Stromversorgung


Das haben wir in Sachen "Strom" an Bord:

  • Eine Fahrzeugbatterie, die über die Lichtmaschine versorgt wird.
  • Zwei zusätzliche Batterien 95Ah AGM für den "Aufbau", also für den Wohnbereich mit all seinen Verbrauchern.
  • Ein Solarpanel mit 100W Leistung inkl. 150W iBoost, der die Wohnraumbatterien bei Sonnenschein lädt.
  • Ein Batterie-Ladebooster mit 25A Leistung, der während der Fahrt zusätzlich die Wohnraumbatterien lädt.
  • Eine Außensteckdose mit Ladegrät für 230V "Landstrom", also die direkte Versorgung über ein 230V Netz. Hier werden auch die "Wohnraumbatterien" geladen.

Unsere Strom-Erfahrung nach sechs Monaten Reise

Wir sind jetzt 6 Monate in Europa unterwegs gewesen und haben bislang keinen "Landstrom", also Strom vom 230V-Netz eines Campingplatzes bzw. Stellplatzes benötigt. Die Kombination einer 100W Solaranlage mit iBoost und einem 25A Ladebooster reichte bei wechselhaftem Wetter für unsere Stromverbraucher aus: Ein wirklich leistungsstarkes Notebook, zwei Handys, MP3-Player, e-Book-Reader, diverse Kamera- und AA-Akku-Ladegeräte, sowie unser größter Stromschlucker: Der Kühlschrank. Allerdings muss man erwähnen, dass wir bisher nicht länger als vier Tage mit dem Fahrzeug standen und ich daher nicht genau weiß, welchen Anteil an der positiven Bilanz der Ladebooster hat, der ja nur während der Fahrt arbeitet. Unser Fazit: Wir brauchen vorerst nicht mehr!


Solaranlage

Klingt erstmal logisch: Die passende Größe der Solaranlage ist vom Stromverbrauch abhängig!

 

Einfach gesagt ist die Leistungsfähigkeit der Solaranlage dann ausreichend, wenn der Strom, den ihr über den Tag verbraucht, während des nächsten Tages komplett wieder aufgeladen wird. Beim Fahren wird die Lichtmaschine die Batterien wieder aufladen, aber wenn man länger an einem Ort verweilt sieht das anders aus. Denn dann reicht die produzierte Menge an Strom nicht mehr aus. Die Folge wird auf längere Sicht gesehen sein, dass sich Ihre Bordbatterie komplett entlädt, da sie nie vollständig aufgeladen wird. Und um genau für solche Fälle vorzusorgen, sollte man über die Aufrüstung mit einer Solaranlage nachdenken. Klar ist natürlich auch, dass die tatsächliche Leistung "direkt" von der Sonneneinstrahlung abhängt - also unterm Baum im Schatten oder im tristen Winterwetter gibt's halt entsprechend weniger Power!

 

Es ist schwierig im Vorfeld zu kalkulieren wie groß die geplante Solaranlage sein muss, zumal die Berechnung im Winter anders aussieht als im Sommer. Letztlich hängt die Größe der Solaranlage von deiner Verhaltensweise und deinem ganz individuellen Stromkonsum ab.

 

Scheinbar gute Erfahrungswerte habe ich im Internet gefunden:

  • Kleine Campervans ohne TV und Sat-Anlage, die in der Zeit von Frühling bis Herbst unterwegs sind und lediglich mit den Verbrauchern Licht, Wasserpumpe und Radio ausgestattet sind, kommen wohl mit einer Solaranlage mit einer Leistung von 50-60 Watt gut hin.
  • Kleinere bis mittlere Fahrzeuge, die mit Licht, Wasserpumpe, Radio, Heizung und Fernseher ausgestattet sind und ebenfalls hauptsächlich in den Sommermonaten reisen, benötigen Anlagen, die schon zwischen 75 und 100 Watt Leistung bringen sollten.
  • Bei großen Reisemobilen, die ganzjährig unterwegs und komplett ausgestattet sind, ist eine Anlage mit einer Leistung ab 200 Watt für eine ausreichende Stromzufuhr sinnvoll.

Unser netter und sehr erfahrener Wohnmobil-Verkäufer meinte, dass für uns und unser Fahrzeug eine 100 Watt Solaranlage mit entsprechendem Laderegler ausreicht. Wir haben die Anlage Alden 100W mit iBoost 150W.  Empfohlen hat er uns jedoch, zusätzlich einen sogenannten Batterie-Ladebooster zu installieren, um im Fahrbetrieb die beiden Bordbatterien immer gut aufzuladen.


Batterie-Ladebooster

Die serienmäßigen Kfz-Lichtmaschinen sind darauf abgestimmt, die "Auto"-, also die Start-Batterie zu laden und das tun sie auch entsprechend gut. Bei einem Wohnmobil hat man aber in der Regel auch noch ein bis zwei zusätzliche "Wohnraum"-Batterien an Bord. Und dann ist es oft so, dass die Lichtmaschine diese Bord-Batterien während der Fahrt nicht mehr vollständig aufladen kann. Der Wohnmobilist hat aber die Möglichkeit, den Campervan nachträglich mit einem Ladebooster nachzurüsten. Er dient zum optimalen Aufladen von 6-zelligen 12V Bleisäure-, Bleigel-, AGM- und Lithium-Batterien in Wohnmobilen während der Fahrt unabhängig von der Lichtmaschinenspannung. Bei Euro-6 Fahrzeugen mit Stop&Start-Technik (und nur bei diesen!) sind die Lichtmaschinen meist mit energiesparenden Ladestrategien ausgestattet. Hier kann ein Ladebooster besonders sinnvoll sein, da die Ladespannung der Lichtmaschine stark schwanken kann (12,6 – 15,0V). Bei konventionellen Lichtmaschinen wird die Wohnraumbatterieladung durch Einsatz eines Boosters ebenfalls verbessert. Bei AGM-Batterien, die eine Ladespannung von 14,7V oder mehr verlangen, ist die Verwendung eines Boosters (laut Hersteller) "unverzichtbar". (Info-Quelle: Schaudt)

 

Wir haben den neuen und relativ günstigen Booster Schaudt WA121525 mit 25A bis max. 30A Ladestrom. Er kostet ~130,- € ohne Einbau.


Brennstoffzelle: Investition in die Zukunft

Die Arbeitsweise einer Brennstoffzelle ist im Grunde denkbar einfach. Sie arbeitet nach einem "schlichten" Prinzip: Chemische Energie wird in elektrische Energie umgewandelt. Wasserstoff wird an der Anode der Zelle in Elektronen und Protonen aufgespalten - wie bei einer Elektrolyse. Die Protonen werden über einen Elektrolyten (Stromleiter) zur Kathode geleitet, während die Elektronen zuerst zu elektrischen Verbrauchern gelangen, ehe sie ebenfalls an der Kathode angekommen. Dort verbinden sich die Wasserstoff- und Sauerstoffmoleküle zu Wasser, das als einziger Rückstoff dieses Vorgangs übrig bleibt. Die exotherme Reaktion setzt Wärme frei, generiert damit Energie. Cool, oder?

 

Die Technik ist noch relativ teuer, aber es gibt schon leistungsfähige Brennstoffzellen für etwa 2000 Euro. "Betankt" werden die Zellen mit sogenannen Tankpatronen, die wohl auch schon bundesweit verbreitet sind. Eine 10-Liter-Tankpatrone reicht für gut 4 Wochen. Die Methanolpatronen sind an über 500 Verkaufsstellen und natürlich über die Online-Shops der Anbieter erhältlich.

 

Der große Vorteil der Brennstoffzelle gegenüber der herkömmlichen Stromgewinnung ist sicherlich der hohe Wirkungsgrad. Man kann davon ausgehen, dass er, gemessen an den traditionellen Stromerzeugern, mit einem Wirkungsgrad von rund 65% weit vorne liegt. Ein weiterer Vorteil ist der flexible Einsatz dieser nur etwa 8kg schweren Zellen, sowie deren extrem geringer "Verschleiß". Die meisten Brennstoffzellen produzieren als Abfallprodukt lediglich Wasserdampf und Kohlendioxid. Somit gehören sie zu den umweltfreundlichen Energielieferanten.


Wechselrichter - braucht man das?

Viele, wenn nicht sogar die meisten Wohnmobilisten rüsten ihre Fahrzeuge mit einem Wechselrichter, auch Inverter genannt auf: Er wandelt die 12V Gleichspannung in 230V Wechselspannung um. Das macht durchaus Sinn, wenn man leistungsstarke Verbraucher nutzen möchte. Einen 2000 Watt Fön etwa oder den obligatorischen Kaffee- bzw. Espresso-Vollautomaten, der für viel Camper ja anscheindend zur Lebensgrundlage gehört. Bei Wechselrichtern unterscheidet man eine reine Sinuswelle von einer modifizierten Sinuswelle. Für empfindliche Geräte sollte man einen mit reiner, bzw. echter Sinuswelle verwenden. Die Preise für leistungsstarke Inverter mit 1500 Watt und mehr sind recht hoch und die Installation sollte man unbedingt Fachleuten überlassen. Alternativ kann man auch Inverter einsetzen, die über den Zigarettenanzünder gespeist werden, aber hier ist meist bei 150W Watt Schluss.

 

Nun, wir haben uns für die 12V Ladegerät- und 12V Netzteil-Variante ohne Wechselrichter entschieden. Ein Fön wird selten (und wenn, dann auf einem Campingplatz) und ein Kaffeautomat nie benutzt - weil wir keinen brauchen. Da ist es bei unseren "Geräten" sinnvoller, die 12V direkt zu verwenden anstatt über einen Wechselrichter 230V zu generieren. Zumal die Inverter auch zusätzlich Strom für die Umwandlung verbrauchen - "Strom sparen" funktioniert hier nicht! Wenn wir einmal tatsächlich die 230V benötigen, müssen wir "Landstrom" beziehen, uns also auf einem Camping- oder Stellplatz mit der Energie versorgen.


Elektrische Zusatzheizung

Wenn das Gas knapp wird und man keine Dieselheizung hat ist man froh, wenn man elektrisch zuheizen kann. Das geht natürlich nur auf einem Stell- bzw. Campingplatz mit Stromversorgung. Wir haben diesen kleinen, leichten und sehr günstigen Heizlüfter:

 

Keramik Heizlüfter | 3 Stufen (kalt,warm,heiß) | Thermostat | Oszillierend - Rotation | 2 Leistungsstufen: 750/1500 Watt | 230 Volt | Überhitzungsschutz | Umfall-Notaus | 980 g | 130x200x300mm.


Der Lüfter ist momentan unter verschiedenen Markennamen für 25,- bis 30,- € zu bekommen. Alles funzt bestens und er stinkt überhaupt nicht. Die Verarbeitung ist ordentlich. Selbst bei 750 Watt wird es richtig warm im Auto und man kann den Lüfter auf der niedrigen Stufe auch auf schwach abgesicherten Plätzen benutzen. Im Sommer ist er als Ventilator zu gebrauchen.

 

Mehr braucht es nicht!