Pleiten, Pech und Pannen


In der zweiten Februar-Woche 2017 war es soweit:

 

Wir konnten den Wagen endlich beim Händler abholen. Leider lief einiges schief - im Grunde eine kosequente Fortsetzung der für uns oftmals nicht zufriedenstellenden Kundenbetreuung durch unseren (fachlich wirklich sehr kompetenten) Verkäufer und dessen Arbeitgeber, dem Wohnmobil-Händler: Sehr schlechte Erreichbarkeit, nicht eingehaltene Rückruftermine, falsche Zusagen und extrem schlechte Kommunikation mit uns und dummerweise auch zwischen Verkäufer, Händler und Subunternehmerwerkstatt. Die meisten Vereinbarungen gab es nur mündlich und selbst auf unsere Bitte hin, wurden sie oft nicht befriedigend schriftlich fixiert.

 

Auf der anderen Seite muss aber auch erwähnt werden, dass wir das Gefühl hatten, fachlich wirklich sehr gut beraten worden zu sein und man hat uns als Neulinge in dieser Materie auch nicht zu unsinnigen weiteren technischen "Camper-Gimmicks" geraten. Hier war weniger mal mehr!

 

Aber das ist leider bei der Fahrzeugübergabe vorgefallen:

  • Das von uns heiß erwartete Fahrzeug stand schon zwei Wochen beim Händler, es wurde aber vergessen, mir die Fahrzeugpapiere zu schicken. Erst nach zwei Telefonaten wurde dies (erneut?) veranlasst.
  • Kurz vor der Fahrzeug-Übergabe gab es ein weiteresTelefonat (mein Anruf beim Händler), bei dem sich herausstellte, dass die Werkstatt fälschlicherweise einen Auftrag zum Einbau eines Ladeboosters, nicht aber für die Montage der georderten Solaranlage hatte. Schriftlich und vorab mehrfach mündlich wurde die Solaranlage bestellt und ausdrücklich kein Ladebooster! Die Übergabe verzögerte sich daraufhin um eine weitere Woche.
  • Die Polsterbezüge aller Sitze und des Betts waren farblich abweichend von dem, was uns mehrfach auf Rückfrage bestätigt wurde. Zum Glück stand ein weiterer Clever Van mit der "richtigen" Polsterfarbe beim Händler auf dem Hof, sodass nach mehr als 4 Stunden die Sitze (leider von einem Vorjahresmodell - sie sehen unbequemer aus als die hellen Sitze, die ursprünglich drin waren...) und die Bettmatratze getauscht werden konnten.
  • Wir hatten das Fahrzeug ausdrücklich ohne Dekoraufkleber bestellt, sie sollten unaufgeklebt beigelegt werden. Unser Wagen war natürlich bunt beklebt. Die Aufkleber wurden aber mit Hilfe eines Heißluftföns vor Ort entfernt.
  • Die Schiebetür schloss an der linken oberen Ecke nicht - es blieb ein Spalt von ca. 10mm. Ein kräftiges Andrücken half zunächst. Erst die zweite Werkstatt konnte den Fehler beheben - zufrieden bin ich aber immer noch nicht: Mal schauen, wie der anfällige "Softlock" in ein paar Monaten funktioniert.
  • Das Auto hat zwei Lackkratzer: Einer ist wohl polierbar, der andere geht bis auf die Grundierung. Reaktion des Händlers: Ein Lackstift auf dem Postweg. Naja - es wird noch mehr Kratzer und Schrammen geben ...
  • Und nun der schlimmste "Fehler": Das zusätzliches Heosafe-Schloss an der Schiebetür wurde falsch montiert, sodass sich die Schiebetüre nur noch zu einem Drittel öffnen ließ. Leider bemerkten wir das erst Zuhause, da es am Tag der Übergabe dermaßen kalt war, dass wir die Tür nur einen Spalt öffneten, um sie hinter uns auch gleich wieder zu zuziehen. Die Reaktion unseres Händlers war anfangs unmöglich: Zuerst mal keine Entschuldigung und die Problemlösung mussten wir mehr oder weniger direkt mit der Subunternehmer-Werkstatt regeln. Das Doofe an der Sache ist, dass man das Schloß nicht einfach versetzen kann, da man sonst vier große Bohrlöcher im Karosserieblech neben der Schiebetür hat, die man verschweißen, schleifen und neu lackieren müsste. Dann wäre der Neuwagen von Anfang an nachlackiert - super! Die Tür wurde jetzt alternativ noch etwas nachjustiert: Sie kratzt nun leicht an der Innenverkleidung am Türschloss, lässt sich aber jetzt immerhin zu 90% öffnen.
  • Die Fahrzeugübergabe erstreckte sich zwar über Stunden aber bei der eigentlichen Einweisung wurden leider nur die nötigsten Informationen vermittelt. Das Problem war auch, dass wir absolute Camper-Neulinge sind und deshalb gar nicht einschätzen konnten, wie komplex die Gas-, Heizungs-, Wasser- und Toiletten-Details wirklich sind. Ich hätte gerne gesehen, wie man das Gas anschließt, aber dazu kam es nicht.
  • Die Branche befindet sich in einer Goldgräberstimmung: Wohnmobile verkaufen sich zur Zeit wie geschnitten Brot und da bleibt der Kundenservice und die Freundlichkeit bei einigen Händlern wohl auf der Strecke! Wundert mich auch nicht, denn die Mitarbeiter haben echt viel um die Ohren. Für die Pannen gab es anfangs keine "richtige" Entschuldigung durch den Händler. Aber wenigstens verhielt sich die fehlerverursachende Subunternehmer-Werkstatt ordentlich und hier gab es auch eine Entschuldigung! Es wurde mit dem Händler telefonisch und per Mail abgeklärt, ob wir uns mit der Werkstatt einigen konnten - trotzdem seltsam, denn das ganze Procedere hätte ich mir anders gewünscht - besonders bzgl. meiner vermuteten Wertminderung bei einem evtl. Verkauf des Fahrzeugs und insbesondere auch bzgl. meines Zeitaufwands und der "Fahrtkosten". Da erwarte ich eigentlich eine schriftliche Reaktion des Händlers...

Abschließend waren wir aber natürlich froh darüber, dass der Wagen rechtzeitig geliefert wurde, denn eine verspätete Auslieferung war unsere größte Sorge. Darüber hinaus wurden wir über eventuell auftretende Probleme mit dem Temperaturfühler und Regler des Vitrifrigo-Kühlschranks informiert. Hier erhielten wir bereits nach wenigen Tagen kostenfrei einen Austauschthermostat zugeschickt. Sehr gut! Jetzt müssen wir nur noch einmal einen richtigen Praxistest mit Gas und Wasser durchspielen, denn das haben wir aufgrund der Frosttemperaturen bislang noch nicht gemacht. Hoffentlich werden wir keine weiteren Probleme feststellen ...

 

Update Sommer 2017:

Bezüglich der Reklamationsabwicklung und den Problemlösungen wurde mittlerweile die Kommunikation mit dem Händler besser!

1. Märzwoche 2017:

 

Erst jetzt hatten wir Zeit mal die Innenraumbeleuchtung zu testen, nachdem wir zuvor erfolgreich die Gasheizung brummen ließen: Alle Lichter funktionierten und erhellten das Fahrzeug auf eine angenehme Art. Lediglich im Bad ist es etwas schattig, weil dort nur eine Lampe in der oberen rechten Ecke hinter der Tür angebracht ist.

Ganz feierlich wollte ich Andrea dann die Aussenbeleuchtung (heißt offiziell "Aussenzeltbeleuchtung") vorführen. Es brannte, aber ließ sich nicht mehr ausschalten. Von da an war das komplette Bedienpanel CBE PC150 funktionsunfähig. Nichts ging mehr - kein Licht, keine Heizung, keine Wasserpumpe. Mausetot! Bis auf die Aussenbeleuchtung - die brannte munter vor sich hin und ließ sich nur durch das Ziehen der im Bodenfach versteckten Sicherung ausschalten. Leider ist das CBE-Panel von einem italienischen Hersteller, der es nicht für nötig hält, mal ein ordentliches Bedienerhandbuch beizulegen und auch im Internet war rein gar nichts zu diesem Produkt zu finden - außer vielen Hinweisen von Problemen anderer Kastenwagenfahrer mit diesem Produkt.

Jetzt hoffen wir, dass beim anstehenden Werkstatttermin (bei dem der Batterieladebooster eingebaut werden soll) auch der Bedienpanel-Schaden behoben werden kann. Unser Händler hat wirklich sehr schnell reagiert und den Termin und die rechtzeitige Lieferung eines Ersatzpanels an die Partner-Werkstatt zugesagt!

Wir testen erstmalig die Kochstelle: Ein Piezoanzünder wurde bei der Montage nicht festgeschraubt. Das zu beheben, war nicht ganz so einfach, weil man schlecht an die unter dem Blech liegende Kontermutter drankommt. Der kleinere Brenner ist unabhängig davon immer sehr schlecht zu starten. Die Position von Piezozünder und der gegenüberliegenden Gas-Austrittsöffnung ist nicht optimal.

 

2. Märzwoche 2017:

 

Das Auto ist zum zweiten Mal wegen der nicht vollständig zu öffnenden Schiebtür in der Werkstatt und um das defekte Bedienpanel zu tauschen. Nach mehr als sechs Stunden ist es geschafft: Ohne das Heosafe-Schloß umzusetzten (dies hätte einen aufwändigen Rückbau inklusive Neulackierung zur Folge gehabt) ist es dem sehr netten und geduldigen Werkstattleiter gelungen, mit List und Tücke die Türöffnung auf ca. 90% des Maximums zu vergrößern. Damit können wir leben. Der Ausblick aus dem Auto ist nun so, wie wir es erwartet haben. Die Basisplatte des Schlosses wurde dünner geschliffen und die Befestigung der Türinnenverkleidung geändert. Statt drei Plastikclips halten nun zwei flache Schrauben und etwas Kleber die "Papp"-Verkleidung in der Tür. Das Schloß schleift zwar über ca. 15cm an der Verkleidung, aber anders wäre es nicht gegangen. Es ist wirklich alles dumm gelaufen, aber am Ende können wir damit recht gut leben. Der Fehler ist nun einmal passiert! Die Werkstatt verbaute kostenfrei noch einen günstigen Ladebooster mit 25A Leistung als "Frustreduzierer" und total happy fuhr ich die 75km nach Hause. Endlich funktioniert alles - dachte ich! Am nächsten Vormittag ging es ans Auto, um Vorhänge anzubringen und den Warmwasserkreislauf zu testen, weil dies aus Zeitgründen am Vortag in der Werkstatt nicht möglich war. Klar, was dann passierte:

 

Wasser im Auto! Wir hatten einen massiven Wasseraustritt an den tiefer liegenden Austrittsöffnungen der Längsholme. Leider nicht nur ein wenig Wasser, sondern richtig viel - wesentlich mehr als auf dem Foto zu sehen ist, denn ich hatte zwischenzeitlich umgeparkt. Nach langem Suchen und einer telefonischen Beratung mit dem Werkstattleiters (der das Ganze wohl auch recht beschissen fand), entdeckte ich eine undichte Stelle neben der Gasheizung: Ein Warmwasserschlauch war nicht richtig mit einem anderen Schlauch verbunden - die Schelle saß falsch und die Schraube war nicht fest genug angezogen. Also habe ich ein wenig herumgebosselt, danach gleich die Heizung angestellt und gut gelüftet - alles gut gegangen!

 

 

3. Märzwoche 2017:

 

Im Motorraum brummt es von Anfang an links vorne (in Fahrtrichtung) - besonders gut hörbar im Schiebebetrieb und bei langsamer Fahrt. Ich war heute in der nächstgelegenen Vertragswerkstatt und der Werkstattmeister hat bestätigt, dass das Geräusch nicht normal ist - Reparaturtermin ist in Kürze! Es wurde noch nach einem weiteren Phänomen geschaut: nervig laut knarzenden und wackelnde Drehsitze! Das ist wohl auch nicht normal (es wäre auch ein Wunder) und sie werden bald ausgetauscht.

Ich stellte beim Einbau des Fahrerkabinenvorhangs fest, dass die Deckenverkleidung zwischen den beiden B-Säulen auf der Fahrerseite etwas herunterhing. Durch den Spalt konnte man erkennen, dass ein Halteclip abgebrochen ist. Nach einigem Hin und Her mit dem Händler übernimmt dieser die Reparatur durch die Fachwerstatt.

Die Überprüfung der noch unbenutzten Toilettenkassette ergab, dass der Anschlag für den Verschluss nicht richtig funktioniert -  er lässt sich überdrehen. Garantiemäßig wurde da leider nichts gemacht: Ich habe den SOG-Adapter mit Klebeband fixiert. Es wäre unangenehm, wenn sich der Verschluss bei der Kassettenentnahme lösen würde.

Das Problem der sich ablösenden Bohrloch-Klebepunkte wurde behoben: Rechts im Bild der vom Händler erst nach 4 Monaten gelieferte "Original"-Ersatz aus (zu) dünner Folie, der ebenfalls nicht richtig klebt! Im Internet gibt's die Klebepunkte KwikCAPS "Dekor Light Ferrara Oak" in den Durchmessern 20 u. 13mm (links im Bild). Die kleben dank Qualitätskleber von 3M sehr gut, sind starr(!) und passen farblich fast besser zum Holzdekor "Sonoma Eiche" der Inneneinrichtung als die Originalklebepunkte. 56x20mm kosten inkl. Versand aus England keine 5 Euro.

2. Aprilwoche 2017:

 

Wenige Tage vor Abreise: Das Auto war den ganzen Tag in der Werkstatt. Die tierisch laut knarzenden Drehkonsolen wurden gegen etwas weniger laut knarzende getauscht - die Konstruktion ist exakt dieselbe :-(

 

Der Austausch der Dachverkleidung war eine absolute Katastrophe und wenn ich nicht geholfen und den Ausbau des kompletten Oberschrankes und des Frontbretts rechtzeitig verhindert hätte, wäre es noch schlimmer geworden. Echte Schrauber-Spezialisten, die beide Frontsitze und den Teppich versaut haben. In anderen Werkstätten wird das alles abgedeckt ...

 

Das penetrante Brummen aus dem Motorraum konnte (nur kurzfristig) abgestellt werden. Es war ein Resonanzbrummen einer Unterdruckdose, die  mit der Karosserie verschraubt ist. Jetzt hängt sie frei mit Kabelbindern an einem Schlauch. Hoffentlich hält's! Zwei Tage nach dem Werkstattbesuch: Der Wagen stand jetzt 40h seit der Rückfahrt von der Werkstatt. Gerade bin ich zum Wiegen gefahren und schon auf den ersten Metern dröhnt das Fahrzeug wie blöd! Langsam kotz es mich an - ehrlich. Ich habe die Unterdruckdose wieder an ihren alten Platz geschraubt und lass es dröhnen und brummen. Wir wollen in vier bis fünf Tagen los und morgen ist Karfreitag ...

 

 

3. Aprilwoche 2017:

 

Am zweiten Tag unserer Reise halte ich das Motor-Gedröhne nicht mehr aus und fahre zu einer Vertragswerkstatt in der Nähe von Saarbrücken. Die netten Werkstatt-Jungs brauchen zwei Minuten, um das Problem zu erkennen und nur weitere zwei, um es zu lösen: Das Dröhnen war (wie vermutet) ein Resonanzgeräusch von zwei sehr dicht an der Karosserie verlaufenden Leitungen. Diese wurden dick mit Schaumstoff abgepuffert und nun ist es wunderbar leise - siehe Bild unten!

 

 

3. Maiwoche 2017:

 

Die Klimaanlage wurde bei Fahrzeugmontage im Werk nicht richtig "eingestellt". Kondenswasser lief sturzbachartig ins Fahrerhaus und durchnässte den (übrigens recht dünnen und vor allem viel zu schmalen) Fahrerhaus-Teppich vollständig und floss über den Unterboden an mehreren Stellen über diverse Karosserieöffnungen ab. Eine Vertragswerkstatt in Lissabon/Portugal konnte das Problem beheben und bestätigte den fehlerhaften Einbau bzw. die fehlerhafte Ableitung des Kondenswasserschlauchs.

 

 

4. Maiwoche 2017:

 

Bei einem zufälligen Blick unter das Fahrzeug sehe ich, dass Wasser aus dem Abwassertank tropft. Ich lege mich darunter und stelle fest, dass mir wohl nach wenigen weiteren Kilometern die Revisionsklappe des Tanks auf die Straße gefallen wäre. Eine weitere viertel Umdrehung und das Schraubgewinde wäre am Ende gewesen. Also gerade noch rechtzeitig entdeckt und den Verschluss wieder - wohl eher erstmalig - richtig festgezogen.

 

Alle Fugen im Bad sind schlecht verarbeitet. An der Duschwanne gibt ringsherum schon Risse und die Dichtmassse hat sich gelb verfärbt. Ist das überhaupt Silikon? Ich werde es nach der Reise mit dem Händler besprechen.

 

Die nachträglich verbauten Heosafe-Schlösser der Vordertüren sind (konstruktionsbedingt ?) nicht sehr stabil und verklemmen mittlerweile leicht. Der Riegelaufnahme ist wohl auch aufgrund der Kunststoffkonstruktion der Remis-Verdunklung mit großem Spiel versehen und wird einem Einbruchversuch meiner Meinung nach nicht standhalten! Wir benutzen deshalb zusätzlich immer den Stahlkabel-Knackerschreck, bei dem man übrigens auch nach Montage noch das Auto fahren kann, wenn das Lenkrad nicht mit fixiert wurde.

 

 

2. Juliwoche 2017:

 

Die Remis-Scheibenverdunklung an der linken Vordertür klappert und ist an der unteren Kante nicht mehr fest mit dem Rahmen verbunden. Bislang habe ich nicht herausgefunden, wo das Problem ist. So langsam lösen sich alle Holzdekor-Aufkleber, die über den sichtbaren Bohrlöchern aufgeklebt wurden. Die Klebe-Qualität ist mies. Über den Händler habe ich neue angefordert.

Jetzt ist es auch bei unserem Fahrzeug passiert: Der billige Plastik-Schlossanschlag der Badezimmertür ist abgebrochen. Ich verstehe nicht, dass dieses 2 Cent-Teil nicht endlich mal durch ein 5 Cent teures Winkelchen aus Blech ausgetauscht wird. Es trifft scheinbar jeden Clever-Van-Besitzer mit der Holztür früher oder später. Angeblich soll Clever Vans das Problem schon länger kennen, reagiert aber nicht. Ich finde das mehr als nur peinlich für den Hersteller. Wenn das unterwegs abbricht - was sehr wahrscheinlich ist - ist das eine doofe Situation, denn es ist nicht so einfach, einen passenden Winkel zu finden. Unseren haben wir jetzt nach langem Suchen bei einem Schreiner bekommen. Er hat ihn uns geschenkt! Parallel habe ich beim Händler einen Ersatzwinkel organisiert.

 

 

3. Juliwoche 2017:

 

Nachdem sie immer wieder mal muckte, war es nun soweit: Die elektrische Thule-Trittstufe unter der Schiebetür fährt zwar raus, aber über den Schalter nicht mehr zurück! Zum Glück ist das bei den Clever-Fahrzeugen mit der Zündung gekoppelt: Wenn man die Zündung einschaltet fährt die Trittstufe automatisch zurück. Nervig ist es trotzdem. Der Händler will bei Clever Vans einen neuen Schalter bestellen. Update November 2017: Nach mehr als drei Monaten habe ich noch nichts vom Händler in Sachen Schalter gehört, obwohl ich zwischenzeitlich dreimal per Mail und Telefon nachgehakt hatte. Jetzt rappelt übrigens auch die rechte Remis-Scheibenverdunklung der Tür derart laut, dass es auf welligen Straßen total nervt. Ich finde keinerlei Möglichkeit, das Teil irgendwo festzuschrauben oder anzuklicken. Ich klemme an zwei Stellen Gummistückchen in einen Ritz (wo eigentlich keiner sein sollte) - das Gerappel ist nun fast weg. Es löst sich ein Kantenschutz/Umleimer an der Tür des Gaskastens.

 

 

1. Augustwoche 2017:

 

Die Zentralverriegelung fängt an zu pfeifen, wenn man sie betätigt. Gestern abend ging sogar eine Zeit lang gar nichts mehr. Weder auf noch zu! Nachdem ich die Zündung ein- und wieder ausgeschaltet hatte funktionierte es wieder, aber das Pfeifgeräusch blieb. Heute Früh ist das Pfeifen weg. Bislang arbeitet die Zentralverriegelung wieder fehlerfrei - seltsam!

 

 

2. Septemberwoche 2017:

 

Hinter dem Kotflügel klappert es mal wieder! Nein, eigentlich scheppert es wahnsinnig: Klick! Lange haben wir gebraucht, um den genauen Ort zu lokalisieren. Es scheint direkt an der oberen Befestigung des vorderen linken Kotflügels zu sein. Es klingt so, als ob sich da eine Schraube gelöst hat. Leider können wir nichts sehen, deshalb ist in den nächsten Tagen der Besuch einer Citroën-Werkstadt geplant.

1. Update Oktober 2017: Die Vertragswerkstatt hat das Klappern auf Garantie beseitigt - dachte ich. Am linken Kotflügel haben sich Schrauben und wohl 2 Nieten gelockert. Auf der Heimreise war das Fahrzeug flüsterleise!

2. Update November 2017: Nach nur 60 km klappert es wieder so wie vorher - gut, vielleicht nicht mehr ganz so laut. Der Wagen kommt bald in eine andere Werkstatt...

Und so wurde das penetrante Resonanzbrummen im Motorraum beseitigt:

Etwas Schaumstoff und ein paar Kabelbinder. Seit 10.000 km haben wir eine himmlische Ruhe - herrlich!

 

So wurde (bislang) das Klappern der Sitze behoben: Die Original-Gummipuffer (linkes Bild) sind zu weich und hatten zu viel Abstand zur Drehkonsole. Ich habe sie gegen runde und 5mm starke Teflon-Möbelgleiter (rechtes Bild) getauscht, die die Drehkonsole besser abstützen. Es ist kein Klappern mehr zu hören!

 

3. Novemberwoche 2017:

 

Wir haben die Bodenfreiheit von "Carl Camper" deutlich erhöht - die automatische Trittstufe wurde entfernt. Sehr viele Kastenwagenbesitzer machen das mit als erste Verbesserungsmaßnahme an ihrem Kasten. Aus gutem Grund: Man setzt unheimlich leicht mit den Dingern auf. Uns ist das trotz des kurzen Radstands bei einem völlig harmlos aussehenden Wendemanöver passiert. Beim Rückwärtsfahren haben wir die Straßendecke verlassen und sind sofort aufgesetzt. Der Bodenkontakt war wirklich minimal, aber für die Stufe reichte es - sie ließ sich nicht mehr ausfahren. Zum Glück hatte es lediglich die Trittstufe erwischt - die Karosserie hat rein gar nichts abbekommen! Auf unseren Reisen haben wir die Stufe so gut wie nie genutzt. Sie war auch äußerst schmutzempfindlich und muckte selbst bei leichten Verschmutzungen und wenig Dreck "im Getriebe" ganz schön rum. Viel praktischer finden wir, das Fahrzeug über ein kleines Schemelchen zu betreten bzw. zu verlassen. Kurzum - wir vermissen die Trittstufe nicht!

 

1. Aprilwoche 2018:

 

Nach genau einem Jahr und mehr als 24.000 km machen wir das Fahrzeug wieder fit für die Reisezeit. Grundreinigung, Fenster- und Dachluken-Überprüfung und das Checken des Wasserkreislaufs stehen an.

 

Beim Reinigen des Frischwassertanks bemerke ich, dass der ganze Tank wackelt.

 

Fast 5 cm "Spiel" hat er in seinem Kasten und zerrt an den Schläuchen. Die Schraube mit der das horizontal um den Tank laufenden Lochband befestigt wird, ist total locker und sitzt nur noch im letzten Gewindegang (Bild links).

 

Es fehlte nicht mehr viel und die Teile wären unerreichbar nach unten in den total verbauten Kasten gefallen. Gerade noch rechtzeitig entdeckt und behoben! Leider hatte ich keinen Schraubensicherungslack, deshalb habe ich etwas Pattex verwendet, um die Schraube am Losrütteln zu hindern. Mal schauen, ob es hält.

Mai 2018:

 

Seit ein paar Wochen haben sich bei der vorderen Midi-Heki Dachlucke die beiden Schieber der Verdunklung bzw. des Moskitonetzes verbogen. Sie lassen sich zwar dank regelmäßiger Silkonspraypflege noch leichtgängig verschieben, aber die "Parkposition" in geöffneter  Stellung funktioniert nicht mehr. Das Moskitonetz bzw. die Zickzackverdunklung gehen nicht mehr in ihre Garage im Rahmen. Ich habe mich immer an die Anleitung gehalten, tagsüber bei starker Sonneneinstrahlung die Verdunklung wegen thermischen Problemen nicht ganz zu schließen. Trotzdem sind die Schieber leicht nach unten verbogen. Mal schauen, ob ich das mit einem kleinen langen Aluwinkel wieder gerade fixieren kann.

Juni 2018:

 

Die verfärbten und sehr schlecht verarbeiteten Fugen im Bad sehen immer fürchterlicher aus. Total vergilbt, zum Teil schon rissig und beim Drehsockel der Toilette sogar schon abgelöst, nervt das alles nur noch. Ich hoffe, ich finde einen Weg das Material sauber zu entfernen, um alles dann schön und ordentlich mit Sanitärsilikon neu zu verfugen.

 



Verarbeitungsqualität des Ausbauers Clever VAns

Wichtiger Hinweis: Es handelt sich um unsere persönliche Erfahrung mit unserem ganz individuellen Fahrzeug! Andere Fahrzeuge werden vielleicht fehlerfrei sein - oder andere Probleme machen ;-)

  • Das Pappelsperrholz ist empfindlich. Schon leichte Schläge mit kleinen Gegenständen können Macken in der Oberfläche hinterlassen.
  • Viele Schraubenlöcher sind billigst mit schlecht klebenden Folien-Klebepunkten im Holzdekor überklebt. Einige dieser Klebepunkte lösen sich schon.
  • Die Badezimmertür war von Anfang an leicht verzogen, klapperte und war schlecht zu verschliessen. Der Türgriff ist eine Fehlkonstruktion. Besonders anfällig ist der Schloss-Anschlag aus Plastik, der mittlerweile durch einen aus Blech ersetzt werden musste.
  • Das Karosserieblech wurde durch die Einbaumaßnahmen der Fenster und anderer Klappen teilweise leicht verdellt.
  • Der verbaute Vitrifrigo-Kühlschrank wird (nach fünf Monaten Dauergebrauch) immer lauter. Die umlaufende Türdichtung kann man sich leicht selbst ruinieren, wenn man nicht IMMER daran denkt, die Gefrierfachklappe zu schließen.
  • Die Fugen im Bad sind alle schlecht verfugt und verfärbten sich bereits nach ein paar Wochen quittengelb.
  • Fast alle Möbel-Schrauben waren am Anfang locker. Die erreichbaren Schrauben wurden von mir nachgezogen.
  • Die Klappenverschlüsse/Pushlocks, die Scharniere und die Schloss-Anschläge sind nicht sonderlich robust und wirken billig.
  • Die Touch-LED-Lampen sind häufig schwer zu bedienen, mit einem "Antippen" ist es dann nicht getan, man muss es mehrmals versuchen. Eine Lampe klappert von Anfang an fürchterlich.
  • Die Spaltmasse der Möbeltüren sind mal so, mal so - gut ist anders!
  • Die Klappen der Sitzbank sind m. E. nicht optimal konstruiert. Die obere Klappe lässt sich nur ganz öffnen, wenn der Dinettentisch komplett ausgebaut wird - minimal kleiner ausgeschnitten und alles wäre gut! Die untere Klappe kann man sich ruckzuck mit einem falschen Tritt oder einer anderen Belastung dauerhaft ruinieren - Vorsicht beim Ein- und Ausladen!
  • In der Badarmatur (Brause) lief Wasser in einen Hohlraum zurück. Wir haben einen Gummi-O-Ring eingezogen, jetzt scheint es dicht zu sein. Im Spülbecken kann man den Auslauf nicht drehen - ich frage mich, warum das so ist ...
  • Der Dinettentisch ließ sich am Anfang so gut wie nicht verschieben. Erst der Einsatz von Silikonspray ermöglichte dann die Veränderung der Tischposition ohne sich den Rücken zu ruinieren. Die ganze Konstruktion ist eher umständlich als praktisch.

Mein Fazit:

Ich verfolge nun seit 1, 5 Jahren intensiv den Austausch im "Pössl-Forum" und im "Kastenwagenforum". Es scheint so, dass wohl alle Hersteller beim Ausbau ihren Fahrzeuge der 35.000 bis 50.000 Euro Klasse hier und da Verarbeitungsmängel aufweisen. Oft fehlt es lediglich an einer Endkontrolle und kleinen Nacharbeiten bzw. Korrekturen. Ich denke, die Auftragslage im Bereich der Wohnmobile bzw. Kastenwagen ist so gut, dass die Produktion die vielen Bestellungen kaum zeitnah abarbeiten kann. Das erklärt auch die teilweise immensen Wartezeiten von bis zu mehr als einem Jahr. Bei Fahrzeugen der Preisklasse ab 50.000 Euro aufwärts hört und liest man deutlich weniger über Unzufriedenheiten oder gar Pfusch bei der Fertigung.

Man muss sich halt (wie immer) entscheiden, was einem eine entsprechende Qualität wert ist. Wer handwerklich einigermaßen geschickt ist und das Fahrzeug selbst etwas "überarbeiten" kann, wird auch mit den "günstigen" Anbietern seine Freude haben. Wichtiger ist vielleicht sogar die Entscheidung, welches Basisfahrzeug man wählt, aber hier geht die Preisschere zwischen den französischen und italienischen Herstellern (Citroen, Peugeot, Fiat, Renault) und den deutschen Herstellern wie Mercedes oder VW eben weit auseinander. Die Qualität jedoch wohl auch!