Stromversorgung


In Sachen "Strom" sind wir recht unabhängig - das haben wir an Bord:

  • Eine Fahrzeugbatterie, die über die Lichtmaschine versorgt wird.
  • Zwei zusätzliche Batterien 95Ah AGM für den "Aufbau", also für den Wohnbereich mit all seinen Verbrauchern.
  • Ein Solarpanel mit 100W Leistung inkl. 150W iBoost, das die Wohnraumbatterien bei Sonnenschein lädt.
  • Ein Batterie-Ladebooster mit 25A Leistung, der während der Fahrt die Wohnraumbatterien zusätzlich lädt.
  • Eine fest verbaute CEE-Außensteckdose mit entsprechenden Kabel-Adaptern CEE/Schuko für den "Landstrom", also die direkte Versorgung über ein 230V Netz. Hier werden die Wohnraumbatterien und auch die Startbatterie geladen.
  • Premium-Verlängerungskabel für Outdoor- und Baustelleneinsätze, 25 Meter.

Unsere Strom-Erfahrung nach mehr als 2 Jahren


Wir sind jetzt seit April '17 in Europa unterwegs und haben bislang noch nie "Landstrom" benötigt, also Strom vom 230V-Netz eines Campingplatzes bzw. Stellplatzes. Ein paar Mal haben wir das Fahrzeug unter "Landstrom" genommen, wenn es halt im Preis des Campingplatzes inbegriffen war. Nötig hatten wir ihn nicht!

 

Die Kombination einer 100W Solaranlage mit i-Boost und einem 25A Ladebooster reichte bei wechselhaftem Wetter für unsere Stromverbraucher aus: Ein wirklich leistungsstarkes Notebook, zwei Handys, MP3-Player, e-Book-Reader, diverse Kamera- und AA-Akku-Ladegeräte, sowie unser größter Stromschlucker: Der Kompressor-Kühlschrank. Alle Geräte wurden täglich und sehr häufig genutzt. Allerdings muss man erwähnen, dass wir bisher nicht länger als fünf Tage mit dem unbewegten Fahrzeug standen und ich daher nicht genau weiß, welchen Anteil an der positiven Strom-Bilanz der Ladebooster hat, der ja nur während der Fahrt arbeitet. Unser Fazit nach mehr als zwei Jahren Wohnmobileinsatz von März bis November: Wir brauchen vorerst nicht mehr!

Solaranlage


Klingt erstmal logisch: Die passende Größe der Solaranlage ist vom Stromverbrauch abhängig!

 

Einfach gesagt ist die Leistungsfähigkeit der Solaranlage dann ausreichend, wenn der Strom, den ihr über den Tag verbraucht, während des nächsten Tages komplett wieder aufgeladen wird. Beim Fahren wird die Lichtmaschine die Batterien wieder aufladen, aber wenn man länger an einem Ort verweilt sieht das anders aus. Denn dann reicht die produzierte Menge an Strom nicht mehr aus. Die Folge wird auf längere Sicht gesehen sein, dass sich Ihre Bordbatterie komplett entlädt, da sie nie vollständig aufgeladen wird. Und um genau für solche Fälle vorzusorgen, sollte man über die Aufrüstung mit einer Solaranlage nachdenken. Klar ist natürlich auch, dass die tatsächliche Leistung "direkt" von der Sonneneinstrahlung abhängt - also unterm Baum im Schatten oder im tristen Winterwetter gibt's halt entsprechend weniger Power!

 

Es ist schwierig im Vorfeld zu kalkulieren wie groß die geplante Solaranlage sein muss, zumal die Berechnung im Winter anders aussieht als im Sommer. Letztlich hängt die Größe der Solaranlage von deiner Verhaltensweise und deinem ganz individuellen Stromkonsum ab.

 

Scheinbar gute Erfahrungswerte habe ich im Internet gefunden:

  • Kleine Campervans ohne TV und Sat-Anlage, die in der Zeit von Frühling bis Herbst unterwegs sind und lediglich mit den Verbrauchern Licht, Wasserpumpe und Radio ausgestattet sind, kommen wohl mit einer Solaranlage mit einer Leistung von 80-100 Watt gut hin.
  • Kleinere bis mittlere Fahrzeuge, die mit Licht, Wasserpumpe, Radio, Heizung und Fernseher ausgestattet sind und ebenfalls hauptsächlich in den Sommermonaten reisen, benötigen Anlagen, die schon 100 Watt bis 200 Watt Leistung bringen sollten.
  • Bei großen Reisemobilen, die ganzjährig unterwegs und umfangreich mit vielen Stromverbrauchern ausgestattet sind, ist eine Anlage mit einer Leistung ab 200 Watt für eine ausreichende Stromzufuhr sinnvoll.

Unser netter und sehr erfahrener Wohnmobil-Verkäufer meinte, dass für uns und unser Fahrzeug eine 100 Watt Solaranlage mit entsprechendem Laderegler ausreicht. Wir haben die Anlage Alden 100W mit i-Boost 150W Regler.  Empfohlen hat er uns jedoch, zusätzlich einen sogenannten Batterie-Ladebooster zu installieren, um im Fahrbetrieb die beiden Bordbatterien immer gut aufzuladen.

 

Es gibt sehr viele Camper, die der Meinung sind, man könne nie genug Solarpower auf dem Autodach haben. Das ist grundsätzlich vielleicht auch richtig so, aber wenn unsere beiden Wohnraumbatterien voll sind, sind sie eben voll. Wir verbrauchen nicht so viel Strom. Ehrlich gesagt, sind wir auch weder bereit dafür mehr Geld auszugeben, noch in der technischen/handwerklichen Lage, Solarpanels, Regler und Verkabelung selbst zu verbauen. Wir sind stromtechnisch gesehen absolute Vollhonks.

Batterie-Ladebooster


Die serienmäßigen Kfz-Lichtmaschinen sind darauf abgestimmt, die "Auto"-, also die Start-Batterie zu laden und das tun sie auch entsprechend gut. Bei einem Wohnmobil hat man aber in der Regel auch noch ein bis zwei zusätzliche "Wohnraum"-Batterien an Bord. Und dann ist es oft so, dass die Lichtmaschine diese Bord-Batterien während der Fahrt nicht mehr vollständig aufladen kann. Der Wohnmobilist hat aber die Möglichkeit, das Fahrzeug nachträglich mit einem Ladebooster nachzurüsten. Er dient zum optimalen Aufladen von 6-zelligen 12V Bleisäure-, Bleigel-, AGM- und Lithium-Batterien in Wohnmobilen während der Fahrt unabhängig von der Lichtmaschinenspannung.

 

Bei Euro-6 Fahrzeugen mit Stop&Start-Technik (und nur bei diesen!) sind die Lichtmaschinen meist softwaremäßig mit energiesparenden Ladestrategien ausgestattet. Hier kann ein Ladebooster besonders sinnvoll sein, da die Ladespannung der Lichtmaschine stark schwanken kann (12,6 – 15,0 Volt). Bei konventionellen, also ungeregelten Lichtmaschinen (die Stop&Start-Technik wurde bislang bei Wohnmobilen so gut wie nie verbaut!!!) wird die Ladung der Batterien jedoch durch Einsatz eines Boosters verbessert. Bei AGM-Batterien, die eine Ladespannung von 14,7 Volt oder mehr verlangen, kann der Einbau eines Ladeboosters sinnvoll sein. Die Hersteller dieser Technik schreiben dazu logischerweise etwas anderes auf ihren Homepages und in ihren Prospekten: "Die Verwendung eines Boosters ist unverzichtbar". (Info-Quelle: Schaudt)

 

Wir haben den neuen und relativ günstigen Booster Schaudt WA121525 mit lediglich 25A bis max. 30A Ladestrom verbaut. Er kostet ~130,- € ohne Einbau.

Brennstoffzelle: Eine Investition in die Zukunft ?


Die Arbeitsweise einer Brennstoffzelle ist im Grunde denkbar einfach. Sie arbeitet nach einem "schlichten" Prinzip: Chemische Energie wird in elektrische Energie umgewandelt. Wasserstoff wird an der Anode der Zelle in Elektronen und Protonen aufgespalten - wie bei einer Elektrolyse. Die Protonen werden über einen Elektrolyten (Stromleiter) zur Kathode geleitet, während die Elektronen zuerst zu elektrischen Verbrauchern gelangen, ehe sie ebenfalls an der Kathode angekommen. Dort verbinden sich die Wasserstoff- und Sauerstoffmoleküle zu Wasser, das als einziger "Rückstoff" dieses Vorgangs übrig bleibt. Die exotherme Reaktion setzt Wärme frei, generiert damit Energie. Cool, oder?

 

Die Technik ist noch relativ teuer, aber es gibt schon leistungsfähige Brennstoffzellen für etwa 2000 Euro. "Betankt" werden die Zellen mit sogenannen Tankpatronen, die wohl auch schon bundesweit verbreitet sind. Eine 10-Liter-Tankpatrone reicht für gut 4 Wochen. Die Methanolpatronen sind an über 500 Verkaufsstellen und natürlich über die Online-Shops der Anbieter erhältlich.

 

Der große Vorteil der Brennstoffzelle gegenüber der herkömmlichen Stromgewinnung ist sicherlich der hohe Wirkungsgrad. Man kann davon ausgehen, dass er, gemessen an den traditionellen Stromerzeugern, mit einem Wirkungsgrad von rund 65% weit vorne liegt. Ein weiterer Vorteil ist der flexible Einsatz dieser nur etwa 8 kg schweren Zellen, sowie deren extrem geringer "Verschleiß". Die meisten Brennstoffzellen produzieren als Abfallprodukt lediglich Wasserdampf und Kohlendioxid. Somit gehören sie zu den umweltfreundlichen Energielieferanten.

 

Allgemeine Info zu Brennstoffzelle / Solaranlage: hier klicken!

Wechselrichter - braucht man das?


Viele, wenn nicht sogar die meisten Wohnmobilisten rüsten ihre Fahrzeuge mit einem Wechselrichter, auch Inverter genannt auf: Er wandelt die 12V Gleichspannung in 230V Wechselspannung um. Das macht durchaus Sinn, wenn man leistungsstarke Verbraucher nutzen möchte. Einen 2000 Watt Fön etwa oder den obligatorischen Kaffee- bzw. Espresso-Vollautomaten, der für viele Camper ja anscheinend zur Lebensgrundlage gehört. Bei Wechselrichtern unterscheidet man eine reine Sinuswelle von einer modifizierten Sinuswelle. Für empfindliche Geräte sollte man einen mit reiner, bzw. echter Sinuswelle verwenden. Die Preise für leistungsstarke Inverter mit 1500 Watt und mehr sind recht hoch und die Installation sollte man unbedingt Fachleuten überlassen. Alternativ kann man auch Inverter einsetzen, die über den Zigarettenanzünder gespeist werden, aber hier ist meist bei 150 Watt Schluss.

 

Nun, wir haben uns für die 12V Ladegerät- und 12V Netzteil-Variante ohne Wechselrichter entschieden. Ein Fön wird selten (und wenn, dann auf einem Campingplatz) und ein Kaffeeautomat nie benutzt - weil wir keinen brauchen. Da ist es bei unseren "Geräten" sinnvoller, die 12V direkt zu verwenden anstatt über einen Wechselrichter 230V zu generieren. Zumal die Inverter auch zusätzlich Strom für die Umwandlung verbrauchen - "Strom sparen" funktioniert hier nicht! Wenn wir einmal tatsächlich die 230V benötigen, müssen wir "Landstrom" beziehen, uns also auf einem Camping- oder Stellplatz mit der Energie versorgen.

Elektrische Zusatzheizung


Wenn das Gas knapp wird und man keine Dieselheizung hat ist man froh, wenn man elektrisch zuheizen kann. Das geht natürlich nur auf einem Stell- bzw. Campingplatz mit Stromversorgung. Wir haben diesen kleinen, leichten und sehr günstigen Heizlüfter:

 

Keramik Heizlüfter | 3 Stufen (kalt,warm,heiß) | Thermostat | Oszillierend - Rotation | 2 Leistungsstufen: 750/1500 Watt | 230 Volt | Überhitzungsschutz | Umfall-Notaus | 980 g | 130x200x300mm.


Der Lüfter ist momentan unter verschiedenen Markennamen für 25,- bis 30,- € zu bekommen. Wir haben ihn bislang nur Zuhause im Winter bei -10° Celcius getestet: Alles funktioniert bestens und er riecht überhaupt nicht. Die Verarbeitung ist ordentlich. Selbst bei lediglich 750 Watt wird es richtig warm im Auto und man kann den Lüfter auf der niedrigen Stufe auch auf schwach abgesicherten Plätzen benutzen. Im Sommer ist er als reiner Ventilator zu verwenden. Mehr braucht es eigentlich nicht, um das Auto mit 230 Volt Landstrom mollig warm zu bekommen!