilette), aber die können wir aus Platzgründen leider in unserem kleinen Bad mit klassischer Tür nicht problemlos nachrüsten.

 

Übrigens braucht man für den gesamten Haushalt genauso wie für das Wohnmobil lediglich max. vier der biologisch abbaubaren Reinigungsmittel und keine aggressive Chemiekeule, die in unseren Klärwerken kaum herausgefiltert werden kann:

  • Wasch-Soda
  • Schmierseife
  • Essig
  • Zitronensäure

Entkalken und desinfizieren des Wasserkreislaufs


Einmal im Jahr entkalken und desinfizieren wir den Frischwassertank, den Heizungsboiler und alle Verbindungsschläuche bis hin zu den Wasserhähnen. Den Frischwassertank reinigen wir zuerst manuell über die beiden Revisionsöffnungen.

 

Zum Entkalken des Systems verwenden dafür ausschließlich Zitronensäure. Wir lösen ca. 1 kg Zitronensäure in Pulverform in 20 Liter lauwarmem Wasser auf. Aber die Herstellerangabe beachten - in unserem Fall sind es 50 g Säurepulver pro Liter Wasser. Wir machen das einfach über zwei 10 Liter Wassereimer und geben das Ganze in den Frischwassertank. Dann wird die Wasserpumpe eingeschaltet und das komplette System inklusive des Warmwasserboilers gefüllt bis es entlüftet ist. Da sowohl die Kalt- als auch die Heißwasserschläuche gereinigt werden sollen, muss man die Wasserhähne auf "Mittelstellung" für Kalt- und Warmwasser stellen. Man sollte bei der Verwendung von Zitronensäure bzgl. der Wassertemperatur jedoch kalt bzw. lauwarm entkalken, damit sich keine Calciumcitrate bilden. Den Warmwasserboiler deshalb nicht einschalten! 10 Liter der Lösung gehen in den Boiler, der Rest sollte für alle Leitungen inkl. der "Entlüftungsmenge" reichen.

 

Sobald das Wasser blasenfrei aus den Wasserhähnen kommt, schließen wir die Hähne und warten etwa einen halben Tag. Danach entleeren wir das ganze System über eine Entsorgungsstation auf dem örtlichen Stellplatz und spülen noch einmal mit 100 Liter Frischwasser nach. Neben den beiden Wasserhähnen (Waschbecken/Spüle) auch an die Toilettenspülung denken! Es ist ratsam, bei den Arbeiten Gummihandschuhe und eine Schutzbrille zu tragen. 

Unsere Aussendusche


Aussendusche Wohnmobil Kastenwagen

Pfiffig an unserem Wohnmobil ist das kleine Badezimmer-Fenster - es ist längst nicht in allen Kastenwagenmodellen vorhanden! So ist das Bad gut zu lüften und man kann auch den langen Duschschlauch nach außen legen. Mit einer Brausenhalterung mit Saugknopf für unter 5 € kann man wunderbar außerhalb des Autos duschen! Wenn man ungestört sein möchte, "baut" man in zwei Sekunden noch ein Dusch-Wurfzelt für 30 € auf. Perfekt! Das grün-transparente Plastikteil ist ein selbst gebastelter Tropfenfänger, der sich sehr bewährt hat.

Das ist eine praktische Alternative zur oben gezeigten Outdoor-Dusche: Einfach eine PET-Flasche (mit ungesüßtem Inhalt) verwenden und den selbst gebastelten Brausendeckel aufschrauben. Für ein perfektes Sprühbild (immens wichtig, um Wasser zu sparen) ist es entscheidend, dass man die Löcher exakt im richtigen Winkel mit einer Nadel sticht!

;-) 

Beim Outdoor-Duschen unbedingt eine biologisch abbaubare "Outdoorseife" verwenden und nicht gerade direkt am See- bzw. Flussufer duschen!